OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS

Die Meldung ging jüngst um die Welt und war alarmierend: Eine in der Zeitschrift der Europäischen Union Earth System Dynamics veröffentlichte Studie, warnt davor, dass das Jahr 2035 die Grenze darstelle, um den Klimawandel noch zu drosseln, weswegen Regierungen, Weltorganisationen und die Menschheit mit großer Dringlichkeit gemeinsame Strategien entwickeln müssten, um ihn zu bekämpfen.

In diesem Zusammenhang wird Kuba zum Zentrum des Kampfes, um dessen Auswirkungen zu mindern. Mitglieder von religiösen Gemeinschaften, akademischen Institutionen und Regierungseinrichtungen aus 15 Ländern kommen vom 4. bis zum 7. September zusammen, um in einem Workshop die Folgen des Klimawandels und die Reduzierung des Katastrophenrisikos zu beraten.

Unter der Schirmherschaft des Kubanischen Kirchenrats, (CIC) des Lutherischen Weltbunds, (LWF) der Konzertierten Aktion der Kirchen, (ACT) der Luther Universität El Salvador und der Kubanischen Gesellschaft der Vereinten Nationen (ACNU) möchte das Event zu einer Plattform des Wissensaustausches werden und die Wahrnehmung der Auswirkungen dieses Phänomens für die nachhaltige Entwicklung erhöhen.
Der ACNU Vorsitzende Fermín Quiñones erklärte vor der Presse, dass der Workshop ein Zusammenwirken ermögliche und Koordinierungen zwischen regionalen Einrichtungen schaffe, um Anklagen zu organisieren und auf internationalen Foren aufzutreten.

Die regionale Vertreterin des Programms für Mittelamerika des LWF Elena Cedillo sagte, dass man von Kuba viel über die Reduktion der Risiken bei Katastrophen lernen könne, „wobei ihr die Pioniere seid“. Es sei wichtig, dass man auch die psychosoziale Seite betrachte, das was mit den Menschen geschieht, die unter den Folgen dieser Ereignisse leiden. „Es geht hier nicht nur um Wiederaufbau und Lebensunterhalt, sondern um die Wiederherstellung der Person selbst“.

In diesem Zusammenhang sei die Arbeit der kubanischen Kirchen und religiösen Einrichtungen bei den Reaktionen auf die klimatisch bedingten Notlagen hervorzuheben, sagte der CIC Vorsitzende Antonio Santana. Er sagte, für seine Einrichtung sei es eine große Aufgabe, sich den Herausforderungen des Klimawandels zu stellen, die eine „Bedrohung für das Leben und die Lebensgrundlagen darstellen“.
Quiñones war der Auffassung, dass in Kuba ein großes Potential bestehe, um die Kollegen in der Region zu unterstützen, vor allem, wenn es darum gehe, Beziehungen zu Organisationen der Zivilgesellschaft, Forschungsinstituten und der Regierung aufzubauen. Ein Beispiel dafür stelle die Konzeption „Tarea Vida“ (Aufgabe Leben) dar, ein Plan des Staates, innerhalb dem Institution bei kurz-, mittel- und langfristigen Aktionen zusammenarbeiten

Der Direktor der Sozialen Dienste der Dominikanischen Kirchen (SSID) Lorenzo Mota sagte, dass man zusammen mit dem CIC , act Alianza und dem Globalen Netz zur Reduzierung von Katastrophenrisiken arbeite, um ein Netz in der Karibik zu stärken, das aktiv an der Vorbeugung von Katastrophenrisiken und an der Bekämpfung des Klimawandels arbeite. „Einen klare Vorstellung davon zu bekommen, welche Schritte unternommen werden müssen, denn die Karibik war lange Zeit dabei praktisch unsichtbar“, erklärte er.

Der Direktor des Regionalen Büros der Alianza act in Lateinamerika und der Karibik, der CIC angehört, Carlos Rauda wies daraufhinn, dass man über ein Unterstützungsystem bei Notsituationen verfüge und über eine Gemeinschaft die psychosoziale Hilfe leiste. „Trotzdem ist es in Kuba besonders schwierig, diese Arbeit durchtzuführen, da die Blockade eine sofortige Wiederherstellung, wie z.B. die Auslieferung von Notfallkits nicht erlaubt“, sagte er.

BLOCKADE GEGEN UMWELT
Kuba hat systematisch Aktionen entwickelt, die mit Einsparen, Verwendung von erneuerbarer Energie und energetischer Effizienz in Verbindung stehen. Zu den im Nationalen Plan zur Wirtschaftlichen und Sozialen Entwicklung bis 2030 aufgeführten Zielen heißt es dort: „ Unter Bedingungen der ökologischen Nachhaltigkeit eine angemessene, zuverlässige, diversifizierte und moderne Lieferung von Energie zu garantieren, wobei substantiell der Prozentsatz der Energie ansteigt, der innerhalb der nationalen Energiematrix aus erneuerbaren Energiequellen stammt, die hauptsächlich aus Biomasse, Windenergie und Fotovoltaik bestehen.“ Man strebt für das Jahr 2030 an, dass 24% der Energie aus erneuerbaren Quellen stammt. Jedoch werden diesem Ziel durch die Auswirkungen der Blockade auf die kubanische Wirtschaft Hindernisse in den Weg gelegt. Der Energie- und Bergbaubereich ist besonders von den Blockademaßnahmen beeinträchtigt:

Die Unternehmensgruppe Energoimport berichtete, über verschiedene Schritte, die unternommen wurden, um den Kauf von Ersatzteilen für die Wartung und den Betrieb des Äolischen Parks Gibara II sicherzustellen. Nachdem ein Vertrag mit einer angesehenen Firma unterzeichnet worden war, stellte es sich als unmöglich heraus, diese Ware zu erhalten, weil die ausländischen Banken kubanische Kreditkarten für die Durchführung des Kaufes nicht akzeptierten.

Die Unternehmensgruppe Geominsal hat seit 2015 versucht, ein icp-ms zu erwerben, ein instrument, das für geologische Forschungen unerlässlich ist. Kein Lieferant war jedoch bereit dies anzubieten, weil in diesem Gerät Bestandteile enthalten sind, die aus den USA stammen.

AUS DEM VERFASSUNGSENTWURF
Die Republik Kuba stützt die internationalen Beziehungen auf die Ausübung ihrer Souveränität und die antiimperialistischen und internationalistischen Prinzipien, im Sinne der Interessen des Volkes und schützt infolgedessendie Umwelt und bekämpft den Klimawandel, der das Überleben der menschlichen Gattung bedroht, auf Basis der Anerkennung der gemeinsamen Verantwortung und mit Orientierung auf die Errichtung einer international gerechteren und gleichberechtigten ökonomischen Ordnung und der Abschaffung des irrationalen Modells der kapitalistischen Produktion und des Konsums. (Artikel 16, Abschnitt b)

Jeder Mensch hat das Recht in einer gesunden und ausgeglichenen Umwelt zu leben. Der Staat schützt die Umwelt und die natürlichen Ressourcen des Landes. Er erkennt seine Verbindung mit der nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft und der Gesellschaft an, um das Leben des Menschen rationeller zu gestalten und sein Überleben, sein Wohlergehen und die Sicherheit gegenwärtiger und zukünftiger Generationen zu sichern. (Artikel 86)