OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Alexander Schetinin, Direktor der Abteilung Lateinamerika im russischen Außenministerium Photo: Russia Today

MOSKAU – Die Aussagen des Weißen Hauses zu den Plänen, den Druck auf Kuba wegen dessen Unterstützung Venezuelas zu erhöhen, zeigten die Absicht Washingtons, Lateinamerika und die Karibik nach eigenem Vorbild umzugestalten, so Alexander Schetinin, Direktor der Abteilung Lateinamerika im russischen Außenministerium, zu Sputnik.

Am 4. März erklärte Bolton, dass die Vereinigten Staaten weiterhin die finanziellen Beschränkungen auf der Insel verschärfen werden, um in der bolivarischen Nation „den Druck aufzubauen“. Laut Schetinin ist dies "eine neue verrückte Aussage des Vertreters der US-Regierung unter Trump, die die Region nach ihrem Modell neu konfigurieren will“, sagte er.

Der russische Diplomat meinte, Boltons Aussage zeige, dass alle Gespräche über die „Wiederherstellung der Demokratie in Venezuela“ nichts anderes als eine Fassade seien, um die Länder Lateinamerikas nach amerikanischen Vorgaben zu modellieren.

Darüber hinaus sagte Schetinin, dass Moskau keine Kontakte zum venezolanischen Oppositionellen Juan Guaidó unterhalte, dem selbsternannten Interimspräsidenten des südamerikanischen Landes, der auf die USA angewiesen sei. Er fügte hinzu, dass Russland bereit sei, zum Dialog zwischen allen "vernünftigen und patriotischen" Kräften Venezuelas beizutragen.

Der Diplomat sagte überdies, Russland sei auch bereit, mit der US-Regierung die Situation in Venezuela zu diskutieren, aber nur auf der Grundlage der UN-Charta.

Schetinin sagte, der venezolanische Präsident Nicolás Maduro habe seine friedliche Haltung gezeigt, indem er nicht die Verhaftung Juan Guaidós angeordnet habe. "Maduro wurde mit Nachdruck provoziert und die venezolanischen Behörden haben sich richtigerweise nicht provozieren lassen. Ich denke, das zeigt, dass seine Regierung durchaus bereit ist, eine friedliche Lösung unter Vermeidung innerer Katastrophen zu suchen", äußerte er.

„Wir legen nur unsere Einschätzung der Situation dar“, fügte er hinzu.