OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Plakat des Festivals

Vierzig Jahre später ist das Internationale Festival des Neuen Lateinamerikanischen Films weiterhin ein Fest der Kultur, das von einem Publikum gestützt wird, dass, wie es scheint, ohne es nicht sein kann.

Das ist die beste Anerkennung für viele seiner Gründer, die schon nicht mehr unter uns weilen und deren Freude damals groß war, als an jenem Dezember 1979 das Festival sich in bescheidenem Ausmaß der Welt öffnete, um das zu geben, was die Welt so dringend verlangte: ein Dach unter dem die Filmschaffenden des Kontinents zusammenkommen und ihre Werke so vorstellen konnten, als ob sie bei sich zu Hause wären.

Und dabei konnte man auch über Kunst und Politik diskutieren und Pläne ausarbeiten, wie man angesichts der kulturellen und ideologischen Hegemonie eines kommerziellen Kinos das auf den Leinwänden der Welt, die es immer beherrschte, nichts anderes dulden wollte, an Terrain gewinnen konnte.
Die Tage damals rufen zahlreiche Erinnerungen hervor; Tage, an denen die Utopie der Verbrüderung Gestalt annahm und nicht länger als etwas Unmögliches betrachtet wurde– wie dies unter anderem in der Schaffung der Internationalen Schule des Films von San Antonio de los Baños zum Ausdruck kam, die 1986 von Fidel eingeweiht wurde.

Tage, an denen die Filmschaffenden voller Erwartungen nach Havanna kamen, beladen mit schweren Filmrollen, die sie gegen alle Widerstände gedreht hatten, die aber von einer lateinamerikanischen Identität geprägt waren, die uns, in der künstlerischen Diversität ihrer Konzeption im Großen und Ganzen definierte.

Es war das Jahr 1979, als das kubanische Publikum entdeckte, was so ein Internationales Filmfestival ausmacht – etwas, was nie zuvor bei uns stattgefunden hatte und dem es – wie dies bei unerschütterlicher Liebe der Fall ist, für immer verfallen ist.

Auch in den schwierigsten Momenten der Aggressionen, unter einer immer enger werdenden wirtschaftliche Belagerung wurde das Festival durchgeführt, das jetzt frisch und erneuert seinen 40 jährigen Geburtstag begeht.

Neue und auch erfahrene Regisseure, die wie vom 6. bis 16. Dezember in der Überzeugung hierherkommen, dass, auch wenn noch große Aufgaben vor uns liegen, mit diesem Festival in Havanna das Filmwerk des Kontinents gewachsen, so wie einige es sich vorgestellt und andere es sich erträumt hatten.