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Buchcover Photo: Sergio Alejandro Gómez Photo: Granma

Es gebe einen roten Faden im revolutionären und martianischen Denken von Armeegeneral Raúl Castro über die Probleme Lateinamerikas und der Karibik im letzten halben Jahrhundert, sagte am Mittwoch der Forscher und Essayist Abel González Santamaría.

„Es behält die gleiche Linie von Ideen bei, auch wenn sie mit der Zeit weiter ausreifen“, sagte González Santamaría bei der Präsentation seines Buches Raúl Castro y Nuestra América. 86 discursos, intervenciones y declaraciones (Raúl Castro und Unser Amerika. 86 Reden, Wortmeldungen und Erklärungen), die gestern im Rahmen der Aktivitäten der Buchmesse im Nicolás-Guillén-Saal der Festung Cabaña stattfand.

Die Zusammenstellung ist nach Jahrzehnten gruppiert und beginnt 1959 mit einem Interview des erst 28jährigen Armeegenerals, in dem er die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) frühzeitig als „inoperative“ Entität deklarierte, zu deren „Verschwindenlassen“ er aufrief.

Die letzte Rede, 58 Jahre später, ist seine Ansprache auf dem V. Gipfel der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten in der Dominikanischen Republik, wo er versicherte, dass „es noch nie nötiger war, auf dem Weg der Einheit zu marschieren“.

Photo: Sergio Alejandro Gómez

Diese Raúl gewidmete Sammlung erscheint nach der Veröffentlichung von Fidel Castro y los Estados Unidos: 90 discursos, intervenciones y reflexiones (Fidel Castro und den Vereinigten Staaten: 90 Reden, Wortmeldungen und Reflexionen), die dem historischen Führer der Revolution gewidmet ist und ebenfalls von González Santamaría zusammengestellt wurde.

„Was wir beabsichtigen, ist, dazu beizutragen, dass das in der Zeit unveränderliche revolutionäre Denken dieser beiden großen Führer verbreitet wird, wobei wir immer an die junge Leute denken“, sagte der Autor anderer Texte wie Los desafíos de la integración en América Latina y el Caribe (Die Herausforderungen der Integration in Lateinamerika und der Karibik) und La gran estrategia: Estados Unidos vs. América Latina (Die große Strategie: USA gegen Lateinamerika).

Der Stadthistoriker von Havanna Eusebio Leal würdigte die Arbeit von González Santamaría und sagte, dass er „eine tiefgreifende Arbeit auf dem Gebiet der Ideen der Revolution“ geleistet habe.

Er hob auch die Persönlichkeit von Raúl hervor und erinnerte an seine Rede auf dem VII. Amerika-Gipfel in Panama, als er „dem Chef des Imperiums (Bezug nehmend auf Präsident Barack Obama) alles sagte, was er ihm zu sagen hatte“, mit größter Erhabenheit und ohne Unhöflichkeit.

Über die Rhetorik und die Aggressionen der aktuellen Regierung gegen Kuba zitierte Leal ein altes chinesisches Sprichwort: „Wenn die Hunde bellen, bedeutet das, dass wir reiten“.

Bei der Buchvorstellung waren auch Kulturminister Abel Prieto, UNEAC-Präsident Miguel Barnet und der Forscher und Essayist Alejandro Castro Espín zugegen.