QUITO – Fünf ehemalige ecuadorianische Offiziere stehen in dem ersten Prozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht, der in diesem südamerikanischen Land stattfindet.
Nach Aussage des Generalstaatsanwalts Galo Chiriboga stehen ehemalige Generäle, Obersten und ein Exminister der Regierung León Febres Cordero vor Gericht. Der Prozess kann bis zu 13 Tagen dauern.
Während einer Pressekonferenz erklärte der Generalstaatsanwalt am Sonntag, dass dies kein Racheakt gegen die Angeklagten oder gegen militärische Einrichtungen von damals darstelle, sondern dass es darum gehe, eine in Ecuador anhängige Pflicht zu erfüllen.
Die fünf Angeklagten gehörten dem staatlichen Repressionsapparat an, mit dem während der Amtszeit von Febres-Cordero regiert wurde.
Im sogenannten Fall Vaca, Cajas, Jarrin wurden die drei Opfer unrechtmäßig festgenommen, sexuell misshandelt, gefoltert und verschwinden gelassen. Es handelt sich hierbei um kriminelle Handlungen, die gemäß der Staatsanwaltschaft den Tatbestand eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit erfüllen, weil sie von höchster Ebene befohlen und von Staatsbeamten ausgeführt wurden.
Wie aus der Akte Luis Vaca, Susana Cajas und Javier Jarrín hervorgeht, wurden die drei Mitglieder der Gruppe „Alfaro Vive Carajo“ am 10. November 1985 in der Stadt Esmeralda von Militärs festgenommen.
In dem Prozess, der eineinhalb Jahre Vorbereitungszeit benötigte, werden 69 Zeugen erscheinen, auch wenn drei der fünf Angeklagten vor der Justiz geflohen sind.




