OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS

Wir leben im Zeitalter der Informationsflut, doch paradoxerweise waren wir noch nie so stark der Manipulation ausgesetzt, die unserer Realitätswahrnehmung formt, einschränkt oder gar vereinnahmt. 
Täglich konsumieren wir Nachrichten, interagieren in sozialen Medien und führen Gespräche, ohne uns der psychologischen und kommunikativen Kräfte bewusst zu sein, die wie eine verzerrte Linse wirken.
 Unser Leben spielt sich im digitalen Universum ab; in seinen Räumen „unterhalten“ wir uns, kaufen ein, lernen, gehen spazieren und reisen wir. In seinen „Clouds“ speichern wir all unsere persönlichen Daten, sogar unsere Krankengeschichte; wir vertrauen ihm unsere wertvollsten, aber auch unsere düstersten Wünsche an. 
Wir widmen ihm den Großteil unseres Tages, und es begleitet uns ständig: in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Büro, in der Werkstatt, im Klassenzimmer, auf dem Sofa, im Bett, im Badezimmer. In dieser künstlichen Welt können wir sein, wer wir wollen, wie wir wollen: mutig, schön, intelligent, wagemutig. Der schüchterne Studienfreund verwandelt sich in einen Gigolo, einen Superhelden, einen Kosmonauten – in alles Mögliche. 
Es bedarf keiner Anstrengung oder Hingabe, um voranzukommen; wir überlassen Arbeit und Willenskraft den Manipulatoren, denen, die die betäubende Realität erschaffen, in der wir eintauchen und in der wir uns verlieren.
Um zu verstehen, wie Realität konstruiert (und zerstört) wird, müssen wir drei grundlegende Konzepte begreifen, die sowohl unser Privatleben als auch unser öffentliches Leben beeinflussen: Gaslighting, Framing und Agenda-Setting. 
Dies sind keine isolierten akademischen Begriffe; sie sind die Werkzeuge, mit denen wir – oft unbewusst – mit der Welt interagieren. Instrumente, die darauf abzielen, Vertrauen zu untergraben und ein Gefühl des drohenden Zusammenbruchs und des Chaos zu erzeugen.
 Die Kombination dieser drei ist verheerend. Wenn Agenda-Setting die Existenz bestimmter Probleme leugnet, stellt Framing sie in einem Licht dar, das einigen wenigen Vorteile verschafft, und Gaslighting lässt uns an der Gültigkeit unserer eigenen Wahrnehmungen zweifeln. So ist der Bürger in einer digitalen Höhle gefangen, aus der es nur schwer ein Entrinnen gibt.
Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Techniken nicht isoliert betrachtet werden; sie sind Teil eines vielschichtigen, nichtkonventionellen Krieges, der darauf abzielt, jeglichen erfolgreichen Widerstand und jede Form von Souveränität zu unterdrücken.
 Das Erkennen dieser Mechanismen ist der erste Schritt zur Wiedererlangung der Autonomie. Unterschiedliche Perspektiven zu prüfen, absolute Wahrheiten (das, was jeder denkt) zu hinterfragen und vor allem dem eigenen Urteilsvermögen zu vertrauen, wenn wir spüren, dass etwas nicht stimmen kann, sind heute unerlässliche Werkzeuge des zivilen Widerstands. 
Wie Platon uns lehrte, beginnt der Weg zur Erleuchtung, wenn wir aufhören zu glauben, dass die Schatten an der Wand die einzig mögliche Realität sind.