Der Schrecken ist vorbei, die Heldentat bleibt › Kuba › Granma - Offizielles organ des PCC
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Insgesamt wurden an den vier Tagen ab dem 27. Mai 398 Personen aus gefährlichen Situationen gerettet. Photo: Arturo Chang Photo: Granma

SANTA CLARA – Ich finde keine anderes Wort als Heldentat, um das zu bezeichnen, was die Piloten, Rettungstrupps, Flugingenieure, Sicherheitsperonal am Boden und Feuerwehrleute an den vier Tagen geleistet haben, als sie manchmal unter Einsatz ihres eigenen Lebens fast 400 Menschen gerettet haben.

Die letzte dieser Taten erfolgte am Mittwoch den 30. Mai, als ein Anruf den Präsidenten des Verteidigungsrates von Villa Clara Julio Lima Corzo in Alarm versetzte. Eine große Zahl von Familien in der Gemeinde Dos Amigos befand sich in einer kritischen Lage und es galt schnell zu handeln, um das Leben von über 200 Menschen zu schützen, die in der Falle saßen und vom Wasser eingeschlossen waren.

„Es war keine Zeit zu verlieren“, sagte Oberstleutnant Rolando Infante Fernández, der diese Rettungsaktion leitete. „Sofort als der Befehl einging, machten sich vier Hubschrauber in die Gefahrenzone auf, in deren Nähe auch zwanzig Mitglieder des Feuerwehrkorps der Provinz vom Wasser eingeschlossen waren. Das war um 7:55 morgens“, sagte er.

Die Jugendlichen Yankiel Pérez Ruiz und Sheila Santos González mit ihren Hundchen Yako und Kira, sagten: „Wir sind noch gerade so davongekommen.“ Photo: Arturo Chang Photo: Granma

Ohne eine Sekunde zu vergeuden entwickelte man unter diesen schwierigen Bedingungen eine Operation, in der zunächst die Feuerwehrleute gerettet wurden. Dabei hatte man im Sinn, dass diese sich der späteren Rettungsaktion anschließen würden, was sie auch taten, obwohl sie die ganze Nacht dort vom Wasser eingeschlossen waren und nichts zu essen hatten.

Nach 28 Einsätzen wurden innerhalb von vier Stunden außer den Feuerwehrleuten 235 Personen gerettet, die in Dos Amigos wohnen, darunter Kinder, Frauen, alte Leute und Schwangere, die alle ohne Hilfe sichin großer Gefahr befunden hätten. Denn nach Ende der Mission, um 12:05 Uhr war die ganze Zone völlig vom Wasser aus der Talsperre Alacranes überschwemmt.

Als wir in das Gebiet kamen, wo die Einwohner von Dos Amigos gebracht wurden, zeigten alle auf verschiedene Weise ihre Anerkennung für das Können der Piloten und Rettungskräfte, die sie aus Dankbarkeit umarmten und küssten.

„Also, das wurde ganz schlimm. Das Wasser ist ganz schnell gestiegen und drohte das ganze Dorf zu überfluten. Wir dachten, das sei das Ende“, sagte Darcy Pérez Espinosa, die eine leichte Ohmacht erlitt, als sie aus dem Hubschrauber ausstieg und nach ihrer Rettung nur sagte: „Die Revolution ist wirklich groß.“ Währenddessen meinten die beiden Jugendlichen Yankiel Pérez Ruiz und Sheila Santos, die ihre Hundchen Yako und Kira umarmten: „Wir sind noch mal gerade so davongekommen.“

Am selben Tag, dem mit der größten Anspannung, mussten die Rettungskräfte auch in die Zone von Piñón fliegen, wo weitere 16 Personen den Überschwemmungen ausgesetzt waren. „Das versetzte den Missionen dieses Tages einen zusätzlichen Adrenalinstoß“, sagte der Oberstleutnant.

Während der vier Tage ab dem 27. Mai wurden 398 Personen aus Gefahren gerettet. Dafür waren 46 Flüge notwendig, die bei ganz schlechten Sichtverhältnissen, unter heftigem Regen, Bodenverformungen und Winden stattfanden.