OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Eine Chronologie der Ereignisse beweist die politische Absicht Washington, das Thema nicht ruhen zu lassen, bis vielleicht von der Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern keine Spur mehr bleibt Photo: Ismael Francisco

Ein Vorwand, das ist alles, was man braucht, um einen Konflikt zu beginnen. Darin haben die Vereinigten Staaten Erfahrung.

Sie benutzten zum Beispiel Vorwände, um in den spanisch-kubanisch-US-amerikanischen Krieg und den in Vietnam einzugreifen und um den Krieg gegen den Irak zu beginnen, aber kein Vorwand ist so einfallsreich und ungewöhnlich wie der, der seit 2017 konstruiert wird.

Letztes Jahr behaupteten die Vereinigten Staaten, einige ihrer diplomatischen Mitarbeiter in Kuba seien von angeblichen „Schallangriffen“ betroffen gewesen. Die mediale Behandlung dieses Themas entspricht der Logik, die den Kalten Krieg ausgelöst hat.

Eine Chronologie der Ereignisse beweist die politische Absicht, das Thema nicht ruhen zu lassen, bis vielleicht von der Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern keine Spur mehr bleibt.

Einige Elemente der Konstruktion eines Vorwandes

2017

Februar

Am 17. Februar erstatten das US-Außenministerium und die US-Botschaft in Havanna dem kubanischen Außenministerium und der diplomatischen Vertretung Kubas in Washington erstmals Bericht über das Auftreten von angeblichen akustischen Angriffen zwischen November 2016 und Februar 2017.

April und Mai

Am 25. April wurden zwei angebliche neue Schallangriffe gemeldet.

Am 23. Mai ordnet das US-Außenministerium an, dass zwei kubanische Diplomaten in Washington das Land zu verlassen haben.

Juni und August

Es fanden in Kuba drei Begegnungen zwischen Spezialisten aus den Vereinigten Staaten und ihren kubanischen Kollegen statt. Die US-Amerikaner drückten aus, dass sie keine Beweise hätten.

September

Der kubanische Außenminister informierte den US-Außenminister, dass Kuba seine Verpflichtungen gemäß der Wiener Konvention über diplomatische Beziehungen von 1961 konsequent erfüllt. Dann wird der Abzug von 60% des diplomatischen Personals der USA in Havanna angekündigt. Das US-Außenministerium empfiehlt den US-Amerikanern, nicht nach Kuba zu reisen, mit der absurden Begründung, dass sie Gefahr laufen, Opfer von Schallangriffen zu werden.

Oktober

Heather Nauert, Sprecherin des US-Außenministeriums, erklärt, die Zahl der betroffenen Fälle habe sich auf 24 erhöht. Am 3. Oktober ordnet das US-Außenministerium die Ausweisung von 15 kubanischen Diplomaten aus Washington an. Kuba verurteilt die US-Entscheidung als „unbegründet“ und „inakzeptabel“.

2018

Januar

Die AP-Agentur enthüllt, dass das FBI nach Untersuchungen und Reisen nach Havanna keine Beweise für angebliche „Angriffe“ gefunden hat. Am 9. Januar findet im Unterausschuss der westlichen Hemisphäre des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des Senats eine Anhörung statt, die von Marco Rubio organisiert wurde, um, ohne Beweise zu haben, die Anschuldigung durchzusetzen, die sie nicht beweisen können.

Februar

Am 14. Februar wurde ein umstrittener Artikel im Journal der American Medical Association (JAMA, für sein Akronym in Englisch) unter dem Titel „Neurologische Symptome unter US-Diplomaten in Kuba“ veröffentlicht.

Es wurde versucht, den Text als wissenschaftliche Bestätigung der Washington-Hypothese zu verwenden. Die Autoren Cristopher C. Muth und Steven L. Lewis sagen jedoch, dass „eine vereinheitlichende Erklärung der Symptome der Beamten (...) vage bleibt und die Auswirkung einer möglichen Exposition gegenüber akustischen Phänomenen nicht klar ist“.

April

Die kanadische Regierung berichtet, dass sie die Familien ihrer Diplomaten in Havanna zurückrufen werde, wo zehn ihrer Angestellten Symptome meldeten. Kuba erklärt, die Entscheidung zu respektieren, obwohl sie sie für unbegründet hält.

Mai

Am 29. Mai berichtet die US-Botschaft in Havanna, am 27. sei ein neues mutmaßliches Opfer gemeldet worden. Interviews wurden nicht erlaubt. Die Vereinigten Staaten warnen ihre in China lebenden Bürgern und weisen sie darauf hin, bei Symptome, wie sie in Kuba aufgetreten sind, medizinische Hilfe zu suchen.

Juni

Am 5. Juni meldete der US-Außenminister die Einrichtung einer gemeinsamen Task Force, um auf das reagieren zu können, was er als „ungeklärte Gesundheitsvorfälle im Ausland stationierten Personals ", speziell in Kuba und der Volksrepublik China, beschreibt. Kuba bekräftigt, dass es keine Beweise gibt.

August

Neurologen und Ärzte aus mehreren Ländern bezweifelten die Schlussfolgerungen des Berichts von Ärzten der Universität von Pennsylvania, die die Version ihrer Regierung unterstützen. Die USA kündigen die Absicht an, ihr Personal und ihre Wirkungskraft in Havanna zu reduzieren.

September

Am 1. September zitiert die New York Times den Bericht der Universität von Pennsylvania. Am 3. September erklärt das kubanische Außenministerium, dass die Argumente mit der Zeit immer mehr ihre Richtigkeit verlieren.