OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Estudios Revolución

Angesichts des aktuellen Szenarios der heutigen Welt und der Herausforderungen, die sich aus den Umwandlungen unserer Gesellschaft ergeben, ist der Kampf, dem wir uns stellen müssen, im wesentlichen ein kultureller Kampf und er verläuft über die Ideen, die Verteidigung der Identität und das Streben nach einer höheren spirituellen Entwicklung, die in humanen und revolutionären Werten zum Ausdruck kommt.

Diese Überzeugung äußerte der Präsident des Staats- und des Ministerrats in seinem Redebeitrag beim Treffen zur jährlichen Bilanz des Kulturministeriums, das im Theatersaal des Nationalen Museums für Schöne Künste stattfand.

Das Forum unter Leitung des Kulturministers Alpidio Alonso beendete den kritischen Analyseprozess zum Management der Institutionen, Unternehmen des Sektors und der Provinzen, der seit Beginn des Jahres stattfand und verabschiedete die strategischen Leitlininen und Prioritäten für die jetzt beginnende Etappe.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit des Ministeriums liegen die Stärkung des Systems der Institutionen, die Beseitigung der Unzulänglichkeiten bei der Planung und die Befriedigung der Forderungen eines vielschichtigen Publikums, der Schutz und die Förderung der nationalen Kulturwerte und der qualitative Sprung, den man von der kubanischen Kultur in internationaler Hinsicht erwartet.

Diese Bilanz des Ministeriums entstand unter kollektiver Mitarbeit und der Anwendung des Programms zur Kulturellen Entwicklung, ein Werkzeug, das die Zielsetzungen und Aufgaben für das kommende Jahrzehnt zusammenfasst.

Dr. Graziella Pogolotti sprach über dieses Programm und auch über die Notwendigkeit die Konzeptualisierung und Aktualisierung der Kulturpolitik zu vertiefen. Sie sah es außerdem als unauschiebbar an, sich mit den Widersprüchen zwischen der Demokratisierung der Werte und Kulturgüter und dem Eindringen des Marktes zu befassen.

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Herausragende Künstler und Intellektuelle, die zu diesem Treffen eingeladen waren, steuerten wertvolle Gesichtspunkte bei und sandten Warnsignale aus, was die kulturellen Verzerrungen angeht, die in der Inkohärenz bei der Herstellung von Programmen und beim Management der Unternehmen beinhaltet sind.

Das Ministerium gab Rückschritte bezüglich des Einflusses der Kunst in bereiten Segmenten der Bevölkerung zu, die durch Beschränkungen in der Kommunikation begründet sind, und auch darin, dass die Einrichtungen nicht genügend zusammenarbeiten und wenig Austausch mit anderen Einrichtungen besteht. Das führt in vielen Fällen dazu, das völlig unkritisch kulturelle Modelle reproduziert werden, sie nicht mit der Gesellschaft vereinbar sind, die wir verteidigen.

Was die Musik und die szenischen Künste angeht, so muss eine rigorose Auswertung von Projekten, Veranstaltungen, Katalogen und Künstlern stattfinden, die mit den Institutionen und den Unternehmen des Systems in Verbindung stehen, sowie mit den Betrieben und Einrichtungen, die mit der Kommerzialisierung von künstlerischen Dienstleistungen befasst sind, was, zusammen mit einem wirksamen Funktionieren der technisch-künstlerischen Räte und Ausschüsse, dazu beitragen soll, die Qualität des Programms für ein unterschiedliches Publikum und die Erfüllung der Kulturpolitik zu garantieren.

Es gab zwei entscheidende Beiträge, der des Musikologen Jesús Gómez Cairo und von Helmo Hernández, dem Direktor der Ludwig Stiftung in Kuba. Der eine handelte von der Notwendigkeit horizontal die kulturellen Prozesse anzugehen und der andere war darauf ausgerichtet, die Aufmerksamkeit auf die Wiederherstellung der Führungsrolle der Institutionen zu richten und mit der Beteiligung von Fachleuten, Künstlern und Intellektuellen bei der Perfektionierung der Bildungsprogramme voranzukommen.

Alle dieser Anstrengungen müssen in Betracht ziehen, dass sie in einem Kontext stattfinden, in dem man versucht uns die Matrix der Überlegenheit des Neoliberalismus, der Hegemonie des Marktes und des Scheiterns der sozialistischen Ideen aufzuzwingen, sagte Díaz-Canel.

Angesichts solcher Vorhaben bleibt uns nur ein effizienteres Arbeiten der Institutionen, mehr Transparenz und Beteiligung und eine systematische Förderung der Debatte und des Dialogs mit den Kunstschaffenden.

Die Kader des Kulturbereichs müssen zwei unerlässliche Bedingungen erfüllen: Feingefühl und revolutionäre Unruhe; sie müssen die Probleme rechtzeitig angehen und dürfen Antworten und Lösungen nicht verschieben.

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Er rief dazu auf, die Leichtfertigkeit bei der Programmgestaltung zu bekämpfen- es gibt Fälle, bei denen eine Person entscheidet; das fördert die Mittelmäßigkeit und den schlechten Geschmack und im Fall der Unternehmen und Agenturen müssten alle ihre entsprechenden Funktionen erfüllen. Es gibt diejenigen, die die Künstler nicht vertreten, sie nicht promoten und trotzdem unverdient Prozente einheimsen. Immer wenn eine Institution schlecht funktioniert, liefern wir denen, die das institutionelle System der Revolution demontieren wollen, eine Gelegenheit auf dem Silbertablett.

Zum Referendum sprach Díaz-Canel darüber, wie nun eine neue Etappe eröffnet werde, in der an Gesetzen und ergänzenden juristischen Normen gearbeitet werde, die es ermöglichen, die angenommenen Verfassung Realität werden zu lassen. An diesem Prozess müssten auch die Institutionen und die Kulturschaffenden teilnehmen.

Er ging in seiner Rede auch auf die Rolle der Kunst- und Literaturkritik ein. Wenn diese nicht ausgeübt werde, gingen Hierarchien verloren und dem Banalen und der Mittelmäßigkeit würden Tür und Tor geöffnet.

Der Präsident lobte die Ernsthaftigkeit, mit der das Ministerium die Unterstützung des Programms der Kulturellen Entwicklung übernommen habe und er drängte seine leitenden Beamten, es wirkungsvoll umzusetzen. Um das zu gewährleisten müsse es bekannt sein und in die Praktiken und in das tägliche Handeln überall im Land aufgenommen werden.