OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Die materiellen Schäden, die durch Hurrikan Irma verursacht wurden, der am Mittwoch die Inseln San Bartolomé und San Martín (französische Antillen) überquerte, sind beträchtlich, erklärte die für die Überseegebiete zuständige Ministerin Annick Girardin Photo: AFP

Hurrikan Irma, der als stärkster Hurrikan des Atlantik bewertet wird, ähnelt mehr einem der Supertaifune, die in dieser Stärke nur im Pazifik entstehen, wie der US-Experte Eric Balke erklärte. Der so bewertete starke Hurrikan der Kategorie fünf auf der Saffir-Simpson Skala, die nur bis fünf reicht, bewegte sich bei Redaktionsschluss mit 26 Stundenkilometern in west-nordwestlicher Richtung.

Aus diesem Grund musste der Flugverkehr zu einigen der kleinen Inselstaaten, auch zu denen, die sich im Kegel Irmas befinden eingestellt werden. Der Hurrikan weist Höchstwinde von 295 Stundenkilometern auf, mit noch stärkeren Böen. Sein mittlerer Druck liegt bei 918 Hektopascal und der Hurrikan hat eines solche Stärke erreicht, dass er von Seismographen registriert wird, mit Geräten, die zur Messung von Erdbeben dienen. Das gab gestern der Experte des Französischen Seismischen Netzes der Westindischen Inseln Stephen Hicks bekannt.

Auch wenn die lokalen Behörden aller unter französischer Verwaltung stehender Gebiete die Evakuierung der Bewohner aus gefährlichen Zonen und die Versorgung mit Wasser und Lebensmittel für die Bevölkerung geregelt haben, so kamen doch wenigstens zwei Personen ums Leben und zwei weitere wurden verletzt, als der Hurrikan die französischen KaribikinselnSan Bartolomé und San Martín passierte.

Im Falle San Martíns wurde bekannt, dass der Fughafen praktisch völlig zerstört ist und auch einige Gebäude, die man als besonders widerstandsfähig betrachtete. Die Bilder, die in regionalen Medien vebreitet wurden, zeigen die kleine Insel mit etwas über 70.000 Einwohner mit völlig überfluteten Straßen und mitgerissenen Autos.

Die lokalen Medien von San Bartolomé sprechen von einer apokalyptischen Situation Photo: Tomada de Facebook

Die für Überseegebiete zuständige französische MinisterinAnnick Girardin wies darauf hin, dass die Anzahl der Toten und Verletzten in den nächsten Stunden ansteigen könne. Kurz zuvor hatte der französische Präsident Emmanuel Macron bestätigt, dass es eine harte und grausame Bilanz zu vermelden gebe, zu der der Verlust von Menschenleben gehöre.

Von der Nachbarinsel San Bartolomé wurde bekannt, dass sich die Feuerwehrleute auf Grund von 1 Meter hohen Überschwemmungen der Straße in den zweiten Stock zurückziehen mussten. Viele Wohnungen wurden beschädigt, Dächer abgedeckt und die Stromversorgung ist völlig zusammengebrochen.

Barbuda war eine der Inseln, die als erste die Gewalt von Hurrikan Irma zu spüren bekam, aber dort waren, wie berichtet wurde, die Schäden geringer als befürchtet.

Dort gab es offensichtlich keine Todesopfer, wie Premierminister Gaston Browne bekanntgab. Er sagte: „Wir haben dem stärksten Hurrikan, den die Karibik seit 1870 erlebt hat, Widerstand geleistet. Die Prognose war, dass die Insel verwüstet, unsere Infrastruktur niedergerissen und die Wirtschaft zerstört würde. Aber als die Sonne aufging, konnten wir etwas anderes beobachten“, schrieb er in Facebook.

Die Dominikanische Republik, eine andere bedrohte Insel, setzte den von der Regierung ausgearbeiteten Sozialplan in Gang, um den Betroffenen so weit wie möglich zu helfen.

In einer von der Presse in Santo Domingo verbreiteten Mitteilung aus dem Büro des Präsidenten stehen seit gestern rohe und gekochte Nahrungsmittel, 40 mobile Küchen und Speisräume bereit, um drei Millionen Bewohnern der Dominikanischen Republik zu essen zu geben.

Auch Puerto Rico bereitete sich unter Berücksichtigung der kalkulierten Schäden auf den Hurrikan vor. „An die 250.000 Stromabnehmer der Elektrischen Energiebehörde (AEE) sind ohne Strom“, geht aus einer Note von Prensa Latina hervor.

Hurrikan Irma, der seinen Kurs über den Atlantik verfolgt und voraussichtlich in den nächsten Stunden kubanisches Gebiet erreicht, könnte nach Meinung von Telesur größere Schäden als Hurrikan Katrina im Jahr 2005 verursachen, meldet CNBC. (Redaktion Internationales)