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Félix Rodríguez links neben Che Guevara vor dessen Ermordung in Bolivien, Photo: AP

Die Anwesenheit einer großen Gruppe von CIA-Agenten kubanischer Abstammung, die im Innenministerium Boliviens infiltriert waren, um der Guerilla Che Guevaras den Krieg zu erklären und kriminelle Aktionen gegen die Linke durchzuführen, wurde kürzlich von einem engen Mitarbeiter der USA enthüllt, der zwischen 1964 und 1968 Chef der Geheimdienste Boliviens und der Technischen Abteilung der CIA in La Paz war.

In dem Dokumentarfilm Operación Gaveta 1964-1968, La CIA en Bolivia, testimonio del agente CIA Ricardo Aneyba Torrico, sagt Ricardo Aneyba Torrico: „Es waren die Gringos die in Bolivien das Sagen hatten; der ganze dritte Stock des Regierungsministeriums wurde von Miami Kubanern befehligt, die CIA- Offiziere oder Agenten waren“.

Die historischen Untersuchen der kubanischen Forscher Adys Cupull und Froilán González tragen dazu Elemente bei, die in den Büchern La CIA contra el Che und Sin olvido crímenes en La Higuera zu finden sind, in denen bestätigt wird, dass nicht weniger als 12 CIA-Agenten kubanischer Herkunft mit falschen Namen registriert waren, von denen einige eine terroristische Vorgeschichte aufwiesen.

Es wird genau ausgeführt, dass an der Ermordung Ches und seiner Kampfgefährten drei von ihnen aktiv beteiligt waren: Gustavo Villoldo Sampera, Félix Ismael Rodríguez Mendigutía und Julio Gabriel García García, die alle die Gemeinsamkeit hatten, der antikubanischen terroristischen Mafia zu entstammen, auf der Gehaltsliste der CIA zu stehen, die sie in Infiltrationstechniken, Befragungen, Folter, Umgang mit Sprengstoffen, Abfangen von Korrespondenz, Telefonkommunikation und Verfolgung von Personen ausbildete.

Außerdem hatten alle gemein, dass sie in einer oder anderer Form in Polizeiregistern auftauchten, weil sie in verschiedenen Teilen der Welt mit illegalem Drogenhandel zu tun hatten, auch in den Ländern und Regionen, wo sie im Namen der CIA und der USA kriminelle Aktionen durchführten. Aber die Beweise „reichten nie aus“ und sie entkamen der US-Justiz immer ohne Schaden zu nehmen.

Ein schneller Gang durch das Leben des Agenten Gustavo Villoldo zeigt, dass er 1959 ein Mitarbeiter der Polizei Fulgencio Batistas war. Ein Jahr später rekrutierte ihn die CIA, um gegen Kuba zu agieren und zwei Jahre darauf war er bereits der leitende Agent der Infiltrations- und Sabotagegruppen. In Bolivien nahm er an den Befragungen und Folterungen der Festgenommenen teil und er rühmte sich öffentlich, den Leichnam Ches getreten und georfeigt zu haben und dass die Entscheidung, ihm die Hände abzuschneiden von ihm stammte.

Von Brasilien und Mexiko aus koordinierte er Attentatspläne gegen kubanische Diplomaten, wurde von der CIA als Folteragent nach Vietnam geschickt und dann nach Honduras zum schmutzigen Krieg gegen Nicaragua.

Bereits 1978 hatte das FBI der CIA Beweise für seine Verstrickung in den Drogenhandel vorgelegt und dass ein ihm gehördendes Flugzeug mit zwei Besatzungsmitgliedern kubanischer Herkunft , die in den Drogenhandel involviert waren, verschwunden sei. Sie schützten ihn und wiesen die Beweise zurück. Fünf Jahre später machte er ein Geschäft für den Verkauf von Meeresfrüchten auf, das aber nichts weiter als eine Fassade war, um weiter seinen mit der Mafia verbundenen Drogengeschäften nachgehen zu können.

In Fort Benning, Georgia, nahm er zusammen mit den Terroristen Luis Posada Carriles, Jorge Mas Canosa und Félix Rodríguez an einem Kursus zur militärischen Ausbildung teil.

Was letzteren Terroristen angeht, der sich Félix Ramos nennen ließ, so wurde er 1941 in Kuba geboren und von seinem Onkel José Antonio Mendigutía Silvera erzogen, der Minister unter Fulgencio Batista und einer seiner engsten Mitarbeiter war.

