OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Der Rhythmus von „ Mit meiner Konga auf den Platz mit Fidel“ begleitete das Fest der Arbeiter Photo: Endrys Correa Vaillant

Es ist jetzt acht Uhr Morgens. Aber bereits um 5:30 Uhr waren Leute in dem Bereich vor der Plaza und wir versuchten an den Absperrungen vorbei wenigstens bis zur 23. Straße und Paseo zu kommen. Es ist nämlich ein schönes Gefühl, sich daran zu erinnern, wie es war, als wir Kinder waren, die Menschen aus den Fenstern schauten, da war Musik und viele viele Leute und damals hatten alle Dinge für uns gigantische Ausmaße. Das Gefühl wollten wir wieder erleben. Wir wollten den Zug außerhalb des Pressbereichs erfahren, von wo aus wir ihn sonst immer beobachtet hatten. Aber kein Auto kam mehr durch und zu Fuß machte es das Getümmel an Menschen unmöglich voranzukommen.

Wir blieben statisch in der zweiten Reihe des Demonstrationzugs zwischen den Pädagogikstudenten und der Gruppe, die vor zwei Wochen auf dem Amerikagipfel inPeru war.

Kuba wird die Kontinuität des revolutionären Prozesses verteidigen, für den es so gekämpft hat Photo: Ricardo López Hevia

Um sieben Uhr wurde es hell. Vier Helfer des Roten Kreuzes trugen eine Bahre mit jemandem, der ohnmächtig geworden war. Sie brachten ihn zu einer der Ambulanzen, die hinte den Sitzen geparkt waren, vor Camilo, vor dem Bildschirm. Einige machten Fotos zusammen mit Adrián Berazaín, der das T-shirt #NoAlBloqueo derer trug, die in Peru waren.

Unter der gedämpften gelben Sonne ist der Platz wunderschön: Ein von Fahnen umsäumter Weg führt zu Martí, eine riesige Fahne auf dem Gebäude des Innenministeriums neben Che, an der Bibliothek ein grau gehaltenes Plakat: Carlos Manuel de Céspedes -Fidel, nach dem Moncada Prozess- Fidel und Camilo Cienfuegos, an dem Tag, an dem die Revolution Havanna erreichte. Dahinter, am Theater, das Motto: Einheit, Engagement und Sieg. Hinter den Köpfen der Lehrer, Tausende von Köpfen, kompakt, den ganzen Weg entlang.

Heute kommen die Kinder mit ihren Großeltern, eines Tages werden sie mit ihren Enkeln kommen Photo: Ariel Cecilio Lemus

Dann Silvio. Zuvor hörte man eine Konga aus den riesigen Lautsprecher schallen und Leute, die in ihre Choreographien vertieft waren. Jetzt setzten sich einige auf den Boden.

Um 7:30, als alles anfing, wir die Nationalhymne sangen und die Ankunft der Führung verkündet wurde und Ulises Guilarte seine Rede hielt, hatten wir immer noch die Hoffnung bis zur 23. Straße zu kommen. Wenn sie nach vorne gehen, sagten wir uns, gehen wir nach hinten. Und wir gingen bis Boyeros und dann wieder zurück an den Absperrungen vorbei, aber wegen der vielen Menschen kamen wir kaum voran.

Fidel im Herzen der Menschen Photo: Juvenal Balán

Wir trafen auf Rakso Fernández mit seiner kleinen Tochter an der Hand. „Als Kind bin ich mit meinen Großeltern gekommen und eines Tages werde ich mit meinen Enkeln kommen“, sagte er.

Wir hatten kaum Gelegenheit miteinander zu sprechen. Die Leute drängten im Schwarm Richtung Plaza vor, mit großen und kleinen Plakaten. „In Raúl und Díaz-Canel ist das Bild von Fidel“ oder „Lula Livre“ hieß es da unter anderem.

Weiter entfernt marschierte Lázaro Vega, Arbeiter eine landwirtschaftlichen Kooperative allein, zwar unter Menschen, aber allein. Hut aus Palmenblättern und kubanisches Fähnchen in der linken Hand. Er ist 60 Jahre und kann sich nicht mehr erinnern, wann er das erste Mal an einem 1. Mai zu Plaza gekommen ist, aber es gab schon viele 1. Mai.

:“Con Raúl y Díaz-Canel está la imagen de Fidel“ (In Raúl und Díaz-Canel ist das Bild Fidels). Photo: Juvenal Balán

„Ich war ein Kind, die Lehrer der Grundschule gingen mit uns, mit allen Kindern aus der Klasse. Seitdem komme ich ungelogen jedes Jahr“, sagte er uns und setzte seinen Weg fort. Wir folgen dem unseren durch die Menge in der entgegengesetzten Richtung.

Wenige Meter vor der Calle Zapata sind wir davon überzeugt, dass wir nicht mehr weiter vorankommen können. Wir gehen auf den Bürgersteig, um ungehindeter zurückzukommen, aber ein Sicherheitskordon, aus Studenten hauptsächlich des Innenministeriums, ließ das nicht zu.

Eine von ihnen, Isabel Lucía, eine Jurastudentin, erzählte uns, das sie bereits seit ganz früh am Morgen dort seien, um die Organisation der Demonstration zu überwachen und zu verhindern, dass es zu einem Konflikt kommt. Sie macht dies bereits seit vier Jahren an jedem 1. Mai und sagt uns, dass dies heute wie gewöhnlich eine Fiesta sei.

Dann um 8 Uhr trafen en wir mit dem metallischen Klang eines Zapfens gegen die Pfanne zusammen. Die Konga kam nicht aus den Lautsprechern, sondern stammte von der Trompete eines jungen Mannes mit Zöpfen, und von der Trommel, die einer schlug, der in blau gekleidet ist und den Schirm seiner an der Seite trägt. Zwei Stöcke als Claves, einige Büchsen. Wir tanzen wie die Reguetónleute: auf Zehenspitzen, Schritt nach links, Schritt nach rechts, Schritt nach vorn. Die, die singen, sprechen die an, die folgen: „Steig in meinen Kongazug“, sagen sie und wir gehen mit ihnen. „Mit meiner Konga auf die Plaza mit Fidel“.

Ein Weg voller Fahnen mit weißen, blauen und roten Streifen umsäumt Martí Photo: Endrys Correa Vaillant
So sehr wir uns auch bemühten, keiner kam gegen die unerschütterliche Kraft des Volkes an. Photo: Juvenal Balán
Photo: Ismael Batista
Aus Kuba für Lateinamerika, Brüderlichkeit und Solidarität Photo: Jose M. Correa