OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS

Nachdem er in den Nachmittagsstunden den Bereich um Cap San Antonio im extremen Westen der Provinz Pinar del Rio überquert hatte bei Windgeschwindigkeiten zwischen 120 und 140 km/h mit Böen von bis zu 171 km/h laut den vom dortigen meteorologischen Institut vorgenommenen Messungen, befand er sich in der vergangenen Nacht über Gewässern des südöstlichen Golfes von Mexiko mit nördlichem Kurs; im Laufe des heutigen Tages wird er sich graduell von Kuba entfernen.

Auf seinem Weg durch diesen Teil des nationalen Territoriums brachte er vor allem Orten in Pinar del Rio, der Insel der Jugend und Artemisa heftige Niederschläge. Vorläufigen Berichten zufolge fielen in nur sechs Stunden 106 Millimeter Regen in Isabel Rubio, 95 mm in Cap San Antonio und 81 mm in San Juan y Martínez. In Cortés im Süden Pinar del Rios registrierte man Küstenüberschwemmungen, bei denen das Meer etwa 50 Meter tief eindrang.  

Dr. Miriam Teresita Llanes, Leiterin des Prognosezentrums des Meteorologischen Instituts, teilte Granma mit, dass auch am heutigen Dienstag noch Wolkenbänder dieses sich in weitläufiger Zirkulation befindenden Wetterphänomens die Wahrscheinlichkeit des Auftretens zahlreicher Platzregen in der westlichen Region in sich bergen.

Michael könne sich in den nächsten 24 bis 36 Stunden im Golf von Mexiko noch in einen Hurrikan großer Intensität verwandeln, während er sich den USA nähert.

FOLGEN FÜR PINAR DEL RIO

Mit über 54 % seines Territoriums ohne Strom, sichtbaren Schäden in der Landwirtschaft und 13 seiner 24 Stauseen überflutet erduldet Pinar del Rio die Auswirkungen des Hurrikans Michael.

Obwohl es noch zu früh ist für eine Bestandsaufnahme der Schäden, weiß man doch, dass mehr als 125.800 Stromverbraucher provinzweit ohne Elektrizität sind.

Ingenieur Yosvani Torres, Direktor des Unternehmens Eléctrica Pinareña, präzisierte, dass namentlich Sandino, Guane, Mantua und Minas de Matahambre, wo es durch Fehler im System zu Totalabschaltungen habe kommen müssen, besonders schwer betroffen seien.

In der Provinz sind die Räte des Zivilschutzes auf allen Ebenen weiter in Bereitschaft und man ergreift die vorgesehenen Maßnahmen zum Schutz von Menschen und wirtschaftlichen Gütern. Julio César Rodríguez Pimentel, Präsident des Zivilschutzrates (CDP), erläuterte, dass in allen Territorien die Situation genau beobachtet werde.

Unter den vom CDP verbreiteten Anweisungen dahingehend, was nach der Heimsuchung durch Michael zu berücksichtigen sei, ist die permanente Überwachung der Talsperren im System der Wasserreservoire sowie die der kleinen Stauseen der Landwirtschaft, um auf alles rechtzeitig reagieren zu können. Außerdem gilt es, die staatlichen Ressourcen an Entitäten und Lagern zu sichern, unter letzteren 23.000 Tonnen geernteten Tabaks, die in ungefähr 600 Deponien lagern.

Aus einigen Küstenzonen wird über Meereseinbrüche berichtet. In diesen Fällen wurden die Bewohner der tief gelegenen Bereiche an sichere Orte verbracht. In der Gemeinde La Bajada, die bekannt dafür ist, häufig unter Überflutungen zu leiden, wurde eine ähnliche Operation durchgeführt.

ÓMNIBUS NACIONALES

Aufgrund der Nähe des Hurrikans Michael und der meteorologischen Bedingungen, die sich daraus für die westlichen Provinzen ergeben, wurden die Fahrten des Transportunternehmens Ómnibus Nacionales von und nach Pinar del Rio seit Montag ausgesetzt.

Man wendet das in solchen Fällen bewährte Verfahren an und bewahrt die Kommunikation mit den Passagieren auf der Warteliste und denen mit Reservierungen, die, sobald die Transportmöglichkeiten wiederhergestellt sind, prioritär behandelt werden. Diejenigen, die dann nicht mehr zu reisen wünschen, haben 15 Tage vom Datum der Wiederaufnahme des Beförderungsbetriebs an das Recht auf eine 100prozentige Rückerstattung des Fahrtpreises.