OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Brasil de Fato

Sowohl in politischen und intellektuellen Foren als auch in alternativen Kommunikationsmedien in Brasilien drehen sich die Reaktionen zum beklagenswerten Ende der Teilnahme kubanischer Spezialisten am Programm Más Médicos um das Auftreten des gewählten Präsidenten dieses Landes, der unter Verletzung eines vorteilhaften internationalen Kooperationsabkommens eine Tragödie für das dortige Gesundheitssystem in Gang setzt.

Das „Capitulo Brasileño“ des Künstlernetzes, Intellektuelle und soziale Bewegungen „In Verteidigung der Menschheit“, koordiniert von der unermüdlichen Aktivistin Marilia Carvalho Guimares forderte von den Machthabern „Ethik, Kohärenz und Respekt vor den Bürgern“ ein und bemerkte, dass die Tatsache, gewählt zu sein, dem Herrscher nicht „das Recht gebe, zu demütigen oder die Bedingungen des Programms Más Médicos zu ändern und damit eine von der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation und Kuba unterzeichnete Übereinkunft zu brechen und – vor allem – Millionen Brasilianer dem Fehlen medizinischer Hilfe, der Vernachlässigung und dem Tod preiszugeben“.

„Regieren“, präzisiert die Erklärung, „muss ein Akt der Weisheit und des Respekts vor dem Volk sein.“

Im Parlament wurden Stimmen gegen die Ursachen laut, die zum kubanischen Rückzug aus dem Gesundheitsprogramm führten. Eine von ihnen war die der Abgeordneten für Rio de Janeiro, der Ärztin Dr. Jandira Feghali der Kommunistischen Partei Brasiliens (PCdoB), die die Schutzlosigkeit beklagte, die sich für weite Bereiche der Bevölkerung abzeichne. Bei derselben Gelegenheit hielt sie eine Lobrede auf die Arbeit der kubanischen Mediziner in abgelegenen, schwer zugänglichen Gebieten und indigenen Distrikten.

Vom Bezirk Riberao Preto im Bundesstaat Sao Paulo aus, in dem eine halbe Million Menschen leben, widmete der Journalist Julio Chiavenato vom Portal „Acidadeon“ dem Widerhall, den der Schlag der aufstrebenden präsidialen Autorität dem Programm Más Médicos versetzt hat, eine Kolumne.

„Wenn die Ideologie sich mit der Dummheit und dem Vorurteil vereint, geraten die Dinge in eine Rückwärtsbewegung“, schreibt er. „Wir werden praktisch 51 % der Gesundheitskräfte verlieren, die hauptsächlich im Norden und Nordosten tätig waren.“ An anderer Stelle lenkt er die Aufmerksamkeit darauf, dass „die Kubaner effizient sind, was der Gesundheitsminister selbst bestätigt hat“. Und er führt weiter aus: „Man kann nicht schwatzhaft sein und gleich das Erste sagen, das einem durch den Kopf geht, ohne auf Reaktionen gefasst zu sein. In diesem Fall werden die Konsequenzen von der Bevölkerung getragen werden müssen, um die sich keiner kümmern wird.“