
Auf ihrer Jungfernfahrt über den Atlantik erreichte das Segelboot „Astral“ der NGO Open Arms am Sonntag Kuba mit einer Ladung humanitärer Hilfe. Diese umfasste unter anderem eine Photovoltaikanlage, die dem Kinderkrankenhaus Juan Manuel Márquez in Havanna zu mehr Energieunabhängigkeit verhelfen soll.
Das Schiff ist Teil des Solidaritätsprojekts „Rumbo a Cuba“ (Auf nach Kuba), einer Initiative von Aktivisten und Politikern in Spanien, die humanitäre Hilfe auf die Insel bringen will. Dies berichtete das Kubanische Institut für Völkerfreundschaft (ICAP) über seine Social-Media-Kanäle.
„Mit zehn Jahren Erfahrung in der humanitären Hilfe zu Wasser und zur Luft erreicht die Hilfsorganisation Kuba und bekundet ihre Solidarität angesichts der immer schärferen US-Sanktionen“, so die ICAP-Website.
Um die Idee einer Gruppe von Freunden, die den Kindern in Kuba, die im Juan Manuel Márquez betreut werden, helfen wollten, Wirklichkeit werden zu lassen, haben mehr als 4.000 Menschen über 170.000 Euro gespendet.
Die Initiatoren dieses Solidaritätsprojekts sind Miguel Urbans, ein spanischer Politiker und Aktivist, Mitbegründer von Podemos und Leiter von Anticapitalistas, der von 2015 bis 2024 auch Mitglied des Europäischen Parlaments war, sowie Óscar Camps, Gründer und Initiator des humanitären Projekts „Open Arms“, das seit vielen Jahren im Mittelmeer Leben rettet und die globale Sumud-Flottille in Solidarität mit den Menschen in Gaza und Palästina unterstützt hat.
An der Begrüßungszeremonie für das Segelboot „Astral“ waren Fernando González Llort, Held der Republik Kuba und Präsident von ICAP, sowie Reinol García Moreiro, Vizegouverneur von Havanna, anwesend.
Die in Kuba eingetroffenen Aktivisten werden von einer Gruppe von Mitgliedern des Europäischen Parlaments, weiteren Parlamentsmitgliedern und Vertretern der Zivilgesellschaft begleitet, die bereits ihre Arbeit auf der Insel aufgenommen haben. Zu ihnen gehören Ana Miranda, Mitglied des Europäischen Parlaments und Politikerin des galicischen nationalistischen Blocks, Aïda Llauradó Álvarez, katalanische Politikerin mit Verbindungen zu Catalunya en Comú, Provinzabgeordnete in Barcelona; Susana Moreno, katalanische Politikerin und Mitglied der Candidatura d’Unitat Popular und Ana Gabriel I Sabaté, katalanische Politikerin und Aktivistin.
Im Rahmen dieser Aktivitäten wurde die Delegation am Vorabend der Ankunft des Segelboots im Hafen von Havanna in der Casa de las Américas vom kubanischen Intellektuellen und Präsidenten der Institution, Abel Prieto Jiménez, empfangen. Die Veranstaltung, an der auch Persönlichkeiten aus der kubanischen Kultur und Zivilgesellschaft sowie Diplomaten verschiedener Nationen teilnahmen, bekräftigte die freundschaftlichen Bande zwischen den beiden Völkern und diente, wie Abel Prieto betonte, dem Beweis, dass Kuba inmitten der Aggressionen der US-Regierung nicht allein steht.
Eines der Ziele dieser Solidaritätsgeste ist die Verurteilung der vom Weißen Haus gegen den Karibikstaat verhängten Wirtschafts- und Energieblockade.
In einem Interview an einem Dock in Isla Blanca, Mexiko, wo das Segelboot einen Zwischenstopp einlegte, erklärte Óscar Camps, dass die Menge an Material, die sie gerne auf die Insel transportieren würden, zwar nicht so groß sei, wie sie es sich gewünscht hätten, aber „sie ist da, und wurde uns von Bürgern gegeben, die diese Kampagne unterstützen konnten“, sagte er.
Bezüglich der feindseligen Politik der US-Regierung erklärte Camps: „Was in Kuba geschieht, ist eine mittelalterliche Belagerung. Die Zivilbevölkerung wird ihrer Krankenhäuser beraubt, (...) ihre Stromversorgung wird gekappt und Krankenhäuser ohne Strom zurückgelassen, sodass Inkubatoren, Dialysegeräte und Kühlschränke nicht funktionieren – nichts geht. Das kostet Menschenleben.“
In diesem Zusammenhang beklagte er, dass die Säuglingssterblichkeit auf der Insel aufgrund dieses Energiemangels gestiegen sei, und genau das wolle man nun angehen: „Wir tun unseren Teil und hoffen, dass dies ein Bewusstsein für das Problem schafft (...)“, so Camps gegenüber der mexikanischen Zeitung La Jornada.




