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In den 16 Minuten in denen der Tornado durch die Hauptstadt zog, hat er alles auf seinem Weg niedergerissen Photo: Jose M. Correa

Havanna, 27. Januar 22:30 Uhr, ein Auto der Zeitung Granma fährt in Richtung Bezirk Diez de Octubre, um einen Arbeiter nach Hause zu bringen.

Wir sollten bereits um 21:30 Uhr losfahren, aber Wind und Regen verzögerten die Abfahrt. Ein vorausschauender Compañero riet so lange zu warten, bis der Wind sich abschwächen würde, der zu dieser Zeit noch in heftigen Böen wehte.  

Die Scheinwerfer des Autos beleuchteten die Straße, umgefallene Bäume, Pfosten, elektrische Leitungen und Dachbedeckungen versperrten uns den Weg, die Stadt lag völlig im Dunkeln und je mehr wir uns der Calle General Lacret näherten, um so schlimmer gestaltete sich das Szenario.

Aus dem Schatten erheben sich die Bilder der Zerstörung, umgestürzte, zerstörte Autos und inmitten der Finsternis leuchten uns die Leute mit ihren Taschenlampen, sie führen uns, sie warnen und, das Volk ist auf der Straße.

Der, der sein Haus verloren hat, findet ein dach im Haus des Nachbarn, dem Verletzten wird sofort geholfen, die Leute sind mobilisiert, sie geben alles, bieten alle Hilfe an. Nichts demaskiert die Lüge so wie das Unglück. Alles Negative, was man über die Bewohner Havannas sagt, ist ausgelöscht, der Trugschluss hat keinen Raum mehr, wenn sich die Tapferkeit und die Solidarität in seiner ganzen Größe zeigen, vermischt mit der Bescheidenheit des einfachen Menschen, der das teilt, was er hat, das was er vor dem Sturm retten konnte.

Der Fahrer unseres Autos, kommt langsam in der Dunkelheit voran, denn er muss Kabeln und umgefallenen Bäumen ausweichen. Wir sehen fast nichts, stoßen mit Abfallcontainern zusammen, die auf der Straße liegen, wir treffen auf ein Stück Dach. Wir versuchen die beste Möglichkeit zu finden anzukommen, handeln ganz natürlich, das ist etwas, was in einem drin ist, losgelöst handeln, mutig ohne dafür gelobt werden zu wollen. „Wirst du ihn bis nach Hause bringen?“, aber natürlich, antwortet er.

Ich erinnere mich an die Tage in Guantánamo, zu Zeiten des Hurrikan Matthew, als Baracoa über sich hinauswuchs und sich mit Solidarität und Heroismus erhob. Damals war ich da, ich war Zeuge der Größe unseres Volkes. Nie zuvor habe ich mich so stolz gefühlt Kubaner zu sein. Und letzte Nacht war ich wieder stolz, in der Hauptstadt zu leben, dazu zugehören, einer von jenen zu sein, die das Unglück des anderen als ihr eigenes empfinden.

Auf der Rückfahrt sehen wir mehr Leute arbeiten, die Straßen säubern, zusammenarbeiten. Gestern war der Geburtstag des Apostels José Martí, Kuba vereint uns ...