OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Osleidys und Maria Caridad, Olympiasiegerinnen im Speerwurf und Olympische Rekordhalterinnen Photo: Archivo

Es fehlt nicht an Schwächen in der Olympische Frauenleichtathletik Kubas. Es gibt zum Beispiel keine Geherinnen oder Läuferinnen über 3000 m Hindernis, 1500 m, 5000 m oder 10.000 m.

Andererseits hat Kuba Marathonläuferinnen über die 42 Kilometer und 195 Meter oder Frauen bei Mehrkämpfen (Siebenkampf) und Disziplinen, für die man sich Fähigkeiten von hoher Komplexität aneignen muss und die eigentlich höherer wirtschaftlicher Ressourcen bedürfen.

Es ist schwierig, Hürdenläuferinnen und Stabhochspringerinnen von internationalem Rang zu formen. Oder stämmige Athletinnen – abgesehen von der Technik – zu erfolgreichen Werferinnen zu schmieden. Seltsamerweise scheint die kubanische Leichtathletik leichter zum Schwierigen zu gelangen.

Von zwei Olympischen Marathonläuferinnen brauchte Mariela González aus Granma in Athen mehr als drei Stunden und belegte den 59. Platz, während Dailín Belmonte aus Santiago in London persönliche Bestzeit in 2 Stunden und 38 Minuten lief und dennoch nur 70. wurde. Sie wird in Rio erneut antreten; ihre diesjährige Bestleistung liegt bei 2:42:44 und datiert vom April.

Die Siebenkämpferin Magalys García wurde 15. in Atlanta 1996 und 11. in Sydney 2000. Seit 1996 hält sie den Landesrekord mit 6352 Punkten, der aber von der jungen Yorgelis Rodríguez, die sich mit großem Impetus für Rio qualifizierte, bedroht wird.

Es gab, wie man sieht, für Kuba bisher weder im Marathonlauf, noch im Siebenkampf etwas zu ernten, aber kubanische Vertreterinnen dieser Disziplinen erfreuten sich doch immerhin der Teilnahme an den Olympischen Spielen, was auf der Langstrecke und beim Gehen noch nie der Fall war.

Yipsi, führend nach Punkten und Spielen, an denen sie teilnahm Photo: Ismael Francisco

In der kubanischen Frauenleichtathletik schneiden die Werferinnen mit 10 Medaillen (4-3-3), 26 Finalteilnahmen und 128 Punkten am besten ab. Hierbei ist besonders der Speerwurf mit seinen beiden Olympiasiegerinnen und Olympischen Rekordhalterinnen Maria Caridad Colón und Osleidys Menéndez hervorzuheben.

In Läufen (flach wie auch über Hürden) bis 800 m kamen bislang 5 Medaillen (0-2-3) zustande, 16 Finalteilnahmen und 66 Punkte, während die Springerinnen zweimal auf dem Treppchen standen (0-1-1), sechs Finalteilnahmen und 30 Punkte erreichten.

Die Sprinterin Silvia Chivás ist die einzige mit zwei Olympischen Medaillen in der gleichen Stadt (München 1972): Bronze über 100 m und in der 4x100 m Staffel. Weitere 6 holten jeweils zwei Medaillen, aber bei verschiedenen Spielen: Marlene Elejalde und Fulgencia Romay gewannen Silber und Bronze über 4x100 m in Mexiko City und München. Ana Fidelia Quirót gewann Bronze in Barcelona und Silber in Atlanta über 800 m. Osleidys Menéndez holte im Speerwerfen Bronze in Sydney und Gold (damals mit Weltrekord) in Athen. Yipsi Moreno bekam Silber in Athen und Peking im Hammerwerfen. Yarelis Barrios gewann in Peking Silber und in London Bronze im Diskuswerfen.

Nur eine einzige Medaille, allerdings die wertvollste, gewannen bei ihren jeweiligen Olympiasiegen María Caridad Colón (Speer), Maritza Martén (Diskus) und Yumileidi Cumbá (Kugel).

Mögen sie alle eine Inspiration für Kubas Leichtathletinnen bei den kommenden Olympischen Spielen sein.