OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Von links nach rechts: Jorge Luna, Paulo Cannabrava, Gustavo Espinoza, Hugo Guzmán, Andrea Holgado und Stella Calloni. Photo: Ismael Batista

Die Herausforderungen des lateinamerikanischen Journalismus im aktuellen Kontext sind in der Technologie und dem Missbrauch der großen Medien der Massenverbereitung zu finden. Der entsteht, wenn das Kapital oder die persönlichen Interessen den moralischen Kompass jener bestimmen, die die Information managen; die Zukunft wird zugunsten einiger weniger verpfändet.

Darüber und über andere dringliche Probleme der Gegenwart handelte der zweite und letzte Sitzungstag des Internationalen Journalismusforums zum 60. Jahrestag der Operation Wahrheit und der Gründung von Prensa Latina.

Die argentinische Journalistin und Schriftstellerin Stella Calloni wies in ihrem Vortrag „Aufstandsbekämpfungskrieg, Medienübungen, entkolonisierende Antworten und Widerstände der Kommunikation im XXI. Jahrhundert“ daraufhin, wie wichtig es sei, ein lateinamerikanisches Netz zu schaffen, das in der Lage ist, die Nachrichtenmanipulation zu bekämpfen.

Sie berichtete über die Erfahrungen, die sie in ihrem Land als Übermittlerin von Information gemacht hat. Sie wies auch auf die Gefahren hin, die mit ihrem Beruf verbunden seien, den laut Prensa Latina in den letzten vier Jahren 187 Journalisten mit dem Leben bezahlten.

Calloni erinnerte an den Fall der 3.000 argentinischen Reporter, die aus ideologischen Gründen ihren Arbeitsplatz verloren, wozu auch eine weitere Rednerin auf der Veranstaltung Andrea Hidalgo gehört.

Der Direktor der Publikation Diálogos del Sur Paulo Cannabrava sprach über die Chaos Strategie, die Prämisse unter der Figuren wie Jair Bolsonaro und Donald Trump an die Macht kamen.

Die kubanische Journalistin Rosa Miriam Elizalde behandelte in ihrem Beitrag mit dem Titel „Die Herausforderung des Journalismus im digitalen Szenario Lateinamerikas“ die neue Medienarchitektur. „ Während die großen Medien die Agenda vorgeben, beschäftigen sich die anderen mit deren persönlicher und emotionaler Verankerung. Heute bildet sich die öffentliche Meinung nicht nur aus der veröffentlichten Meinung, sondern aus der geteilten Meinung.“ Sie sprach auch über das Gesetz des falschen Twitterns und über andere Phänomene, die man in den sozialen Netzen finden kann. „Die am Anfang stehende ungenaue Information wird zu 70 % mehr retweetet als jede spätere Korrektur“, sagte sie und zitierte dabei die Ausführungen des Journalisten und Begründer des Blogs Regret the Error, Craig Silvmerman, was beweist, dass „die Verbreitung der Lüge in diesem Netz unendlich größer ist, als die der Wahrheit“, sagte Elzalde.