OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS

Mehrere Intellektuelle, Journalisten, Dozenten, Politikanalysten und Freunde aus aller Welt haben ihre Gesichtspunkte über das Vermächtnis des Führers der kubanischen Revolution Fidel Castro zum Ausdruck gebracht. Jeder auf seine Weise erinnern sie sich an ihn nicht nur als einen Mann, der diese kleine Insel auf der Weltkarte heraushob, sondern sie stimmten auch in der Transzendenz dieser Persönlichkeit überein. Einige von ihnen teilten Granma ihre Meinungen mit.

Photo: Hackwell, Bill

Alicia Jrapko, Aktivistin der Solidaritätsbewegung mit Kuba in den USA

„Für uns, die wir in den USA leben und kämpfen, sind das Vorbild und die Entschlossenheit Fidels stets eine Quelle an Energie gewesen, insbesondere während des Kampfes für die Freiheit der Fünf. Nun, nur wenige Tage nach seinem Ableben, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Welt nie wieder sein wird, wie wir sie kannten; wir sehen sie mit einem riesigen Freiraum, der schwer zu füllen sein wird. Jetzt müssen wir über sein Vermächtnis nachdenken und es ehren. Und die beste Weise, dies zu tun, wird sein, all unsere Energie aufzuwenden und die völkermörderische Blockade der USA gegen Kuba zu besiegen und dafür zu kämpfen, dass dieses Land das von der Marinebasis in Guantánamo eingenommene illegal besetzt gehaltene Territorium ihrem legitimen Eigentümer, dem kubanischen Volk, zurückgibt. Wir werden unseren lieben Fidel zutiefst vermissen, aber wir werden ihn immer in unseren Herzen tragen.“

Photo: Tomada de Facebook

Juan Manuel Karg, Politologe der Universität von Buenos Aires. Forscher im Kulturzentrum der Kooperation

„Das Vermächtnis von Fidel Castro ist unermesslich: Solidarität, Internationalismus, autonome regionale Integration und so weiter und so weiter. Er veränderte das tägliche Leben von Millionen Kubanern, indem er ihnen die Möglichkeit gab, eine kostenlose und qualitativ hohe Gesundheitsversorgung und Bildung zu genießen. Er schuf unvorstellbaren Nutzen für Kinder und ältere Menschen, die in anderen Teilen der Welt sich selbst überlassen sind. Darum sind die Einschätzungen seines Lebensweges, die in den letzten Tagen erfolgen, weitreichend positiv, und die negativen sind spärlich, erratisch, vom Hass jener gefärbt, die ihn niemals besiegen konnten.

Fidel ging unbesiegt von uns. Er bestimmte das 20. Jahrhundert Lateinamerikas und der Karibik durch die siegreiche Revolution von 1959. Aber auch das 21. Jahrhundert: von Havanna aus beteiligte er sich am NEIN zum ALCA von Mar del Plata 2005, gründete zusammen mit Hugo Chávez die ALBA und das Netz der Intellektuellen und Künstler in Verteidigung der Menschheit. Er konnte den Wandel der Welt bezüglich Kuba noch erleben, wie es die Abstimmung in der Organisation der Vereinten Nationen bezüglich der Blockade beweist.

Mit seinem Tod geht er in die große Geschichte der Region ein. Er hat die historische Größe von Bolívar, Martí, Chávez, Allende, Evita, Perón, San Martín und Che Guevara. Sein Vermächtnis wird von den kommenden Generationen an Kubanern und Lateinamerikanern tiefgründig studiert werden, insbesondere von jenen, die für eine gerechtere Weltordnung streiten werden, so wie er es bis zum letzten seiner Tage tat.“

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Carlos Alzugaray, kubanischer Diplomat, Dozent und Politikanalyst

