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Die Weitspringer Maykel D. Massó und die Dreispringerin Davisleidis Velazco führen die diesjährige Jugendweltrangliste ihrer jeweiligen Disziplin an (Foto: Getty Images für die IAAF und Raúl Rodríguez)

Im Jahre 1997 wurde die griechische Hauptstadt Zeuge eines Ruhmesblatts kubanischer Leichtathletik und fast 20 Jahre später könnte es in einer anderen Alterskategorie zur Wiederholung kommen.

Javier Sotomayor, Iván Pedroso und Yoelbi Quesada siegten unangefochten in Athen und schrieben kubanische Springergeschichte.

Der Hochspringer aus Matanzas, der Weitspringer aus der Hauptstadt und der Dreispringer aus Sancti Spiritus schafften etwas bis dahin nie Dagewesenes: für Kuba drei von vier Sprungdisziplinen zu gewinnen.

Nun könnte diese Großtat in der Jugendkategorie ihre Neuauflage erleben. Die kubanische Leichtathletik kann stolz darauf sein, fünf der besten Springer der Welt zu haben und im kommenden Monat Juli wird Polen Ausrichter der Sub-20 WM sein.

Maykel D. Massó führt 2016 die Rangliste der Weitspringer mit 8,28 m an, der besten Weite aller Zeiten in der Kadettenkategorie (denn er ist noch unter 18) und nur sieben Zentimeter kürzer als der Sub-20 Weltrekord. Im gleichen Wettkampf zeichnete sich auch Juan M. Echevarría aus, dessen erzielte 7,96 m die drittbeste unter den diesjährigen Weiten in seiner Altersgruppe darstellen.

Im Dreisprung setzte sich gerade erst Cristian A. Nápoles an die Weltspitze der Kategorie mit 16,92 m, eskortiert von den 16,90 m von Lázaro Martínez, dem aktuellen Jugendweltmeister, der seinen Titel verteidigen will. Er verfügt zuweilen über die „zweite Luft“, die ihn einmal mehr über die 17-Meter-Marke hinaustragen und an seine persönliche Bestleistung von 17,24 m heranbringen könnte.

Im Hochsprung setzte sich Luis E. Zayas am Wochenende in Havanna mit im ersten Versuch übersprungenen 2,25 m an die zweite Stelle der Jugendweltrangliste, nur um einen Zentimeter unter dem Führenden.

Außer diesem Springer-Quintett auf Weltniveau verfügt Kubas Leichtathletik über sieben noch unerfahrene Spezialisten, die ebenfalls für Furore sorgen könnten.

Hier ragen zwei Frauen heraus. Keine andere übertraf bisher die Dreisprungleistung von 14,08 m von Davisleidis L. Velazco und es schleuderte auch keine den Hammer weiter als die 68,98 m von Ayamey Medina.

Jahresweltranglistenzweiter im Zehnkampf ist Santiago A. Ford mit 7.943 Punkten, während Rafael D. Noguera mit 7.663 Punkten in dieser Disziplin den 5. Rang innehat.

Rosalina Álvarez ist mit 54,30 m 5. im Diskuswurf, Roxanna Gómez belegt mit 52,26 Sek den 6. Platz über 400 m und Adriana Rodríguez ist mit 5.547 Punkten 8. im Siebenkampf.

Der Internationale Leichtathletikverband (IAAF) fördert die Teilnahme von Athleten und übernimmt die Kosten für so viele Sportler, wie ein Land bei der vorherigen Auflage der Jugend-WM Finalisten hatte. In Eugene, USA, 2014 hatte Kuba 11 Finalteilnehmer (von 18 Gemeldeten). Um die oben erwähnten Talente mitzunehmen, muss also weniger aufgewendet werden.

Es ist wahr, dass das Land die Trainer, die Funktionäre sowie die Athleten, die über die Freiquote hinausgehen, finanzieren muss. Es stimmt außerdem, dass Polen wesentlich weiter entfernt ist, als die USA es sind. Und natürlich fehlen auch diejenigen nicht, die nur noch Rio 2016 im Kopf haben.

Aber man sollte nicht die einfache Regel vergessen, dass man zuerst säen muss, wenn man Früchte ernten will. Und es wird auch eine Olympiamannschaft für Tokio 2020 geben …