OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Der Nationale Generalstab der Zivilverteidigung trat am gestrigen Dienstag zusammen, um Maßnahmen zur Minimierung der Schäden durch Hurrikan Irma zu beschließen Photo: Jose M. Correa

Wenn auch der Kurs des Hurrikans Irma in den folgenden Tagen unter ständiger Beobachtung stehen wird, versicherten Experten der Zivilverteidigung während des ersten Treffens des Arbeitsorgans zur Reduktion von Katastrophen innerhalb des Rates der Landesverteidigung, dass der Kontakt des „gefährlichen Phänomens“ mit der Insel unmittelbar bevorstehe.  

Armando Caimares Ortíz, Fachmann des Prognosezentrums des meteorologischen Instituts, erklärte, dass die jüngsten Informationen, über die man verfüge, keine guten seien. Es handle sich um einen ausgedehnten Organismus, bei dessen Verlauf man davon ausgehe, dass er sich über die Nordküste Kubas oder doch zumindest sehr nahe dieser bewegen werde. Auch wenn wir dem Anschein nach keinen direkten Aufprall befürchten müssten, lokalisierten doch alle Modelle den mächtigen Wirbelsturm auf der Insel Kuba.

Verschiedene Vorhersagen stimmten darin überein, dass „Irma” in den nächsten Tagen den Kurs beibehalten und in den Nachtstunden von Freitag, dem 8. September auf den Norden Ciego de Ávilas treffen werde. Hiernach könnte der Zyklon einen Knick nach Nordwesten machen und Kurs auf die Halbinsel Florida nehmen, wobei er allerdings von der Provinz Camagüey an alles auf seinem Weg in Richtung Westen Liegende in Mitleidenschaft ziehen würde.

Laut Divisionsgeneral Ramón Pardo Guerra, Chef des Nationalen Generalstabs der Zivilverteidigung (EMNDC), ist dieses Wetterphänomen noch viel stärker als der Hurrikan Ivan, dessen Ausläufer 2004 Kuba tangierten, was die Evakuierung von mehr als zwei Millionen Menschen erfordert hatte.

INSMET

Deshalb “muss die Bevölkerung aufmerksam die Informationen des Meteorologischen Instituts wie der Zivilverteidigung verfolgen und diszipliniert den Maßnahmen Folge leisten, auf die die lokalen Behörden hinweisen“, sagte Pardo Guerra.

Die Autoritäten, die mit dem Schutz der Zivilbevölkerung und der wirtschaftlichen Ressourcen des Landes befasst sind, seien schon mobilisiert worden, um Schäden und möglichen Todesopfern vorzubeugen, fügte er hinzu.

IRMA, DER INTENSIVSTE IN ZEHN JAHREN

Der extrem gefährliche Hurrikan Irma verwandelte sich gestern in einen Wirbelsturm der Kategorie 5, der höchstmöglichen auf der Saffir-Simpson-Skala, was seit 2007, als die Zyklone Dean und Felix im tropischen Atlantik entstanden waren, nicht mehr passiert war.

Nach Informationen von Dr. Miriam Teresita Llanes, der Leiterin des Prognosezentrums des Meteorologischen Instituts, hat er sich außerdem während der letzten 24 Stunden noch verstärkt. Sein Radius bzw. der Einflussbereich seiner Winde (119 km/h oder höher) habe sich ebenfalls merklich ausgeweitet. Derzeit registriere man zwischen dem Zentrum und der Peripherie einen Abstand von 95 Kilometern, dieser könne bei tropischen Stürmen aber bis zu 280 Kilometer betragen.

Mit Böen von bis zu 295 km/h und einem Tiefdruck von 926 Hektopascal setzt Hurrikan “Irma” den Weg nach Westen fort und befindet sich bereits sehr nah den nördlichen Kleinen Antillen, die er in den Nachtstunden heimsuchen wird.

Nach den Aussagen von Dr. Llanes hat ein gut strukturiertes Hochdruckgebiet auf verschiedenen Stufen der Atmosphäre im Norden Irmas eine signifikante Ausdehnung des Zyklons bisher verhindert.

Sie resümierte, dass unter Berücksichtigung seiner Position, seiner Intensität, seines Einzugs-bereiches und möglichen Kurses zwischen West und Westnordwest „Irma“ eine potenzielle Gefahr für Kuba darstelle, vor allem von Freitag an, wenn seine Auswirkungen anfangen würden, im Osten des Landes spürbar zu sein.