OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS

BOGOTA – Der Präsident Kolumbiens, Juan Manuel Santos, ordnete die sofortige Rückkehr des Teams der Regierung zu den Verhandlungen mit der ELN (Armee der Nationalen Befreiung) an, nachdem auf eine Erdölleitung ein Attentat verübt worden war, das dieser Guerrilla zugeschrieben wird.

In einer an das ganze Land gerichteten Ansprache bedauerte Santos die Entscheidung der ELN, wieder damit fortzufahren, was er als «Terroranschläge gegen die Zivilbevölkerung, die bewaffneten Streitkräfte und die Infrastruktur» bezeichnete.

Er fügte hinzu, dass seine Regierung immer bereit gewesen sei, den bilateralen Waffenstillstand fortzusetzen und einen neuen auszuhandeln.

Der Präsident wies darauf hin, dass die ELN die Waffenhandlungen an dem Tag wieder aufgenommen hatte, an dem in Quito eine neue Gesprächsrunde hätte aufgenommen werden sollen.

Wie PL berichtet, sagte Santos, dass angesichts des Attentats (auf die Erdölleitung Caño Limón Coveñas im Departamento Arauca), er mit Gustavo Bell, dem Leiter des Verhandlungsteams der Regierung, gesprochen hatte, damit dieser ins Land zurückkehrte und die Zukunft des Prozesses eingeschätzt werden könne.

Der Regierungschef manifestierte, dass seine Verpflichtung gegenüber dem Frieden «unverrückbar gewesen ist und sein wird. Aber zum Frieden gelangt man mit Willen und konkreten Taten. Nicht nur mit Worten.»

Ihrerseits sagte die Delegation der ELN zu den Verhandlungsgesprächen in einer Mitteilung, dass «die im kolumbianischen Osten geschehenen Vorfälle sich inmitten einer Konfliktsituation im Land ereignen. Trotz dieser sollte der Verlauf der Gespräche nicht verändert werden, damit eine politische Lösung des Konflikts erreicht werden kann.»

Die ELN erinnerte daran, dass in der fünften Gesprächsrunde, die gestern in Quito beginnen sollte, die Einschätzung des gerade beendeten Waffenstillstands vorgesehen war, um dessen Errungenschaften beizubehalten und die konfrontierten Probleme zu lösen.

In diesem Zusammenhang bekräftigte die Guerrilla ihre Bereitschaft, die Gespräche als grundlegendes Werkzeug für die abschließenden Erzielung eines Friedensabkommens weiterzuführen.

Sowohl die Regierung als auch die Guerrilla waren bereit gewesen, die Gespräche weiterzuführen, bei wiederholter Bereitschaft, den Frieden zu erzielen und unter Anerkennung dessen, dass erstmals in mehr als einem halben Jahrhundert es in den vergangenen drei Monaten zu keinen militärischen Konfrontationen zwischen ihnen gekommen war.