OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS

Die Beispiele von Martí, Fidel und Che müssen immer in unseren Klassen, Herzen und Köpfen präsent sein; heben wir uns den Pessimismus für bessere Zeiten auf, sagte der brasilianische Theologe Frei Betto auf einer Konferenz am dritten Tag des Kongesses Pädagogik 2019, an dem über 1000 Delegierte und Gäste aus 43 Ländern teilnehmen.

Die aktuelle Lage der Völker, hauptsächlich in Lateinamerika und welchen Einfluss der Stoff hat, der dort gelehrt wird, war der Faden, der sich durch seinen Beitrag zog, der unter der Überschrift „Erziehung und kritisches Bewusstsein“ stand. In diesem Zusammenhang wurden viele Fragen gestellt und beantwortet wie z.B. auf welche Weise man in die Bildung immer mehr in einen Prozess des kritischen Bewusstseins und für einen sozialen Protagonismus verwandeln könne.

Vor einem überfüllten Saal begann er damit, seine Rede dem 60. Jahrestag der kubanischen Revolution und der Freilassung seines Freundes und Compañeros Luis Inácio Lula Da Silva zu widmen, was von anhaltendem Beifall des Publikums, das sich dafür erhoben hatte, begleitet wurde.

Entweder entwickeln wir ein pädagogisches Projekt, um mehr Arbeiter für den kapitalistischen Markt zu produzieren und um so das System der sozialen Ungleichheiten weiter zu vertiefen, oder wir bilden Menschen heran, die glücklich sind, eine politische und soziale Rolle einnehmen, die auf ethischen, moralischen und solidarischen Prinzipien beruht“, sagte er.

Er führte aus, dass aus den Universitäten technisch sehr gut ausgebildete Personen hervorgingen, denen aber viele Werte fehlten, darunter auch die Ethik, was dazu führe, dass die brasilianischen Ärzte nicht in abgelegenen Gebieten arbeiten wollten, wie dies die kubanischen Ärzte im Programm Mais Médicos getan hätten.

Mehrmals in seinem Redebeitrag kam er auf das Beispiel Kubas zurück, weil das kubanische Volk das Gegenmittel gegen den Neoliberalismus habe: revolutionäres und sozialistisches Bewusstsein, und weil es sich niemals von seiner Geschichte, dem Erbe seiner Vorkämpfer und Männern wie Fidel, Raúl und Che getrennt habe.

Er führte die jüngsten Statistiken von Oxfam an, wie die, dass 1978 das Lohnverhältnis zwischen dem Direktor eines Unternehmens und eines Arbeiters 30 zu 1 gewesen sei. Im vergangenen Jahr jedoch sei es 321 zu 1 gewesen. Er fügte hinzu, dass die Regierungen in den Ländern auf dem Weg der Entwicklung weniger Kapazitäten hätten, um in Projekte für das Allgemeinwohl zu investieren.

Und was hat nun die Bildung mit der Pyramide der ganz wenigen ganz Reichen an der Spitze und einer Basis mit den von Armut Geplagten zu tun. Nun, wir befinden uns in dem Dilemma ob Bildung Ungleichheit bewahrt oder zum Handeln aufruft, die Situation zu verändern“, betonte er.

Er sprach sich für eine Schule aus, die in ihrem historischen Moment und ihrer geographischen Lage eingebettet ist, damit die Lernenden sich Fragen stellen über die Welt, in der sie leben und welche Welt sie möchten und Antworten darauf finden, im Gegensatz zu der Praxis, die in der kapitalistischen Gesellschaft um sich greift, die die falschen Werte des Konsumismus fördert, die zur Frustration bei den Jugendlichen führen und den Weg frei machen für die Drogensucht.

Er zeigte sich überzeugt davon, dass die Schule eine politische Einheit zur Ausformung von Staatsbürgern und Staatsbürgerinnen bilden müsse. Daher, und er bezog sich auf den historischen Führer der kubanischen Rvolution, müssten wir immer besser den großen Meister kennenlernen, der dieses Land hin zu einer freien, ehrlichen, arbeitsamen und solidarischen Gesellschaft geführt hat und weswegen es Ärzte und Angehörige anderer Berufgsruppen in Hunderten von Ländern gebe, vor allem in den ärmsten.