„Unter all seinen Verdiensten, die viele sind, gibt es für mich eines, das herausragt. Fidel erfüllte das Versprechen, eine unabhängige und antiimperialistische Außenpolitik zu führen, eine Sache, die viele kubanische Politiker vor ihm versprachen und nicht erfüllten. Aber nicht nur das, auf internationalem Gebiet ging er noch weiter, indem er eine internationale Aktion plante, die das beste humanistische Vermächtnis von José Martí mit den internationalistischen Traditionen der fortschrittlichen Bewegungen des 20. Jahrhunderts kombinierte. Und das, was sich als eine richtige Strategie erwies, führte er mit erstklassiger taktischer Meisterschaft aus, indem er die entstehenden Gelegenheiten nutzte, wie zum Beispiel das Aufkommen der Bewegungen der Nationalen Befreiiung der Dritten Welt, die zur gleichen Zeit mit der Revolution entstand. Er verstand es, sich mit Freunden und Verbündeten zu verständigen, und neutralisierte Feinde. Hier muss hinzugefügt werden, dass sogar als er sich, mit Ausnahme einiger wichtiger Momente, aufgrund seiner Krankheit aus der internationalen Politik zurückziehen musste, aufgrund seiner Lehre die kubanische Diplomatie weitere Siege errang. Er war ein Stratege, ein taktischer Vollzieher und ein Lehrer ohnegleichen, der auf globaler und nationaler Ebene eine erstrangige Wirkung hinterlassen hat.“

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Pablo Gentili, Exekutivsekretär des Lateinamerikanischen Rates der Sozialwissenschaften

„Die großen Männer, die die Geschichte machen und umgestalten, sterben nicht. Sie leben weiter im Gedächtnis, in den Mobilisierungen und Kämpfen der Völker gegen Ausbeutung und Ungerechtigkeit. Fidel war der Anführer, der die Errichtung eines Lateinamerika mit mehr Solidarität, Souveränität und Emanzipation erleuchtete und weiter erleuchten wird. Die Utopie, die den Kampf für eine freiere und gerechtere Welt anführte, stirbt niemals. Fidel wird in uns leben. Und wir werden für ihn leben.“

Photo: Tomada de Facebook

Alfredo Serrano, spanischer Ökonom und Direktor des Lateinamerikanischen Strategischen Zentrums für Geopolitik

„Fidel ist Mut, ist Präzision und Planung, Strategie und Enthusiasmus, Internationalismus und Geopolitik. Er ist Lateinamerika. Fidel ist Souveränität und Würde, ist Revolution. Fidel ist Geschichte.“

Photo: Tomada de Facebook

Salim Lamrani, französischer Dozent, Schriftsteller und Intellektueller

„Fidel Castro wird von den Völkern Lateinamerikas und der Dritten Welt bewundert, für die er ein Symbol des Widerstandes gegen die Unterdrückung und ein Verteidiger des Verlangens der Länder Südamerikas nach Unabhängigkeit, Souveränität und Selbstbestimmung ist. Fidel ist das Urbild des Antiimperialismus des 20. Jahrhunderts und der Überträger einer universellen Botschaft der Emanzipation.“

Photo: Tomada de Facebook

Patricia Villegas, Journalistin, Direktorin von Telesur

„Es macht mir Mühe, zu schreiben. Ich bin dabei, zusammen mit meinem Team die bestmögliche Berichterstattung zu machen, zu der wir fähig sind. Etwas, wenigstens etwas, minimal im Vergleich zu der Größe seines Wesens und seines Werkes.“

Photo: Yaimí Ravelo

Rafael Ramírez, Botschafter Vene­zue­las in den Vereinten Nationen, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von PDVSA und ehemaliger Minister für Energie und Erdöl

„Fidel ist in den 60er Jahren stark mit dem politischen und sozialen Kampf Venezuelas verbunden gewesen. Er war ein großartiger Inspirator der gesamten Rebellion unseres Volkes gegen die sich ausliefernden, pro-amerikanischen Regierungen, die es zu damaliger Zeit gab. Mit der Ankunft des Comandante Hugo Chá­vez wurde Fidel zu dessen wichtigstem Helfer und Mentor. Ich hatte die Ehre, sechs Jahre lang als Minister für Erdöl des Präsidenten Chávez zu arbeiten, und konnte an allen Plänen der sozialen und revolutionären Offensive mitwirken, die von beiden Kommandanten gestaltet wurde. Fidel ist ein Erbe, das transzendental, das universell ist. Als Botschafter Venezuelas in den Vereinten Nationen, der ich derzeit bin, sehe ich, wie der kubanische Führer zu einem Bezugspunkt für die Kämpfe der Völker Afrikas, Asiens und Lateinamerikas geworden ist. Fidel hat sich millionenfach vervielfacht und ist in den Taten und dem Bewusstsein des kubanischen Volkes verankert. Das ist Garantie dafür, dass er seinen Traum auch weiter verwirklichen wird.“