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Der Präsident begrüßte die Bewohner der in der Nähe des Zaza Flusses gelegenene Gemeinde Dos Victorias Photo: Vicente Brito

Was der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel Bermúdez bei seinem jüngsten Besuch in Sancti Spiritus erlebte, war mehr als eine Bestandsaufnahme von Problemen oder eine Nachfrage nach Materialien. Von der Finca La Gloriosa in Cabaiguán bis zum Boquete del Coco in der Provinzhauptstadt war ein Anwachsen praktischer Lösungen und ein unveränderliches Vertrauen in den Kurs der Nation festzustellen.

Das ließen ihn der Bauer Yoandy Rodríguez wissen, Nießbraucher der Genossenschaft Nieves Morejón, dem es gelang die Tabakblätter zu retten, in dem er die Lagerhäuser mit Holzkohle heizte und die Ingenieure, die damit beauftragt sind, den Zugang zur Gemeinde Zaza del Medio zu reparieren. Das zeigten ihm auch die Töpfer, die den Lehm in der Ziegelei San Agustín bearbeiten und die Facharbeiter der Hydraulischen Ressourcen, die Feinarbeit leisten mussten, um die größte Talsperre des Landes während der Sintflut im Mai ausgeglichen zu halten, als über diesen hundert Quadratkilometer großen Wassergraben mehr Wasser einfloss als über ihre Schleusen abfließen konnte.

„Ein Bauer muss vorsorgen“, sagte Yoandy dem Präsidenten bei einem Gedankenaustausch darüber, wie wichtig es ist, Wissen mit Wissenschaft zu vermischen, etwas, was der Bauer seit Jahren auf seinem Land praktiziert, das sich heute in ein wahrhaftiges Laboratorium für die landwirtschaftliche Produktion des Landes verwandelt hat, wo „man immer auf Neues stößt“, wie der Präsident anerkannte.

Díaz-Canel ging noch weiter und sprach von der Möglichkeit, dass der junge Bauer in nicht so ferner Zukunft sich eines Computers bedienen könne und La Gloriosa Internetzugang habe. Dann könne er aus erster Hand alle Informationen über besseres Saatgut, biologische Kontrolle und alle Neuheiten erfahren, die es in der Welt der Landwirtschaft gebe.

Als er einen Abhang hochkletterte, um mit den Leuten von Dos Victorias zu sprechen, die dort schon Stunden auf ihn gewartet hatten, brauchte der Präsident nicht viel zu fragen, um die unbequeme Lage zu verstehen, der das Viertel ausgesetzt ist, das am rechten Flussufer gelegen ist.

–Wo liegt eure weiterführende Schule?, fragte Díaz-Canel.

–Auf der anderen Seite, Herr Präsident

–Und die Grundschule?

–Auf der anderen Seite.

Und die Poliklinik?...

Und da alle Antworten darauf hinausliefen, dass sich die Dinge auf der anderen Seite befanden und es noch Monate dauern wird, bis die Brücken wieder hergestellt sind, sagte der Präsident, dass die Fluten vom Mai deren Leben wirklich von einem auf den anderen Moment verändert hätten, aber die neuen Brücken würden besser sein, als die alten. Er rief sie dazu auf, vorsichtig zu sein, wenn sie die Eisenbahnbrücke nutzen, um auf die andere Seite zu gelangen und die Behörden erinnerte er an ihre Verantwortung, die Betroffenen in jeder Lage entsprechend zu betreuen.

Die Ausnahmesituation in Zaza del Medio zeigt vielleicht am deutlichsten die Heftigkeit der den subtropischen Sturm Alberto begleitenden Regenfälle in diesem Teil des Landes, aber nicht nur an diesem Ort. In ganz Sancti Spiritus waren 400 km Straßen betroffen, vor allem in der Berggegend, wo einige Wege sich in wirkliche Gräben verwandelt haben und auf die eine oder andere Weise über 90 Brücken und Abwasserkanäle beschädigt wurden, von denen glücklicherweise die meisten schon wieder hergestellt wurden.

In der Ziegelei San Agustín, die der Regierungschef ebenfalls besuchte, wird nicht nur der Ton geformt und gebrannt, sondern von dort wird die Bevölkerung mit einer äußerst nützlichen Produktpalette versorgt, die in dem Netz der dafür zugelassenen Märkte vertrieben werden.

Dort nutzte Díaz-Canel die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, wie wichtig es ist, dass diese und andere Waren wirklich an die verkauft werden, die sie am meisten benötigen und schädliche Praktiken bei der Vermarktung verhindert werden.

Bis zu den Schleusentoren des Cayajaná Flusses , von wo dieses Jahr die Zaza Talsperre fast 1.100 Millionen Kubikmeter Wasser abfließen ließ, kam der Präsident in Begleitung der gerade ins Amt berufenen ersten Parteisekretärin der Provinz Deivy Pérez Martín.

Dort sprach man aber nicht nur über Zaza, sondern über praktisch das gesamte hydraulische System der Provinz, an dem durch die Regenfälle im Mai an 117 Stellen Schäden registriert wurden, von denen 90 bereits behoben sind.

Zoraida Moles erfuhr vom Besuch von Díaz-Canel in der Provinz durch die Berichterstattung in den lokalen Medien und sie wusste, über welche Orte sein Rundgang verlief. Sie hatte aber nie geglaubt, dass sie ihm gegen 22 Uhr abends vor sich haben würde, um ihm die Hand zu reichen.

–Und wie geht es Ihnen?, fragte er und sie konnte vor Schreck den Gruß kaum erwidern.

Vor der Presse war der Präsident voll des Lobes über die Bewohner der Provinz Sancti Spiritus, die er als „ angenehm, gutherzig und sehr bescheiden“ bezeichnete und als Menschen, die ihre Identität und ihre Kultur zu verteidigen wissen.