Alle Opfer des Flugzeugabsturzes identifiziert › Kuba › Granma - Offizielles organ des PCC
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Für die Spezialisten des Instituts für Rechtsmedizin gab es seit dem 18. Mai keine Pause, als eine Boeing 737-200 in der Nähe des Internationalen Flughafens José Martí abstürzte und damit 11 Millionen Einwohner dieser Insel in Trauer versetzte.

Sorgfalt, Kompetenz und ein tiefes Gefühl für Ethik bestimmten die Bemühung, alle Körper der Opfer des Flugzeugunglücks zu identifizieren, etwas, was in nur acht Tagen gelang.

Der Direktor dieses Zentrums Sergio Rabell Piera sagte, dass alle Körper den Familienangehörigen übergeben worden seien, so dass diese die Bestattungszeremonien vorbereiten könnten.

Es war eine mühsame Arbeit, die die Forensikexperten des Instituts für Rechtsmedizin, des Gesundheitsministeriums, der Kriminalistik und andere Abteilungen des Innenministeriums geleistet haben, die dadurch so schwierig wurde, weil die durch den Absturz verursachten Verletzungen, zu denen noch die Auswirkungen der Hitze und der Flammen hinzukamen, so extrem waren.

An der Identifizierung der Opfer nahmen Experten auf den Gebieten der Anthroplogie, Zahnmedizin, Daktyloskopie, Trazologie und der forensischen Biologie teil, zu der auch die ADN Untersuchungen gehört. Außerdem konnte man auf die von den Gutachtern erstellte gemeinsame Analyse zurückgreifen.

Auch sei die Mitarbeit der Familienangehörigen entscheidend gewesen, die wesentliche Daten für die Identifizierung beitrugen, sowie Fotos und Dokumente, die zusammen mit der Wiedererkennung unter anderem der Kleidung, Orientierungshilfen für die Identifizierung gaben, führte er aus.

Ebenfalls hilfreich sei die detaillierte Analyse des Videos gewesen, das vom Moment des Boarding existiert und andere Bilder die von den mobilen Telefonen der Passagiere entnommen worden seien. Hinzu kamen die Beschreibungen von Personen, die kurz vor dem Flug mit ihnen in Kontakt waren. Man habe die Unterstützung aller Institutionen und Organismen erhalten, die an diesem Prozess beteiligt waren, auch die der Provinzen, in den die Passagiere wohnhaft waren und die der diplomatischen Vertretungen der involvierten Länder.

Einen besonderen Raum hätten auch die 11 Millionen Bewohner Kubas eingenommen, die ihre Solidarität entgegenbrachten. „Hier haben alle angerufen, die irgendetwas mit den forensischen Wissenschaften zu tun haben. Es gab Leute, die nur ein einziges Mal kamen, die aber eine große Hilfe waren“, sagte er.

Trotzdem „die Untersuchungen gehen weiter, das ist nur ein Stopp auf dem Weg. Wir arbeiten mit allen Kräften zusammen und wir tragen mit Informationen bei und erhalten Informationen.“

Trotz der Schätzungen, die bei einem Unglück dieser Art von einem Monat der Arbeit ausgingen, gelang es dem Institut für Rechtsmedizin und seinen Mitarbeitern durch ihre rigorose wissenschaftliche Arbeit und ihre absolute Hingabe, in nur acht Tagen alle Opfer zu identifizieren. „Alle Körper waren physisch vorhanden, wir fanden so viele Körper, wie es Personen zu identifizieren gab. Bei Unglücken dieser Art ist dies oft nicht der Fall“, sagte Rabell.

Da kommt die Erfahrung und die Vorbereitung hinzu, die Kuba besitze, um Vorfälle dieser Art zu bewältigen. „Das Kapitel des Umgangs mit Opfern von Katastrophen im Panamerikanischen Handbuch der Gesundheit ist von Kubanern geschrieben worden. Nach diesen Normen sind wir vorgegangen. Wir setzten das dort Beschriebene in die Praxis um. Wir arbeiteten intensiv in Schichten 24 Stunden lang, in denen unsere Ärzte, Techniker, Experten und Sicherheitskräfte wie eine Uhr funktionierten.“

Die identifizierten Körper entsprechen 67 Opfer aus Holguín, 21 aus Havanna, drei aus Granma, drei aus Santiago de Cuba, zwei aus Matanzas und zwei aus der Insel der Jugend, einem aus Las Tunas, sieben Mexikanern, zwei Argentiniern und zwei Saharauis.