Die „Katze“ Félix, wie er auch unter den Mafia Baronen und CIA-Agenten bekannt war, hatte bevor er 1960 Kuba verließ, an der Militärakademie in Havanna studiert. Er kam nach Florida, wurde von der CIA rekrutiert und an den Panama Kanal geschickt, um dort als Terrorist ausgebildet zu werden. Sein erster Vorschlag war ein Plan zur Ermordung des Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz und er machte sich sofort daran Geräte und Sprengstoffe für Sabotagen einzuschleusen, sowie die interne Konterrevolution zu versorgen, damit sie die Invasion in Playa Girón unterstütze. Einen Monat nach der vernichtenden Niederlage suchte er Asyl in einer Botschaft, von wo aus er nach Caracas in Venezuela flog und von da später in die USA.

Es war auch dieser CIA-Agent Félix Rodríguez, der um 10 Uhr am 9. Oktober 1967 die verschlüsselte Botschaft seiner Chefs mit dem Befehl erhielt, Che zu ermorden und er machte sich daran, diesen Befehl um 13 Uhr desselben Tages auszuführen, nachdem er versucht hatte, ihn zu befragen, ihn misshandelt und ihm gesagt hatte, dass er ihn töten werde – eine Akt der Feigheit, den selbst die bolivianischen Soldaten ablehnten. Die mit diesem Fall befasstenForscher erzählen, dass „der CIA Agent auch auf den Körper des Che abfeuerte“.

Mit dieser Bürgschaft als Mörder wurde er mit der US-Staatsbürgerschaft belohnt. Die CIA sandte ihn 1968 nach Peru, damit er dort einer Fallschirmspringereinheit Unterricht für geheimdienstliche Aktionen und Patrouille erteile. Sie schicken ihn nach Südvietnam, um Gefangene zu befragen und zu foltern und daraufhin wird er mit einem Orden ausgezeichnet.

In den 80er Jahren wurde er in Operationen und im schmutzigen Kriegen der USA in Uruguay, Argentinien, Brasilien, Costa Rica, Honduras, Guatemala, El Salvador, Chile und Nicaragua eingesetzt und war in das verwickelt, was als Iran-Contra Skandal bekannt wurde.

Die letzten Bilder von ihm, die öffentlich wurden, zeigen ihn in Panama Stadt beim Amerikagipfel, als er zusammen mit ander Mafiosi und Terroristen in einem Kleinbus vor der Reaktion des Volkes auf seine Provokationen flüchtete.

Die Forschungen von Froilán González und Adys Cupull ergaben, dass der CIA-Agengt, der den Entschluss fasste, die Hände Ches abzuschneiden, Julio Gabriel García García hieß und 1928 in Havanna geboren wurde. Er war ein Mann, der unter Größenwahn litt und bei der faschistischen Polizei Francos in Spanien arbeitete und danach bei der Geheimpolizei Batistas. Er war es, der nach dem Sieg der Revolution einen Teil der Archive des Büros zur Unterdrückung Kommunistischer Aktivitäten (BRAC), wo er als Ausbilder fungierte, in die Botschaft der USA brachte, um sie später außer Landes zu bringen.

In Bolivien richtete er sich im Gebäude des Innenministeriums ein, besetzte dort fast den gesamten dritten Stock und nutzte die Dienste des Geheimdienstes für seine Zwecke. Er nahm an Befragungen und der Folterung von Bauern, sozialen Führern und Guerilleros teil und wendete dabei extreme Formen von Gewalt an; unter anderem warf er Guerillakämpfer aus Hubschraubern.

Auch er erhielt dank seiner blutbefleckten Dienste die US-Staatsbürgerschaft, die er als die „größte Ehre seines Lebens“ betrachtete. Danach beriet er Militärdiktaturen in Lateinamerika und endete schließlich in einen Drogenskandal im Dienste der Miami involviert, mit einem Eintrag des FBI und einer Pistole im Mund. Der damit verbundene Schrecken führte zu einem Infarkt, er wurde krank und man musste ihm beide Beine amputieren.

Villoldo und Rodríguez waren einige der wenigen, die zur Beerdigung kamen und der Witwe halfen die Kosten zu tragen. Sie hatte sich nämlich beklagt, dass die CIA sie im Stich gelassen habe und die 22 Jahre Dienste nicht zählen würden.

51 Jahre danach leuchtet der unsterbliche, lateinamerikanische und universale Che inmitten der Ungerechtigkeiten und Verbrechen der Mafiosi und Agenten von heute , die wie die von gestern, keine andere Zukunft als die der Verachtung, der Verurteilung und des Vergessens haben, für eine optimische und rebellische Zukunft.