OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS

Peru ist jetzt im Augenblick ein Land voller Turbulenzen.

Inmitten der Vorbereitungen zum VIII. Amerikagipfel, über den die nationalen Medien kaum berichten, gibt es Aufrufe zu Demonstrationen aller Art, die von den sozialen Bewegungen und Organisationen ausgehen und in der Ungewissheit eines Volkes, das nicht weiß, was von dem neuen Präsidenten zu erwarten ist, könnte es nicht schaden, sich des Denkens eines der illustresten Peruaner zu erinnern: José Carlos Mariátegui.

Mariátegui war einer der bedeutendsten Gelehrten und Förderer des Marxismus in Lateinamerika. Er gründete im Jahr 1928 die Sozialistische Peruanische Partei (später Kommunistische Partei) und wurde von dem Soziologen und Philosophen Michael Löwy als „der kraftvollste und originellste marxistische Denker“ bezeichnet, „den Lateinamerika gekannt hat“.

ZITATE VON IHM DIE UM DIE WELT GINGEN

„Wir haben die Pflicht, die nationale Realität nicht zu ignorieren, aber wir haben auch die Pflicht, die Realität der Welt nicht zu ignorieren. Peru ist das Fragment einer Welt, die einen solidarischen Weg verfolgt“. (Quellle: Jose Carlos Mariátegui. Etapas de su Vida von Maria Wiesse)

„ Lasst uns Peru peruanisieren“.(Quelle: Jose Carlos Mariátegui. Títel der Rubrik, die die Wochenzeitschrift Mundial veröffentlichte, die in derzweiten Hälfte der 1920er Jahre zirkulierte)

„Als Schlussfolgerung also sind wir Antiimperialisten, weil wir Marxisten sind, weil wir Revolutionäre sind, weil wir gegen den Kapitalismus den Sozialismus als antagonistisches System stellen, das dazu aufgerufen ist, diesem zu folgen, weil im Kampf gegen die ausländischen Imperialismen wir unsere solidarische Pflicht gegenüber den revolutionären Massen Europas erfüllen.“ (Quelle: Jose Carlos Mariátegui)

„ Die Revolution ist ein politisches Werk. Sie ist eine konkrete Umsetzung. Weit von den Massen entfernt, die sie durchführen, gibt es nichts, was ihr wirksam und gültig dienen kann. Die revolutionäre Arbeit darf nicht isoliert sein, individuell, verstreut. Den Intellektuellen mit wahrhaftiger revolutionärer Ausrichtung bleibt nichts anderes übrig, als einen Platz in der kollektiven Aktion anzunehmen.“ (Quelle: Jose Carlos Mariátegui.

„ Es ist nicht möglich, das Bildungeswesen eines Landes zu demokratisieren, wenn man seine Wirtschaft , und also seinen politischen Überbau nicht demokratisiert. (Quelle: Jose Carlos Mariátegui. Essay: Der Prozess der öffentlichen Ausbildun)

„Der Sozialismus setzt die Technik, die Wissenschaft, die kapitalistische Etappe voraus und er darf nicht den geringsten Rückgang beim Erwerb der Errungenschaften der modernen Zivilisation akzeptieren, sondern muss im Gegenteil mit höchster und methodischster Beschleunigung diese Errungenschagten ins nationale Leben eingliedern.“ ((Quelle: Jose Carlos Mariátegui. Programm der Sozialistischen Partei Perus)

„Eine Revolution stellt ein großes und weitläufiges menschliches Interesse dar. Einem Sieg dieses höheren Interesses stellt sich niemand entgegen außer die Vorurteile und die bedrohten Priviliegien einer egoistischen Minderheit, kein freier Geist, kein Mensch der fühlt, kann in einem solchen Konflikt gleichgültig bleiben.“ (Quelle: Jose Carlos Mariátegui. La escena contemporánea)

„Die Revolution ist, mehr als sie eine Idee ist, ein Gefühl. Sie ist mehr als ein Konzept, sie ist eine Passion. Um sie zu verstehen, braucht man eine spontane Geisteshaltung, eine besondere psychologische Fähigkeit.“ (Quelle: Jose Carlos Mariátegui. La escena contemporánea)

„Die sozialistische Revolution findet ihren ärgsten und gefährlichsten Feind, der gefährlich ist, wegen seiner absichtlichen Verwirrung, wegen seiner Demagogie, im Kleinbürgertum, das sich in der Macht bestätigt, die es durch seine Stimmen zur Ordnung gewonnen hat.“ (Quelle: Jose Carlos Mariátegui. Punto de vista antiimperialista)

„Die Rolle der Intelligenz ist es, etwas zu schaffen. Sie soll sich nicht mit der Lebensgrundlage einer sozialen Form begnügen, die sie mit ihrer Kritik so energisch angegriffen und zerfressen hat.“ (Quelle: Jose Carlos Mariátegui. La escena contemporánea)