OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: José Manuel Correa

Die Behauptung des US-Kriegsministers Pete Hegseth, Kuba stelle eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA dar, ist nichts weiter als ein Ablenkungsmanöver, ein plumpes Propagandamanöver, um das Ungerechtfertigte zu rechtfertigen: den erneuten Interventionismus der aktuellen Regierung gegen eine kleine Nation, die seit fast sieben Jahrzehnten blockiert und schikaniert wird.

Woraus besteht diese angebliche „Bedrohung“? Laut Hegseth und seinem Verbündeten Mario Díaz-Balart – einer immer wieder auftretende Figur beim von Südflorida aus finanzierten  anti-kubanischen Hass, besteht sie aus russischen Schiffen, darunter einem Atom-U-Boot, die in kubanischen Häfen anlegen. Um es klarzustellen: Die Anwesenheit von Schiffen eines befreundeten Staates in souveränen Häfen stellt für niemanden eine Bedrohung dar. Es ist eine gängige Praxis in den internationalen Beziehungen. Russland legt in Havanna an. Die Vereinigten Staaten legen in Rota, Yokosuka und Bahrain an. Sind Spanien, Japan oder Bahrain deshalb „Bedrohung“ für den Rest der Welt? Natürlich nicht. Eine riesige Heuchelei. 
Kuba hat keine ausländischen Militärbasen auf seinem Territorium, abgesehen von der illegalen Basis, die die USA in Guantánamo unterhalten. Es hat keine Flotten im Golf von Mexiko stationiert. Es droht keinem Nachbarstaat mit Invasion, Blockade oder Umsturz. Ganz im Gegenteil: Gerade Kuba hat Invasionen (die Invasion in der Schweinebucht), Attentatsversuche auf seine Führung (mehr als 600 dokumentierte Angriffe auf Fidel Castro), eine immer noch bestehende, völkermörderische Wirtschaftsblockade und nun auch noch die offene Drohungen erlitten  „die Kontolle über die Insel zu übernehmen”. Die eigentliche Bedrohung kommt aus dem Norden, nicht aus dem Süden.

Washingtons selektive Einstufung Kubas als Bedrohung wirkt umso grotesker, wenn man bedenkt, dass die Vereinigten Staaten weltweit über 800 Militärbasen unterhalten, ihre Marineflotte über alle Ozeane patrouilliert, ihre Atom-U-Boote regelmäßig vor den Küsten dutzender Länder stationiert sind und sie seit dem Ende des Kalten Krieges in mehr als dreißig Ländern militärisch interveniert haben. Doch wenn Kuba einen symbolischen Besuch eines russischen Schiffes zulässt – ein souveränes Recht jedes Landes –, wird daraus eine „nationale Sicherheitskrise“. Doppelmoral pur.
Das wahre Motiv dieser Farce ist politischer und wahlpolitischer, nicht strategischer Natur. Der derzeitige Bewohner des Oval Office braucht einen äußeren Feind, um seine radikalisierte Anhängerschaft in Florida zu mobilisieren. Díaz-Balart muss jahrzehntelange gescheiterte Politik der Bestrafung rechtfertigen. Und Hegseth befolgt lediglich Befehle. Die Taktik ist altbekannt und riecht nach haltloser Rhetorik: Man erfindet eine äußere Bedrohung, um Aggressionen zu rechtfertigen, die ansonsten illegitim wären. Das haben sie schon mit den „Massenvernichtungswaffen“ im Irak getan. Jetzt wiederholen sie das gleiche Muster mit den „russischen Spionageschiffen“ in Kuba.

Das Erbärmlichste daran ist, dass sie es nicht einmal zu verbergen versuchen. Der US-Präsident selbst hat bereits gedroht, Kuba „fast sofort“ zu übernehmen, sobald der Krieg gegen den Iran beendet ist. Mit anderen Worten: Sie geben offen zu, dass keine wirkliche Gefahr besteht, sondern nur eine  Agenda zur Eroberung. Und währenddessen stranguliert die Erdölblockade die kubanische Bevölkerung, die Sanktionen häufen sich, und Havanna stellt nach wie vor keinerlei Bedrohung für die Sicherheit der US-Amerikaner dar – das hat es nie getan –, sie existierte immer nur in der Paranoia, die von einer Handvoll radikalisierter Politiker und Exilanten geschürt wird.

Kuba ist keine Bedrohung für die Vereinigten Staaten. Es war es nie und wird es nie sein. Es ist vielmehr ein ständiges Opfer der systematischen Feindseligkeit des mächtigsten Imperiums der Geschichte. Was Washington als „Bedrohung“ bezeichnet, ist nichts anderes als Kubas Wille, seine Souveränität auszuüben, frei zu entscheiden, mit wem es Beziehungen aufnimmt, und seine Weigerung sich zu unterwerfen oder zu verkaufen. Und das ist für diejenigen, die die Welt als ihr persönliches Eigentum betrachten, unerträglich.