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Der kubanische Präsident besuchte die Arbeiter und Arbeiterinnen auf ihrem Arbeitsplatz in der Fabrik La Conchita Photo: Estudio Revolución

PINAR DEL RÍO -„Mit diesem systematischen Kontakt und den Gesprächen möchten wir bei den Problemlösungen helfen“, versicherte der Präsident des Staats- und des Ministerrats Miguel Díaz-Canel Bermúdez am ersten Tag seines Arbeitsbesuchs in Pinar del Rio an der Universität Hermanos Saíz Montes de Oca.

Nachdem er dort an einer Versammlung zur Befragung des Verfassungsentwurfs teilgenommen hatte, sagte Díaz-Canel, dass dies nicht allein sein Besuch sei, sondern der des Ministerrats.

Er führte aus, dass verschiedene Minister ihn bei diesen Rundreisen begleitet hätten, die er durch das ganze Land gemacht habe und anschließend dann an ihren Strukturen gearbeitet hätten. Er sagte weiter, dass diese Besuche einen besseren Kontakt mit den Regierungen der einzelnen Gebiete förderten.

Photo: Estudio Revolución

„Zum Schluss, bei dem Resumee, entstehen Entwürfe für den Wirtschaftsplan des kommenden Jahres oder es ergeben sich Dinge, bei deren Lösung man auf die eine oder andere Art helfen kann. Das wollten wir mit diesem Arbeitsstil erreichen: dass dies eine Regierung ist, die der Bevölkerung dient“, bekräftigte er.

„Wenn es sich um sehr große Probleme handelt, die man nicht vollständig lösen kann, so kann man doch versuchen, ein kleines Stück davon anzugehen und ein bisschen voranzukommen“, fügte er hinzu.

Um persönlich direkt in Tuchfühlung mit der Provinz zu kommen, kam der kubanische Präsident offen mit den Menschen an seinen jeweiligen Besuchsorten ins Gespräch. Er ließ sogar sein Fahrzeug im Zentrum der Stadt anhalten, um auszusteigen und die Bevölkerung zu begrüßen.

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„Die Menschen haben uns freimütig von allen Problemen erzählt, die es in der Provinz gibt: die Beförderung, die Wasserleitungen, die Preise, die Löhne, die Verfügbarkeit von Baumaterialien und die Verzögerungen beim Wohnungsbau. Die Leute sind sehr offen gewesen.“

EINE INDUSTRIE, DIE IN KUBA UND DER WELT ANERKANNT IST

Die erste Station der Rundreise war die Konservenfabrik La Conchita, eine Industrie, die einmal für acht unterschiedliche Sparten exportieren konnte und die jetzt aufgrund technologischer Veralterung und des schlechten Zustands der Mehrheit ihrer Installationen, dies überhaupt nicht mehr tut.

Dort erfuhr Díaz-Canel, dass im Jahr 2018, nach einem langen Investitionsprozess, das Abwassersystem der Fabrik fertiggestellt sein werde, ein unerlässlicher Schritt für eine Modernisierung.

Die Ministerin für Nahrungsmittelindustrie Iris Quiñones Rojas führte aus, dass für 2019,die Sanierung der Fabrikbereiche vorgesehen sei, die aktuell für die Lagerung benutzt würden, um dort neue Produktionslinien mit festgelegten Sicherheitsnormen zu errichten.

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Der Präsident des Staats- und des Ministerrats drängte darauf, das Projekt so weit es möglich sei, zu beschleunigen und wies dabei auf die Ergebnisse der Landwirtschaft der Provinz und das Prestige der Marke Conchita hin.

„Die ist eine für die Provinz emblematische Industrie, für die ihre Bewohner eintreten und deren Produkte in ganz Kuba bekannt sind“, sagte er.

Dann machte er, wie dies bei diesen Besuchen bereits zur Gewohnheit geworden ist, außerhalb des Protokolls einen Rundgang durch die Einrichtungen, beschmutzte sich seine Schuhe, als er an den Produktionslinien für Papaya und Guayaba vorbeikam und sprach mit den Männern und Frauen, die es trotz der schlechten Zustände möglich gemacht hatten, dass La Conchita im Jahr 2018 die Industrie des Landes war, die in der Mango- und Tomatensaison die besten Ergebnisse erzielt hat.

Eine der Arbeiterinnen, mit denen der Präsident sprach, war Yusimí Sánchez, die ihm gegenüber ihre Unzufriedenheit mit dem Lohn zu bestimmten Zeiten des Jahres zum Ausdruck brachte, nämlich dann, wenn die Wirtschaftsaktivität nachlasse, aber sie bekräftigte auch, dass sie sich weiter in diesem Betrieb engagieren werde, in dem sie schon 18 Jahre arbeite.

„Dies ist ein kämpferisches Kollektiv“, meinte sie.

EINE ROBUSTERE VERFASSUNG

Das Politechnikum Tranquilino Sandalio de Noda, eine Einrichtung, die bereits seit 106 Jahren Studenten in landwirtschaftlichen Fächern ausbildet, war ein weiteres Ziel seines Besuches.

Dort erkundigte sich Díaz-Canel nach der Qualität des Unterrichts, nach der Motivation der Schüler und ihren Erwartungen, wenn sie ihr Examen bestanden haben.

„Lernen die Studenten heute mehr als du damals?, fragte er Yaquelín Barrios, die vor 18 Jahren dort ihre Abschlussprüfung abgelegt hatte und jetzt als Professorin dort arbeitet.

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Er wollte auch wissen, was über den Verfassungsentwurf gedacht werde, der gerade der Volksbefragung unterzogen wird.

„Es bestehen große Erwartungen an das, was die Jugendlichen zu dieser Debatte beitragen können. Es ist sehr wichtig, dass ihr mitmacht, denn dies ist eine Verfassung für die Gegenwart, aber vor allem auch für die Zukunft des Landes“, betonte er.

Über den Verfassungsentwurf sprach er auch mit Studenten und Professoren der Universität Hermanos Saíz Montes de Oca.

Er warnte sie davor, dass die westlichen Medien, hauptsächlich die Presse, die Kuba angreift, versucht habe, zwei Hauptsichtweisen zu schaffen.
“Eine besteht darin, dass der kubanische Bürger nicht an der Verfassung interessiert sei und das ist eine Lüge, die sofort konterkariert wird, denn die gedruckte Version in Tabloid Format ist vielerorts bereist ausverkauft und man fordert eine neue Auflage“, sagte Díaz-Canel.

„Die zweite Sichweise, die man uns versucht vorzuschreiben, ist die, dass die Volksbefragung sinnlos sei, weil die Verfassung praktisch schon verabschiedet sei und das ganze nur ein Theater wäre“, sagte er.

„Ich bin jedoch davon überzeugt, dass der definitive Text robuster sein wird, nachdem alle Beiträge eingearbeitet sind, die die Leute machen“, sagte er.

DIE HORTUNG VON MATERIALIEN NICHT ZULASSEN

Der Regierungsbesuch schloss auch ein lokales Zentrum zur Herstellung von Produkten ein, das zum Unternehmen für Wartung und Bauwesen gehört und den Laden Los Pinos, wo viele Produkte verkauft werden, die man von dieser Mini-Industrie erhält und die vor allem an solche Personen gehen, die staatliche Beihilfe bekommen.

Er drängte hier darauf den Kampf gegen die Straftaten aufzunehmen und weder das Horten noch den Wiederverkauf von Materialien durch skrupellose Personen zuzulassen. „Dagegen muss mit aller Härte vorgegangen werden“, betonte er.