OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Fidel Castro im Sitz der Vereinten Nationen am 12. Oktober 1979. Photo: Jorge Oller

Die jüngsten Ereignisse in unserem Amerika haben die Vorhersagen von Fidel, dem Kommandanten, bestätigt, der diese kleine Insel im Karibischen Meer zu dem gemacht hat und macht, was sie heute für jeden seiner Bewohner ist und was sie für die Welt darstellt.

Wenn wir Kubaner etwas immer gehabt haben, so ist es die Gesellschaft von Fidel, das Flüstern seiner Ideen, die Bestimmtheit seiner Handlungen, das Vertrauen in seine Führung. Er ist weiterhin bei den Pionieren, die an jedem Morgen versprechen, einmal wie Che zu sein, bei dem Arbeiter, der loszieht und sich dem Transport der Stadt stellt, in der Würde der Ärzte, die aus einem fremden Land zurückkehren oder zurückgebracht werden, nachdem sie ihre Mission erfüllt haben, Tausende zu heilen; in den Jugendlichen, den älteren Menschen, den Frauen ... Er ist einfach da, denn das strategische Denken Fidels ist nicht begrenzt, war es nicht, als er vom Klimawandel sprach, noch als er auf die Notwendigkeit der Vereinigung der lateinamerikanischen Linken hinwies oder als er in jeder seiner Reden in der Organisation der Vereinten Nationen (UNO) dafür eintrat, dass die Länder der Dritten Welt ihre natürlichen Ressourcen als einzige Form der Nichtabhängigkeit vom Imperialismus nutzen sollten, als Alternative zu Plünderungen und zur permanenten Kriegsandrohung.

Indem wir die Redebeiträge, Artikel und Überlegungen von Fidel erneut ansehen, können wir feststellen, dass es genau seine Sorge um die Probleme der Menschheit ist, die ihn zu der festen Überzeugung treibt, die kubanische Revolution und die Emanzipationswelle in Lateinamerika und der Karibik anzuführen. Das Werk seines ganzen Lebens stellte stets den Menschen in den Mittelpunkt seines Denkens.

Berühmt ist jene Rede Fidels vom 12. Oktober 1979 auf der 34. Sitzungsperiode der Generalversammlung der Vereinten Nationen, als er im Namen der Bewegung der Nichtpaktgebundenen Staaten die Weltordnung in Frage stellte, die auf der Verschwendung und der rücksichtslosen Plünderung der Reichtümer und Rohstoffe der unterentwickelten Länder beruhte.

„Ich bin nicht als Prophet der Revolution hierher gekommen; ich bin nicht gekommen, um zu erbitten oder zu wünschen, dass die Welt auf gewaltsame Weise umgewälzt werde. Wir sind gekommen, um von Frieden und Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu sprechen, und wir sind gekommen, um darauf aufmerksam zu machen, dass, wenn wir die gegenwärtigen Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten nicht friedlich und klug lösen, die Zukunft apokalyptisch sein wird.“

Die Gefahr der Beschädigung der Natur und damit des Planeten war immer ein Argument des Kampfes des historischen kubanischen Führers. Eine der am meisten in Erinnerung gebrachten Ansprachen ist jene, die er auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung am 12. Juni 1992 machte, die auch als Weltgipfel der Erde bekannt ist. Dort sagte er:

„Es muss darauf hingewiesen werden, dass die Konsumgesellschaften die Hauptverantwortlichen der grässlichen Zerstörung der Umwelt sind. Sie entstanden aus den alten kolonialen Metropolen und der imperialen Politik, die gleichzeitig die Rückständigkeit und Armut hervorbrachte, die heute die immense Mehrheit der Menschheit heimsuchen.

Sie haben die Meere und Flüsse vergiftet, sie haben die Luft verschmutzt, sie haben die Ozonschicht geschwächt und durchlöchert, sie haben die Atmosphäre mit Gasen durchtränkt, die die klimatischen Bedingungen mit katastrophalen Auswirkungen verändern, unter denen wir bereits zu leiden haben. Die Wälder verschwinden, die Wüsten breiten sich aus, jedes Jahr landen Milliarden Tonnen fruchtbares Land im Meer.“

„Wenn man die Menschheit vor dieser Selbstzerstörung retten will, müssen die auf dem Planeten verfügbaren Reichtümer und Technologien besser verteilt werden. Weniger Luxus und weniger Verschwendung (...). Kein weiterer Transfer von Lebensstilen und Konsumgewohnheiten, die die Umwelt ruinieren, in die Dritte Welt. Lasst das menschliche Leben rationaler werden. Wendet eine faire internationale Wirtschaftsordnung an (...). Zahlt die ökologischen Schulden und nicht die externen Schulden. Der Hunger sollte verschwinden und nicht der Mensch“, sagte Fidel.

Welch Gültigkeit haben noch immer seine Warnungen vor dem menschenschädlichen Charakter der Entscheidung, Lebensmittel in Brennstoff umzuwandeln! Ungefähr zwei Jahrzehnte später stellen diese Worte eine Herausforderung für die Realität der Welt dar; Die Beziehung des Gleichgewichts zwischen Mensch und Natur ist weiterhin in Gefahr, noch immer gibt es jene beiden großen Bedrohungen für die menschliche Gattung: den Klimawandel und die Nahrungsmittelkrise.

