OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Die Position des Studentenverbandes FEEM ist es immer die Förderung des Austauschs gewesen „aber auf der Basis gegenseitigen Respekts, um Wissen aufzubauen“ und nicht durch Stipendien wie diese, die auf hinterlistige Art und Weise versuchen, das Denken unserer Jugendlichen umzupolen. Photo: Alberto Borrego

Nach dem 17. Dezember 2014, als der Weg zur Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten begonnen wurde, sagte US-Präsident Barack Obama im Rahmen seines Besuches in unserem Land, dass seine Regierung nicht die Absicht habe, die innere Ordnung auf der Insel umzuwälzen.

Trotzdem sind im öffentlichen Haushalt der Vereinigten Staaten für das laufende Jahr 30 Millionen Dollar vorgesehen, um über Agenturen wie Usaid subversive Projekte gegen Kuba zu finanzieren.

Eine dieser Pläne ist auf die kubanische Jugend ausgerichtet, um aus ihrer Mitte Führer für den Wechsel herauszubilden. Dies wurde in diesen Tagen von unseren studentischen Organisationen angeprangert.

Die World Learning Stipendien „mit ihrer harmlosen Verpackung und ihrem manipulativen Inneren“ wurden gestern von Journalisten, Studentenführern und einem der Ex-Stipendiaten Alejandro Sánchez Fernández in der „Mesa Redonda“ behandelt.

Was World Learning ist, über seine angeblichen Ziele und das für Kuba organisierte Programm sprach die Direktorin der Zeitung Juventud Rebelde Yailín Orta Rivera. Sie stellte World Learning als eine NGO dar, die ihre zentralen Niederlassungen in Vermont und Washington habe, aber auch in Dutzenden von Ländern vertreten sei.

„Das Hauptziel ist, Jugendliche zu kapern, sie ideologisch zu bearbeiten und ihre Führungsqualitäten herauszubilden. Es gelang der Organisation Jugendliche aus etwa 140 Ländern anzuziehen“, merkte sie an.

Aber, was verbirgt sich hinter dieser Organisation?

Auf diese Frage antwortet die Journalistin, dass in Kuba keine Vertretung von World Learning bestehe und dass man in den letzten Jahren eine Art von Stipendien geplant habe, die sich „Sommerprogramm“ nannte, wofür man kubanische Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren über das Internet gewinnen wollte.

Sie fügte hinzu, dass Jugendliche ausgewählt werden, die sich noch in ihrer soziopsychologischen Entwicklung befänden, um mit ihnen zu experimentieren und durch Manipulation die etablierte Ordnung zu stürzen. Es sei dies Politik des weichen Putsches, an der man festhalte, um dem Drehbuch der neoliberalen Ausdehnung zu folgen.

„Es ist ein verführerischer Vorschlag, denn er tarnt sich als Programm für kulturellen Austausch, aber in Wirklichkeit ignoriert er die kubanischen Institutionen und ist bestrebt am Rande der Regierungsdynamik voranzukommen“, sagte sie.

„Man weiß, dass hinter diesem Stipendienprogramm die Finanzierung der Usaid steht, eine Agentur, die nach dem Skandal um Zunzuneo und den Versuchen, Künstler für die Subversion in Kuba zu rekrutieren, erneut im Blickfeld der Aufmerksamkeit steht.

„Hinter dem ganzen Experiment steht ein gut aufgestelltes Team von Profis im Bereich Presse und Kommunikation, die mit dem entprechenden Werkzeug ausgestattet und ausgebildet worden sind, diese fiktive Führung in Funktion des Wechsels aufzubauen“, führte sie aus.

Der ehemalige Stipendiat von World Learning, der augenblicklich seinen Militärdienst ableistet, sagte: „Wie jede Investition haben auch die Ex-Stipendiaten einen Gebrauchswert: als Teil dieses Netzes zu dienen. Sie wollten, dass wir, durch verbale Kommunikation „die Botschafter der Vereinigten Staaten in Kuba“ würden und dass wir bei der Rekrutierung neuer Jugendlichen für das Stipendium behilflich wären.

Die US-Botschaft führt auf ihrer offiziellen Website die Anzeige für das Stipendium. Ich erfuhr von einer Freundin davon und wir beschlossen uns gemeinsam zu bewerben. Der Prozess bestand darin, Formulare auszufüllen, in denen nach persönlichen Daten gefragt wurde, nach unseren Familien, eine Empfehtlung von einem Lehrer der Schule.... Dann haben sie mich telefonisch um ein Gespräch gebeten. Dort wollten sie etwas über meine Wertvorstellungen und Haltungen aus psychologischem Blickwinkel herausfinden, nie meine politischen. Ich glaube, sie haben mich ausgesucht, weil ich Vorsitzender des Studentenverbandes (FEEM) in meiner Schule war“, sagter er.

„Wir haben immer daran gedacht, dass es sich um eine Art ideologischer Subversion handeln könnte, aber es gefiel uns einmal in die Vereinigten Staaten zu reisen, eine andere Realität weit von unseren Eltern entfernt kennen zu lernen. Deswegen habe ich mich beworben.

Die ersten drei Tage waren wir in einer Villa im Staat Virginia. Dort erklärten sie uns die wichtigste Regel des Programms: Wir durften keine Fotos in die sozialen Netze einstellen, solange wir dort waren, angeblich um eine mögliche Repression zu vermeiden, wenn wir nach Kuba zurückkämen, trotz des öffentlichen Aufrufs zu diesem Stipendium.

