OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Die kanadische Autorin Maya Ombasic Photo: Juvenal Balán

Wenige Minuten vor der gestrigen Einweihung der 26. Internationalen Buchmesse Havanna 2017 fanden sich Eingeladene aus verschiedenen Ländern zu einem informellen Besuch am kanadischen Pavillon ein, der heute Morgen um 10 Uhr 30 im Beisein des Senatspräsidenten George J. Furey eröffnet wird.

Bestehend aus den Bereichen K-8 und K-11 beinhaltet der Ehrenpavillon eine bedeutende Sammlung der verschiedensten kanadischen Literaturgenres. Hier sind auch die Autoren abgebildet, die sich auf der Buchmesse befinden, um einige ihrer Werke vorzustellen und an Aktivitäten teilzunehmen, die zum breit gefächerten Programm gehören, das in Bezug auf die Literatur dieses Landes organisiert wurde.

Die anerkannte Schriftstellerin Margaret Atwood, Autorin von etwa 40 Büchern unterschiedlicher Genres und im Pavillon präsent, sagte gegenüber Granma, sie sei glücklich, ihre Literatur nach Kuba bringen zu können, denn die Menschen hier hätten ihr immer sehr gefallen. „Ich liebe ihre Warmherzigkeit und Zuneigung. Wir haben viele Freunde hier und es ist stets ein sehr gutes Gefühl herzukommen“, bemerkte sie.

Auch die Kanadierin Maya Ombasic teilte unserer Zeitung ihre Eindrücke mit: „Zu wissen, dass ich hier mein Buch in Spanisch vorstellen werde, ist etwas, das in mir große Emotionen weckt. „Mostarghia“ erzählt von meiner Kindheit im früheren Jugoslawien und beschreibt unsere Geschichte als Flüchtlinge. Es ist die Historie jenes Landes durch die Augen meiner Familie. Kuba ist meine zweite Heimat, denn für meinen Vater, in einer kommunistischen Nation geboren, war Kuba immer ein Idol und er sah es stets als Land an, das er besuchen und wo er sich bilden müsse. Ich habe seither diese Idee zu meiner eigenen gemacht.“

Der Pavillon des Ehrengastlandes wird heute offiziell eröffnet Photo: Juvenal Balán

Desweiteren bot der kolumbianische Schriftsteller Santiago Gamboa, ein eifriger Besucher der Buchmesse von Havanna, der den kubanischen Lesern dadurch bekannt ist, dass er schon bei früheren Gelegenheiten seine Fiktion über das Editorial „Arte y Literatura“ publiziert hatte. Nun folgt beim selben kubanischen Herausgeber der Roman „Das Ulysses Syndrom“. „Ich bin von der Messe begeistert, von der kubanischen Kultur und ihrer Literatur, die ich seit meiner Studentenzeit lese. Es erscheint mir sehr wichtig, dass Kanada Ehrengastland ist, denn es ist stets ein Freund Kubas gewesen – in guten wie in schlechten Zeiten. Kuba ist immer ein Leuchtturm gewesen und ich bin hocherfreut, hier kanadische Schriftsteller mit verschiedenen Hintergründen zu sehen, die gekommen sind, ihre Werke mit den Kubanern zu teilen. Diese Vielfalt kommt mir vor wie eine Ode an die Freiheit, an die Multikulturalität.“

UNSERE GESCHICHTE UND FIDEL

Im Pavillon K-5 befindet sich das Kulturprojekt “Unsere Geschichte und Fidel” des Verlagshauses Verde Olivo gemeinsam mit dem Historischen Institut und dem Büro für Historische Angelegenheiten des Staatsrats.

Der Ausstellungssaal zeigt die frühe Beziehung des Comandante en Jefe zur Literatur. Zu sehen sind Fotografien von Fidel beim Lesen und die Original-Bücher, die er vor dem Angriff auf die Moncada-Kaserne und später während seiner Haft im Presidio Modelo und im Exil las. In ihnen kann man auf mehreren Seiten Randnotizen seinerseits bewundern wie auch Fragmente der Werke José Martís, die von seiner Hand unterstrichen sind.

Auch wird eine Auswahl an Texten vorgestellt, die vom historischen Revolutionsführer verfasst wurden.

Überdies zeigt der Pavillon eine Ausstellung visueller Kunst, bestehend aus 13 Gemälden und einer Installation bedeutender kubanischer Künstler wie Alicia Leal, Juan Moreira, Diana Balboa, Flora Fong, Kamyl Bullaudy u.a.

Vor dem Zelt der Großen Bibliothek befindlich, wird der K-5 das Szenario für Präsentationen von Büchern sein, die durch die drei Institutionen herausgegeben wurden, außerdem für Konferenzen, Dokumentationen, Gedichtrezitationen und diverse kulturelle Aktivitäten.