OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Der Umzug im Gedenken der Hundertjahrfeier der Sozialistischen Oktoberrevolution war eines der Szenarien, bei denen Kuba seine Spur hinterließ Photo: Rodríguez Guerrero, Lissy

SOTSCHI, Russland - Wie ein Wirbelwind, der eine Woche lang die südrussische Stadt Sotschi durchwehte, kam Kuba, um den Kurs eines neuen progressiven Treffens zu bestimmen. 70 Jahre nach jenem ersten Weltfestival der Jugend und Studenten in Prag fingen die Thermometer an, für dieses Stück russischer Erde fühlbar erhöhte Temperatur anzuzeigen, ausgelöst von einer Delegation, die – alles in einem – Leidenschaft, Begeisterung, Ideen, Trubel und Zukunftsversprechen mitbrachte.

Vom ersten Augenblick an hatte dieser Event versprochen, historisch zu werden. Und er hielt Wort. Mit jedem Herzschlag der Jugend, die für eine gute Sache kämpft, kam das Herz der Kubaner zum Vorschein – auf einem Festival, das vom ersten Tag, von der Eröffnung an durchdrungen war von Allegorien des Friedens, der Freundschaft und der Inklusion, auf dem über Fidel geredet wurde und über die unvergängliche Spur, die er in der Welt, in Ereignissen wie diesen, in der Jugend hinterlassen hat.

Das sagte Suselys Morfa González, Erste Sekretärin der Union Junger Kommunisten (UJC), als sie vor der Presse die Teilnahme der Größten der Antillen auf Foren, bei Runden Tischen, in Workshops, Konferenzen und Seminaren resümierte, der sprudelnden Veranstaltung der Solidarität mit Kuba, bei der sich der Saal mit über 300 Menschen füllte, dem Freundschaftstreffen mit den Vertretungen Puerto Ricos, Venezuelas und des Volkes der Saharaui, den Ausstellungen über Fidel und Ernesto Che Guevara, dem Antiimperialistischen Tribunal, das die kriminelle Blockade anklagte und bei dem besonderen Redebeitrag Aleida Guevaras, Tochter des Heldenhaften Guerilleros, die an dieser Stelle mit der Medaille zur Hundertjahrfeier der Sozialistischen Oktoberrevolution ausgezeichnet wurde.

Aber über eine Agenda hinaus, bei der das Hauptgericht an politischen Inhalten der Antiimperialismus war, fanden die kubanischen Delegierten Zeit und Gelegenheit, Spaß zu haben, ikonische Schnappschüsse von diesem Festival zu machen, etwa vom Hochheben der Nationalflagge am Strand des Schwarzen Meeres, zu tanzen nach den Rhythmen, die die künstlerische Abteilung Kubas beisteuerte oder zu interagieren über die technologischen Gerätschaften, die das Hauptmedienzentrum bereitstellte. Die Leiterin der UJC berichtete auch, dass Kuba einen Wettbewerb gewonnen habe, den das Festivaldorf, wo unsere Delegierten mit denen anderer Länder zusammenwohnten, ausgerichtet hatte und bei dem u. a. Disziplin, Organisation, Enthusiasmus und Kreativität entscheidende Kriterien waren. Seit dieser Woche ist das Gebäude, in dem die kubanische Delegation logierte, auf den Namen „Kuba“ getauft worden und es ist auch eine Bandera als Geschenk dort verblieben.  

DIE REFERENZ WELTWEIT

Wenn es darum geht, Hoffnungen zu verdichten, so gelang dies der Delegierten Liliam Mendoza im Vergleich mit anderen Kulturen und Wirklichkeiten, „die in nichts der unsrigen ähneln. (…) Es gibt Errungenschaften, die wir schon seit langer Zeit unser Eigen nennen und die in anderen Ländern Utopien sind. Eines der Dinge, die am meisten meine Aufmerksamkeit weckten, war die Veranstaltung zum Kampf gegen den Analphabetismus, auf der Länder etwas einforderten, das wir bereits seit 1961 besitzen. Ich nehme als Erfahrung die Konstanz des Beispiels mit, das wir Kubaner, soweit es diesen Dialog betrifft, darstellen“, sagte Mendoza, die auch Präsidentin der Kunstausbilderbrigade José Martí ist, einer Organisation, die in den Tagen des Festivals sein 13. Jubiläum feierte.

Raul Palmero kam mit der Absicht, andere Referenzpunkte zu suchen, und fand dabei heraus, „dass wir selbst die Referenzpunkte sind“.

Der Präsident der Studentischen Föderation der Universitäten ist sich sicher, dass uns dies eine große Verpflichtung überträgt, eine historische Verantwortung. „Kuba ist das Rückgrat dieser Festivals“, sagt er über einen Event, der auch durch die Demonstration der am höchsten entwickelten Wissenschaft, Technologie und Industrie des Gastgeberlandes gekennzeichnet war.

Für Niuvis García, Vertreterin des Studentenbundes der schulischen Mittelstufenausbildung, ist deutlich geworden, dass die regionale und internationale Einheit der Schlüssel dazu ist, über eine Agenda nachzudenken, wie die Anforderungen der Jugend zu erfüllen sind.

Eingeladen zum Weltjugendfestival war auch Dr. Jorge González, der in Bolivien das Team anführte, das die sterblichen Überreste des Che und seiner Gefährten in der Guerilla gefunden hatte. Er hatte in Sotschi seine erste Erfahrung mit Treffen dieser Art. Die Teilnahme gab ihm Gelegenheit, sich auszutauschen, andere kennenzulernen und die Beziehungen zwischen den Ländern zu vertiefen. Vor allem zeigte er sich beeindruckt von den spontanen, tiefgründigen, analytischen Wortmeldungen, vom Management der sozialen Netzwerke und alternativer Medien durch Delegierte, was eine Unmittelbarkeit von allem, was in diesem Teil der Welt passierte, möglich machte.

WOHIN GEHEN WIR?

Das XIX. Weltfestival der Jugend und Studenten war der Katalysator der Träume einer Jugend, die unangepasst ist und nicht ermüdet und die immer starker wird.

Nach Kuba zurückzukehren, bedeutet für Niuvis García, die gemachten Erfahrungen mit allen Jugendlichen zu teilen, „die Forderungen der Studentenschaft aus Argentinien, Paraguay, Brasilien und aller Länder der Region und der Welt vorzustellen“.

Suselys Morfa ihrerseits ist der Meinung, dass “keine der Ideen, die vorgebracht wurden, auch nicht die Schlusserklärung, die eine umfassende Zusammenfassung der Hauptkämpfe der unterdrückten Völker ist“, von Kuba ungeteilt bleiben kann.

Vor uns liegen die Herausforderungen, die die Jugend in Sotschi als Ziele verabschiedet hat. Es bleibt nur noch, für sie zu kämpfen bis sich auf einem anderen Breitengrad erneut eine Weltstadt bereiterklärt, diejenigen zu vereinen, die ihre Kräfte bündeln, die Strategien und einen Konsens entwickeln, um für eine friedliche, antiimperialistische und solidarische Welt zu kämpfen.