„Die Vereinigten Staaten, Europa und andere Industrieländer würden jedes Jahr mehr als 140 Milliarden Dollar einsparen, ohne sich Sorgen über die Klima- und Hungerbedingungen zu machen, die in erster Linie die Länder der Dritten Welt betreffen würden. Sie hätten immer Geld für den Biokraftstoff übrig und um die wenigen auf dem Weltmarkt verfügbaren Lebensmittel zu jedem Preis kaufen“, sagte er in einer Reflexion am 30. April 2007.

Andererseits hörte Fidel nicht auf, vor den Gefahren zu warnen, die sich aus der beschleunigten und raubgierigen Entwicklung des Kapitalismus, dem ungestraften Vorgehen des Imperialismus gegen die Menschen und den Risiken ergaben, dass vom Menschen hervorgebrachte wirtschaftliche und politische Ereignisse das menschliche Überleben selbst in Gefahr brachten und noch immer bringen.

Er verwies auf die Konzentration des Reichtums in wenigen Händen, die Kolonialisierung und Neokolonisierung der Völker auf der Grundlage einer Politik des Völkermords; auf die Rassentrennung, das Wettrüsten und die Atomwaffen.

„Der Lärm der Waffen, der drohenden Ausdrucksweise, der Arroganz auf der internationalen Bühne muss aufhören. Genug der Illusion, dass die Probleme der Welt mit Atomwaffen gelöst werden können. Bomben können die Hungernden, die Kranken, die Unwissenden töten, aber sie können nicht den Hunger, die Krankheiten und die Unwissenheit töten. Auch die gerechte Rebellion der Völker können sie nicht töten, und im Holocaust würden auch die Reichen sterben, die auf dieser Welt am meisten zu verlieren haben.“

„Verabschieden wir uns von den Waffen und widmen wir uns auf zivilisierte Weise den drückendsten Problemen unserer Zeit. Das ist die Verantwortung und die heiligste Pflicht aller Staatsmänner der Welt.Dies ist außerdem die unabdingbare Voraussetzung für das menschliche Überleben“, sagte Fidel mit seinem weltumspannenden Denken auf dem Weltgipfel der Erde.

Der Kampf um den Frieden, regional und global, war ein weiterer Pfeiler seiner politischen Arbeit und Führung. Eine tiefen Eindruck auf ihn hinterließen die Atombomben, die die Vereinigten Staaten 1945 auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki geworfen hatten, aber auch jener Oktober 1962, als es zur sogenannten Raketenkrise kam, die die Menschheit „an den Rand des atomaren Holocausts“ brachte und Mitte 1987 die Konfrontation unserer Truppen mit den rassistischen südafrikanischen Truppen, welche mit den Atomwaffen bewaffnet waren, bei deren Schaffung Israel geholfen hatte.

Fidel sah es damals voraus und heute klingen seine Worte wie ein Glockenläuten im Bewusstsein der Menschheit. Jetzt geht die Welt zu diesen Gefahren zurück, als würde sie durch ein Minenfeld laufen, es wird mit dem Rückzug und der Nichteinhaltung von Atomabkommen gespielt, Zivilisten werden ohne die geringste Scham bombardiert, die Atommacht von Großmächten wird herausgefordert, es wird experimentiert und erfunden, wie eine Waffe noch zerstörerischer gemacht werden kann, und in dieser Spirale der Gewalt wird wahllos getötet.

Erinnern wir uns daran, als Fidel sagte, dass die Explosion von einhundert Atomwaffen ausreichen würde, um die menschliche Existenz zu beenden, und dass kein Land der Welt über Atomwaffen verfügen sollte, dass diese Energie in den Dienst der menschlichen Gattung gestellt werden sollte.

Fidels Vision einer gerechten internationalen Ordnung war bereits vor dem revolutionären Triumph des Januar 1959 in seinem politischen Denken. Die kämpferische Erfahrung der emanzipatorischen Kämpfe seit dem 19. Jahrhundert inspirierte das internationalistische Gefühl der von Fidel befehligten Guerilla in der Sierra Maestra. Von den ersten Jahren der Revolution an hatte das kubanische Volk sowohl militärisch als auch zivil seinen Beitrag zu den Entkolonialisierungsprozessen in Afrika geleistet.

Andererseits erlangte zu Beginn der achtziger Jahre sein Aufruf zur Anullierung oder Erlassung der Auslandsverschuldung und der Änderung der ungünstigen Bedingungen für den Handelsaustausch mit den Ländern der Dritten Welt eine besondere Bedeutung. „Diese Schulden sind nicht nur unbezahlbar, sondern auch uneinbringlich“, stellte der kubanische Führer fest.

Die Einheit und Integration der politischen Kräfte der Welt, insbesondere jedoch in Lateinamerika und der Karibik, war ebenfalls eine der Schlachten von Fidel, denen er seine Bemühungen zur Förderung und Unterstützung von Initiativen widmete, wie der Bewegung der nichtpaktgebundenen Staaten und der Herausbildung der Gemeinschaft der Staaten Lateinamerikas und der Karibik.

Fidels Vision, Ereignisse zu antizipieren, sie vorauszusehen und vor ihren Folgen zu warnen, sowie sein Charisma und politisches Ansehen, um die Dinge in jedem Szenario bei ihrem Namen zu nennen, bleibt ein Leitfaden für all jene in verschiedenen Teilen der Welt, die von einem Planeten träumen, auf dem Kohärenz und gesunder Menschenverstand herrschen, um sich den komplexesten Problemen, der Zusammenarbeit und dem Multilateralismus zu stellen, und auch wo der Mensch Herrscher über sein eigenes Schicksal sein kann.

Für diesen Text wurde ein am 23. November 2010 veröffentlichter Artikel des Forschungszentrums für Internationale Politik Kubas konsultiert.