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SANTIAGO DE CHILE - Der Brandanschlag am Mittwoch auf eine Kapelle im ländlichen Gebiet nördlich von Temuco, in der südlichen Region Araucania, hat eine sofortige Reaktion der Regierung im Sinne einer Änderung des Anti-Terrorismus-Gesetzes in Chile hervorgerufen.

Die Aktion stellt die Fortsetzung einer Reihe von gewaltsamen Ereignissen dar, die Araucania seit langem bewegen, in den letzten Monaten aber zugenommen haben und fast immer auf indigene Ansprüche zurückzuführen sind.

Innenminister Jorge Burgos betonte nach Bekanntwerden des Ereignisses, dass die Regierung das Projekt zur Änderung des bestehenden Anti-Terror-Gesetzes mit Dringlichkeit behandeln werde.

Burgo gestand ein, dass die Zunahme der Angriffe im Süden Chiles Besorgnis errege. Er bat allerdings darum, endgültige Urteile zu vermeiden, da es Straftaten gebe, die unter verschiedene Gesetze fielen und von Fall zu Fall beurteilt werden müssten.

In der gestern verbrannten Kapelle seien jedoch Broschüren gefunden worden, in denen Freiheit für die gefangenen Mapuches gefordert werde. Der schon Jahre andauernde Konflikt, der Tote und Verwundete unter Indios und der Polizei gefordert hat, scheine kein Ende zu nehmen.

Der Aufruf, das Anti-Terror-Gesetz zu verschärfen, hat allerdings verschiedene Organisationen alarmiert, wie das Lehrerkollegium und den Studentenverband der Sekundarstufe, die derartige Maßnahmen ablehnen.

Der Präsident des Lehrerkollegiums, Jaime Gajardo, beklagte, dass jetzt die Verhaftung auf Verdacht und eine Sicherheitspolitik, die die Eltern für von ihren Kindern verursachten Schaden verantwortlich macht, in die Gesetzgebung aufgenommen werden sollen.

Das Gesetz 18314 zielt darauf ab, bestimmte Verhaltensweisen und Straftaten als terroristisch einzustufen und für sie höhere Strafen als für gewöhnliche Straftaten festzulegen. Es wurde von der Militärjunta der Regierung Pinochets angenommen und vom Diktator Augusto Pinochet am 16. Mai 1984 genehmigt.