Der goldene Sprung des Jungen aus Guernica › Sport › Granma - Offizielles organ des PCC
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Disziplin ist für Juan Miguel einer der Schlüsselfaktoren, wenn man große Resultate erzielen will Photo: Rodolfo Blanco Cué (AIN)

CAMAGÜEY – Gewaltig, großartig … so lauteten die Kommentare der in- und ausländischen Presse zu der Performance des frischgebackenen Weitsprung-Weltmeisters von Birmingham.

Nach seiner Wiederkehr auf heimischen Boden begann er sogleich mit den Vorbereitungen auf seinen nächsten Termin, die Zentralamerika- und Karibikspiele in Barranquilla, Kolumbien. Granma sprach sowohl mit dem jungen Weitspringer als auch mit seinem derzeitigen Trainer.

Wie viel Zufall war bei Echevarrías Darbietung auf der WM mit im Spiel?

Díaz: Überhaupt keiner! Juan Miguel hatte bereits solide Schritte in seiner Entwicklung als Athlet gemacht. Schon im vergangenen Jahr hatte er gute Sprünge jenseits der 8-Meter-Marke auf sein Konto gebracht. Ich will sagen: Es war schon vorauszuahnen, dass wir irgendwann richtig Grund zum Jubeln haben würden, und so ist es dann auch eingetreten.

Wie hat Juan Miguel diese Versuche unter enormem Wettkampfstress in Erinnerung?

Echevarría: Ich glaube, dass Manyonga (aus Südafrika), der US-Amerikaner Marquis Dendy und ich ein gutes Spektakel geboten haben; es war ein äußerst starker und emotionaler Wettbewerb, der mir viel Konzentration abverlangt hat. Ich kann sagen, dass ich in jeden einzelnen Versuch Herz und Seele gelegt habe, um zu gewinnen.

Ich denke außerdem, dass meine körperliche Fitness mir viel bei meiner psychologischen Vorbereitung auf zwei Kontrahenten geholfen hat, die schon Welttitel gewonnen und mich mehrere Male mit dem Rücken an der Wand hatten. Es war das Niveau des Wettkampfs, was mich gleich zweimal meine persönliche Bestmarke verbessern ließ.

Wie viele Details müssen zusammentreffen, damit jemand so einen Sprung raushaut?

Díaz: Eine Menge. Da muss viel in dieser exakten Minute zusammenpassen: der Anlaufrhythmus, die technische Ausführung, die psychische Verfassung des Athleten. Wir haben viel an der Kontrolle der Wettkampfnervosität gearbeitet, etwas, womit er, sei es wegen seiner Jugend oder seiner Unreife, lange Zeit Schwierigkeiten hatte. Aber man konnte sehen: Die Bemühungen haben sich gelohnt. Darum hat das Publikum auch so gestaunt: ein Typ von gerade mal 19 Jahren mit einem Auftreten wie ein Champion! Aber natürlich ist seine Form die Frucht der Arbeit mehrerer Trainer.

Welche Leute haben Juan Miguel entdeckt und ihn zu solchen Höchstleistungen gebracht?

Echevarría: Mein Werdegang ist nicht viel anders als derjenige anderer Athleten im Land verlaufen. Ich habe im Alter von 10 mit der Leichtathletik angefangen – in der Primarschule Ernesto Lucas im Viertel Guernica in dieser Stadt. Dann bin ich über die Sportschule Cerro Pelado zum Nationalteam gekommen, nach Teilnahme an vielen Events und Wettkämpfen.

In diesen Jahren habe ich ausgezeichnete Trainer gehabt: Tomás Hernández und Iván Izaguirre in Camagüey, später Joan Gualberto Nápoles in der Jugendauswahl und seit September ihn hier – Daniel Osorio. Jeder von ihnen hat sein Scherflein zu meiner gesamten Entwicklung beigetragen.

Welches Ergebnis haben Sie bei dem kürzlich ausgetragenen Wettkampftag im Leichtathletik-Komplex Rafael Fortún erreicht?

Echevarría: Auf meinem Heimatboden in Camagüey wollte ich meinen Leuten eine anständige Leistung zeigen und ich denke, das ist mir gelungen: Ich habe mit einem Sprung von 8,40 Meter abgeschlossen, was in der laufenden Saison bis jetzt die Freiluft-Jahresweltbestleistung ist.