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Die Kameras der ganzen Welt stehen bereit, um den Augenblick einzufangen, wenn die Präsidenten Donald Trump und Wladimir Putin sich beim G20 Gipfel von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen.

Die Spannungen zwischen den beiden Militärmächten, die über genügend Nuklearwaffen verfügen, um die Menschheit von der Erde auszulöschen, sind an ihrem schlimmsten Punkt seit dem Kalten Krieg angekommen. Ihre Streitkräfte kämpfen auf entgegengesetzten Seiten in Syrien und laufen Gefahr entweder zufällig oder geplant zusammenzustoßen.

Unterdessen bezieht die NATO wenige Kilometer von der russischen Grenze Stellung und lässt im Kreml die Alarmglocken klingeln.

Während des Wahlkampfs verfocht Trump eine Verbesserung der Beziehungen zu Moskau, aber das russische Gespenst hat ihn seit seinem Sieg nicht einen Tag in Ruhe gelassen.

Die Geheimdienste der Vereinigten Staaten sind überzeugt, dass es eine ausländische Einmischung in die Wahlen des vergangenen Jahres gab und ein Sonderkomitee untersucht eine mögliche Verschwörung von Mitgliedern des Wahlkampfteams von Trump mit russischen Agenten zur Beeinflussung des Wahlergebnisses.

Auch wenn die Themen, die in Deutschland behandelt werden, für die nationalen Interessen und die globale Stabilität von Bedeutung sind, könnten die internen Kämpfe des Präsidenten dem entgegenstehen. Inmitten einer in diesem Jahrhundert nie dagewesenen anti-russischen Kampagne wollen die Berater Trumps auf keinen Fall, dass er gegenüber Putin, Washingtons Feind Nr. 1, als weich erscheint.

Die Vereinigten Staaten stehen außerdem vor der Herausforderung, die Zweifel zu beseitigen, die der letzte NATO- Gipfel hinsichtlich der Verpflichtung der USA hinterlassen hat, die transatlantische Organisation wirtschaftlich und militärisch zu unterstützen, wie sie dies seit Ende des Zweiten Weltkriegs getan hat.

Die isolationistischen Tendenzen der aktuellen Regierung, die das Motto „Vereinigte Staaten zuerst“ vertritt, brachten die deutsche Kanzlerin Angela Merkel dazu festzustellen, dass Europa sich nun nicht mehr auf Washington verlassen könne, um seine Sicherheit zu garantieren.

Vor dem Gipfel in Hamburg, der am 7. und 8. Juli stattfindet, wird Trump Polen besuchen und mit den Vertretern der 12 Ländern Mittel- und Osteuropas zusammentreffen, von denen viele unter den Folgen der Sanktionen gegn Russland und der Verminderung der Erdöl- und Gaslieferungen leiden.

Das Weiße Haus ist bestrebt die Initiative der Drei Meere zu unterstützen, die ihren Namen von der geographischen Lage der Länder erhalten hat, die zwischen Ostsee, Mittelmeer und Schwarzem Meer liegen. Ziel ist, eine Alternative zu der Abhängigkeit von russischem Gas anzubieten. Im letzten Monat kam die erste Gaslieferung aus den Vereinigten Staaten in Polen an und man erwartet, dass sich mehr Länder der Initiative anschließen.

Russland, das bestreitet, sich in die US-Wahlen eingemischt zu haben und einige in dieser Hinsicht geäußerte Theorien als schizophren bezeichnet hat, ist beim G20 Gipfel in einer besseren Position.

Trotz der westlichen Sanktionen erfreut sich Putin großer Beliebtheit und seine letzten Aktionen beweisen Russlands Fähigkeit, entschlossen in seiner unmittelbaren geographischen Umgebung zu handeln, wenn es seine nationalen Interessen involviert sieht.

Wenige glauben, dass die Lösung des syrischen Konflikts, der Kampf gegen den internationalen Terrorismus oder die Krise in der Ukraine sich ohne die Teilnahme des Kreml lösen lassen.

Der russische Außenminister Lawrow vermittelte in der letzten Woche eine Vorstellung von den Zielen, die Moskau verfolgt, indem es international die Offensive übernommen hat. Russland möchte, sagte er, dass der Westen aufhört, seine pseudoliberalen Werte dem Rest der Welt aufzuerlegen und ein Gleichgewicht der Interessen der großen Mächte akzeptiert.

In Erwartung des angekündigten Treffens zwischen Trump und Putin bleiben viele Fragen offen. Wird Washington eine Teilung der Macht auf internationaler Ebene akzepieren? Wird die interne Agenda sich einmal mehr über die Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten und die globale Stabilität durchsetzen? Wird der Pragmatismus obsiegen?

Am wahrscheinlichsten ist, dass diese Fragen bei dem Treffen unter vier Augen der beiden Regierungsschefs nicht beantwortet werden, aber hinter dem Händedruck, dem Ausdruck auf ihren Gesichtern und der diplomatischen Wortwahl werden viele Spuren für die Zukunft der Beziehungen zwischen beiden Mächten suchen.