Dann gingen wir zur Universität von Virginia, wo wir in der englischen Sprache, in Führungsfähigkeit und Redekunst unterrichtet wurden.

Wir machten auch Übungen, wie wir uns mit anderen in Verbindung setzen können, sowie Gesprächsgruppen, in dnene wir verschiedene Themen diskutierten und sie mit der kubanischen Realität in Zusamenhang brachten.

Während der gesamten Dauer des Programms füllten wir drei Fragebögen aus, in denen sie uns baten, Vergleiche zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten anzustellen. Sie enthielten Fragen wie : was ist die Demokratie? Was ist der Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie? usw.

Als meine Gruppe Washington besuchte, baten wir darum die kubanische Botschaft zu besuchen. Wir wollten unsere Flagge wehen sehen. Am Anfang sagten sie, sie wüssten nicht wo sie ist. Als wir darauf bestanden, brachten sie uns hin, aber wir durften nicht aus dem Bus aussteigen. Alle Fotos und Videos machten wir durch die Scheiben des Busses. Trotzdem war es ein sehr emotionaler Moment und es wurden sogar revolutionäre Schlachtrufe gerufen“.

Er fügte hinzu, dass keiner der am Programm teilnehmenden Studenten anschließend iergendwelche Schwierigkeiten in Kuba gehabt hätte.

„Während dieser Veranstaltungen, die dieses Programm anprangerten, hat uns niemand verurteilt, denn wir sind keine Verräter. Was wir anklagen ist die Art und Weise, wie World Learning außerhalb der Behörden agiert. Wir ehemaligen Stipendiaten sind nur ein Teil dieses großen Puzzles“, betonte er.

Wie sich World Learning innerhalb der Ziele der Usaid einfügt, konzentrierte sich Iroel Sánchez, Journalist und Herausgeber des Blogs „La pupila insomne“ in seiner Analyse. Er wies darauf hin, dass diese Agentur ein Werkzeug des Kalten Krieges sei und aus der Kontinuität der US-Strategie gegen Kuba, der Allianz für den Fortschritt, entstanden sei.

Er wies darauf hin, dass Usaid eine schmierige Geschichte habe, die auf dem Vorantreiben von Diktaturen beruhe und gegen die Volksbewegungen in Lateinamerika gerichtet sei. „Und über diese gewalttätige Maske hinaus, hat sie die Macht, der US-Regierung ein liebenswerteres Erscheinungsbild zu verleihen, indem sie die sozialen Nöte betreut, die in den Ländern der Dritten Welt existieren.“

Außerdem, betonte er, dass die Agentur tiefe Widersprüche zu den linken Regierungen Lateinamerikas habe und selbst im US-Senat dikreditiert wurde.

Nach der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern und dem Besuch von Präsident Obama dachten wir, es käme zu einem anderen Szenario, was die Beziehungen der Institutionen untereinander angehe“, sagte er.

Sánchez machte auf auf die Zahlen aufmerksam, die die USA in diesem Jahr für die Subversion in Kuba bereitgestellt hat: 30 Millionen des Staatshaushalts der Regierung, 28 Millionen für Radio und TV Martí und vier Millionen für Programme zur Förderung der Demokratie im Internet.

In Kuba hätten diese Programme dank der Präsenz von Studentenorganisationen, die auf eine lange Geschichte von Arbeit mit den Massen zurückblicken könne, keine Ergebnisse gezeigt.

Die Vizepräsidentin der FEEM, Niubis García Otaño, stellte fest, dass ihre Organisation sich immer für den Austausch ausgesprochen habe, „aber auf der Basis des gegenseitigen Respekts und der Wissensbildung“ und nicht über Stipendien wie diese, die auf hinterhältige Weise versuchen, das Denken unserer Jugend umzupolen.

„Die Subversion ist eine der wichtigsten Elemente der US-Politik Kuba gegenüber, sowie auch die Vorbereitung von Individuen innerhalb des Landes um den internen Wechsel herbeizuführen. Deswegen schließen wir Jugendliche uns dieser Anklage gegen die Einmischung an“, sagte sie.

„Wir sind nicht damit einverstanden, das Usaid weiterhin Projekte dieser Art finanziert, denn die zwei Ausgaben von World Learning (die erste mit über 30 Stipendiaten und die zweite mit über 60) haben bewiesen, dass etwas Anderes gelehrt wurde, als man als Grundlage des Projekts angegeben hatte. Ihnen geht es nicht darum, das Wissen der Jugendlichen zu erweitern, sondern sie wollen Meinungsführer herausbilden, um die Konterrevolution zu fördern“, fügte sie hinzu.

Claudia Proenza de Mi­randa, Mitglied des nationalen Sekretariats des universitären Studentenverbandes FEU wies darauf hin, dass im nationalen Bildungssystem Kubas Hunderte von ausländischen Studneten ausgebildet wurden, auch solche aus den USA.

„Das Problem besteht darin, dass dieses Stipendium darauf programmiert ist, uns ideologisch zu unterwandern und dass es die sozialen kubanischen Institutionen und Organisationen außen vor lässt. World Learning möchte alles, was in Kuba etabliert wurde, beseitigen und versuchen, unsere Mentalität zu verändern“, sagte sie.