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Evo vereidigte am Montag die fünf Mitglieder der Wahrheitskomission. Photo: ABI

LA PAZ – Präsident Evo Morales vereidigte am Montag die fünf Mitglieder der Wahrheitskomission, die die Verbrechen gegen die Menschenrechte während der vom 4. November 1964 bis zum 10. Oktober 1982 herrschenden Diktaturen untersuchen wird.

«Brüder und Schwestern an diesem seit jenen Zeiten so schwarzen Tag für die Geschichte Boliviens, aber jetzt soll dieser Tag zu einem Tag der Stärke und Hoffnung werden, besonders für ein tiefes Nachdenken», sagte der Staatschef auf einem im Regierungspalast vorgenommenen Akt.

Die Wahrheitskomission wird Untersuchungen anstellen und Information und Dokumentation zusammentragen, um Indizien für die zivil- und strafrechtliche Verantwortung der möglichen intellektuellen und materiellen Autoren, Anstifter, Komplizen und Hehler der Verbrechen gegen die Menschlichkeit festzustellen.

Evo sagte, dass die Hauptverantwortung dieser Komission darin bestehe, die Leiche des sozialistischen Anführers Marcelo Quiroga Santa Cruz zu finden, aufzudecken, wieviel Geld Bolivien durch das Diktatorenregime einbüßte und unter den neuen Generationen die Gründe bekannt zu machen, die die Anwendung jener grausamen Zeitspanne hervorbrachten.

Der Regierungschef rief die Streitkräfte auf, bei den Untersuchungen der Wahrheitskomission Unterstützung zu gewähren, berichtete ABI.

In seiner Ansprache erinnerte Morales an die Verletzung der Menschenrechte in jener blutigen Zeit, in der es eine Ausgangssperre gab, die Gewerkschaften verboten waren, Frauen vergewaltigt und Gewerkschaftsführer entführt wurden, sowie an weitere Verbrechen.

Der Staatschef klagte die USA an, mit dem sogenannten Plan Condor Staatsstreiche in der Region organisiert und hervorgebracht zu haben, um sich der natürlichen Reichtümer verschiedener Länder Lateinamerikas zu bemächtigen.

Wie die Regierung mitteilte, muss die Wahrheitskomission in zwei Jahren einen Abschlussbericht über die Morde, gewaltsamen Entführungen, Folter und ungerechtfertigte Festnahmen vorlegen und die Verantwortlichen feststellen, darunter den ehemaligen faktischen Präsidenten Luis García Meza und dessen Innenminister Luis Arce Gómez, die Gefängnisstrafen von 30 Jahren ohne Recht auf Begnadigung wegen Verbrechen gegen die Menschheit in Bolivien verbüßen.