OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Juvenal Balán

Die Ausbildung der Arbeitskraft, ihre anschließende Eingliederung und ihr Verbleib in der Arbeitswelt, die Komplettierung der Betriebe und die Indices der Fluktuation und der Migration des Fachpersonals bilden Faktoren, die dem Fortschritt eines Landes entgegenlaufen. Deshalb wurden die damit verbundenen Probleme heute gemeinsam von der Kommission Bildung, Wissenschaft, Technologie und Umwelt und der Kommission für Wirtschaftliche Angelenheiten des kubanischen Parlaments analysiert.

Der dritte Sitzungstag wurden die Parlamentarier über die Ergebnisse einer Studie über das Arbeitsumfeld in den globalen Organismen der Wirtschaft auf Provinz- und Kreisebene unterrichtet.

Der Abgeordnete Armando Castro Alegría informierte bei der Vorstellung des Berichts über die angetroffenen Mängel.

Darunter fallen unvollständige Geschäftsführung, hohe Fluktuation von Arbeitskräften, Arbeitsbedingungen, die Unzufriedenheit hervorrufen wie niedrige Löhne, Mängel beim Transport, moralische Anreize, hygienisch-sanitäre Ausstattung, Ernährung und Mobiliar, häufige Inspektionen und Kontrollen, fehlende Arbeitsmittel und Konnektivität, Überbelastung bei Aufgaben und eine hohe Alterspyramide.

Andere festestellte Probleme waren die mangelnde Erfahrung des Personals und das Nichtvorhandensein von Weiterbildung wie dies in Artemisa und Sancti Spiritus der Fall ist und das geringe Verständnis seitens der Provinzregierungen angesichts der Situation in den Einrichtungen in den Provinzen Cienfuegos, Havanna, Artemisa und Sancti Spiritus.

Die Ministerin für Arbeit und Soziale Sicherheit Margarita González wies daraufhin, dass 53% der Angestellten in diesen Betrieben über eine Arbeitserfahrzung von weniger als drei Jahren verfügt.

Die Abgeordnete Danni Morell Alonso aus Majagua, in Ciego de Ávila, dass es sich hierbei um ein altes Problem handle, das neue Lösungen erfordere und vielfältige Ursachen habe.

Es sei nicht nur eine Sache des Lohns, es gebe andere objektive und subjektive Ursachen, aber der Lohn sei der entscheidende Grund. In diesem Sinne schlug sie als Alternative vor, denen die dort arbeiten mehr zu bezahlen und dazu den Fonds zu verwenden, der für die vakanten Arbeitsstellen bestehe. „Wir haben und gefragt, wieviel es uns kostet, diese Stellen nicht zu besetzen und den Betrieb mit Leuten zu füllen, die nicht die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen?“, sagte sie und fügte hinzu, man müss mit den Entscheidungsträgern in den Gebieten, die die Möglichkeiten haben, die Dinge zu verbessern, Maßnahmen ergreifen, aber das geschehe nicht.

Miguel Charbonet der Vetreter von Caimito in Artemisa zeigte sich besorgt, „über das Bild, das einige Institutionen liefern und über das Erscheinungsbild des Ortes, an dem die Arbeiten ausgeführt werden. Dabei verwies es besonders auf die Büros der Steuerbehörde, wo viele Personen aus- und eingehen und wo der Schutz der Dokumente und die Sicherung der Informationsressourcen nicht in allen Fällen gewährleistet sei.

Er erwähnte auch andere Mängel wie die Überbelegung und Zusammenwirken unterschiedlicher Funktionen im selben Raum. Er wies auf die hohe Zahl von Jugendlichen und von Fachkräften hin, auf die man bei der Studie getroffen sei, und „die aber nicht die Laufbahn ausüben, die sie studiert haben, weswegen eine Fortbildung so wichtig ist.“

Mirtha Millán von der Insel der Jugend betonte, wie wichtig es sei genaue Diagnostiken was die Ausbildungsanforderungen für jeden Arbeiter angehe, aber genauso wichtig sei es, die jungen Leute, die gerade ihren Abschluss gemacht haben und die Älteren zu betreuen, um ihren Verbleib am Arbeitsplatz zu erreichen.

Dabei spiele die Gewerkschaft eine entscheidende Rolle, meinte die Abgeordnete Nereida López (Bayamo), die aber an einigen Orten nicht so funnktioniere, wie sie das müsste. „Es gibt Stellen, wo die Verwaltung den Arbeitern keine Rechenschaft ablegt... Die Leute müssen an uns glauben, von dieser Aufgabe aus, die uns im Sozialismus zukommt. Wir müssen weiter nach Führungspersönlichkeiten, nach besser vorbereiteten Personen suchen und die Betreuung der Jugendlichen verbessern.“

Die Ministerin für Finanzen und Preise Lina Pedraza stellte fest, dass diese Probleme nicht von heute auf morgen enstanden seien, sondern sich allmählich verschlimmert hätten.