OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Denkmal für die Märtyrer des algerischen Unabhängigkeitskrieges. Foto: Touristenführer Algeriens.

Unbezähmbar wie der Scirocco ist das Volk Algeriens, das Land der Dichter und Krieger.

In seinen Hafenstädten trafen sich im Laufe der Geschichte alle Kulturen, die Städte des Gebirges, die wie aus dem heißen Wüstensand geborenen Städte im Inneren des Landes; Algier, die weiße Stadt, immer brüderlich, „offen für alle Winde“.

Als die Kubanische Revolution am 1. Januar 1959 siegte, hatte das Volk Algeriens noch nicht den Sieg erungen: „Etwas Besonderes verbindet uns mit Algerien“, sagte unser Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz. „Als wir in den Bergen gekämpft haben, kämpften die Algerier in den Wilayas“.

Die Demokratische Volksrepublik Algerien ist das Ehrengastland bei der 28. Auflage der Internationalen Buchmesse von Havanna (FIL) 2019. Der Botschafter des Bruderlandes in Kuba Mohamed Achache bezeichnete die Buchmesse „als das wichtigste kulturelle Ereignis in Kuba“.

Beispiele der vielfältigen, alten und reichen Kultur Algeriens kann man im Rahmen dieser Messe bewundern. Im Pavillon von Algerien gibt es eine Ausstellung von 200 für die literarische und intellektuelle Produktion Algeriens repräsentative Büchern. 80 % dieser Bücher werden später der José Martí Nationalbibliothek Kubas gespendet.

Außerdem werden Konzerte stattfinden, Vorführungen algerischen Kinos, Vorträge und Fotoausstellungen, in denen man das historische Erbe, die Architektur und die Landschaft Algeriens bewundern kann.

Titel wie „Algerien schön und rebellisch von Jugurtha bis November“ von Boualem Bessaïh und „Der Goldesel oder die Metamorphose“ von Apuleyo sowie Wiederauflagen der Klassiker „Die Verdammten dieser Erde“ von Frantz Fanon und „Schlechtes Blut“ von Rachid Mokhtari können auf der Messe erworben werden.

Zu den algerischen Filme, die zu sehen sind, gehören: Zabana (Algerien/Frankreich, 2012), des Regisseurs Saïd Ould-Khelifa; das Drama Yema (Algerien/Frankreich, 2013), von Djamila Sahaoui und Parfum d´Alger, 2012 von Rachid Benhadj.

Aus Algerien werden 32 Gäste kommen, die vom Minister für Kultur und Schriftsteller
Azeddine Mihoubi angeführt werden, dem Autor des Buches „Der Schwur von Atocha“, das auf der Messe vorgestellt wird.

KUBA UND ALGERIEN EINE FREUNDSCHAFT, DIE SICH BEWÄHRT HAT

Algerien ist eines der reichsten Länder Afrikas. Es hat sich immer dadurch ausgezeichnet, dass es in seiner Küstenzone über fruchtbaren Ackerboden verfügt. Seine wichtigsten Produkte sind: Baumwolle, Pflanzenfasern aus Zwerpalmenblättern, Oliven und Tabak. Etwa 25% seiner Bevölkerung widmen sich der Landwirtschaft und der Fischerei, eine Landwirtschaft, die Getreide, Weizen, Gerste, Hafer, Feigen, Datteln, Espartogras und Kork erzeugt.

Der größte natürliche Reichtum des Landes liegt in seinen Erdöl-, Gas-, Phosphat und Eisenvorkommen. Außerdem gibt es dort Kohle, Blei und Zink. 98 % seiner Exporte stammen aus dem Verkauf von Erdöl und Gas.

Im Juli 1962 erklärte sich Algerien unabhängig und Ende des Jahres fanden Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung statt.

Die historischen Beziehungen zwischen Kuba und Algerien, die mit den nationalen Befreiungskämpfen begannen, sind ein Beispiel der Brüderlichkeit und sie werden auf hoher Ebene aufrechterhalten. Fidel betrachtete die Hilfe, die Kuba Algerien während des Kampfes zur Befreiung gewährte, als ersten Beweis unseres internationalistischen Bewusstseins.

Seit seiner Unabhängigkeit am 5. Juli 1962 begann Algerien auf allen internationalen Foren Kuba entschlossen zu unterstützen und sah sich dabei dem Druck und den Drohungen der USA ausgesetzt. Besonders ist die enge Zusammenarbeit beider Länder im Schoß der Bewegung der Blockfreien hervorzuheben sowie die Unterstützung, die Algerien im Kampf gegen die von den USA gegen Kuba verhängte Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade gewährt hat.

Nachdem Algerien die Unabhängigkeit gewonnen hatte, besetzte das Königreich Marokko Grenzposten innerhalb des algerischen Gebiets und stellte Landforderungen, wobei es androhte, mit der Invasion fortzufahren, wenn seine Forderungen nicht erfüllt würden. Die angegriffene Schwesterrepublik bat Kuba um Hilfe, um die territoriale Integrität zu bewahren.

Die kubanische Regierung beschied die Bitte des Präsidenten Ben Bella positiv und schickte eine Vorhut von militärischen Kadern und eine Panzerbrigade mit 700 Mann, die auf den Schiffen Aracelio Iglesias und González Lines nach Algerien reiste, Männer und Waffen konzentrierten sich in Bedeau und erreichten bald volle Kampfstärke.

Die Präsenz dieser Truppe schreckte die Monarchie in Rabat ab und man erreichte eine Feuereinstelltung. Später gab Marokko das besetzte Gebiet zurück.

MEDIZINISCHE ZUSAMMENARBEIT

Am 24. Mai 1963 traf die erste medizinische Brigade Kubas in Algerien ein. Sie bestand aus 32 Ärzten, vier Zahnärzten, 14 Krankenschwestern und acht Technikern, insgesamt 58 Leute. Sie arbeiteten an verschiedenen Punkten Algeriens, wie Blida, Siddi – Bel-Abbes, Constantine, Sétif, Birska und Algier und sie blieben dort etwa 18 Monate.

Die medizinische Kooperation mit Algerien bekam eine besondere Bedeutung, denn die Revolution schickte danach Ärzte und andere Fachleute in viele Länder der Welt. Aber Algerien war der Beginn, daher seine große Bedeutung. Sie markierte den Anfang eines neuen Konzepts: die internationalistische Hilfe ist ebenfalls ein Beweis der politischen Genialität Fidels, seines tiefen humanistischen und solidarischen Empfindens.

Kuba und Algerien arbeiten außer im Bereich Gesundheit auch in Bereichen wie Energie, Produktion von Impfstoffen, Lieferung von medizinischer Ausrüstung, neue Technologien, Bauwesen, Bildung, Kultur und Sport zusammen.

Aktuell leisten über 500 kubanische Fachleute und Technikeraus dem Bereich Gesundheit Dienste in Algerien, Die Insel hat am Bau von Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen mitgearbeitet. Kubanische Experten bilden die Leitung der Nationalen Agentur für Talsperren und Stauseen Algeriens in der Handhabung der Wasserressourcen aus. Die algerischen Behörden zählen auch auf die Erfahrung verschiedener kubanischer Techniker und Trainer im Bereich Sport.

Die Internationale Buchmesse von Havanna wird ein Raum sein, der es ermöglicht, die herzliche Freundschaft zwischen zwei Völkern zu stärken, die durch ihre Liebe zur Unabhängigkeit und Freiheit vereint sind.