Gemeinsam gefühlter Schmerz › Kuba › Granma - Offizielles organ des PCC
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Ein Blumengebinde in Namen des Volkes von Kuba begleitet alle Opfer. Foto: aus Facebook

HOLGUÍN.— Es klopft an der Tür. Es ist mein Nachbar Danilo. Immer aktiv und vor allem solidarisch ist er gekommen, um mir zu sagen, ich solle den Leichnam von Jorgito mit in Empfang nehmen, „jenen jungen Mann der der Familienarzt im Viertel war“.

Ich wusste von dem Hinterhalt, den der Tod Jorgito und den anderen Reisenden gestellt hatte, die in dem Flugzeug saßen, das kurz nach dem Start in Havanna abstürzte. Ich erinnerte mich, dass er fast immer schweigsam war, immer sehr aufmerksam und über alle Leiden seiner Patienten auf dem Laufenden war. Ich dachte daran, dass er immer so war, auch in Brasilien, wo er in den letzten Jahren gelebt und gearbeitet hatte.

Als ich aus dem Haus trat, stellte ich fest, dass mich eine Traurigkeit umfing, eine Ruhe, die für einen Sonntag sehr ungewöhnlich war. Der Lärm, der die Provinzhauptstadt ständig begleitet, war seit dem Augenblick verschwunden, als man von der Tragödie erfuhr. Jetzt kannte man schon genau die Namen der 67 Bewohner Holguins, die ums Leben kamen.

Ich war kurz danach auf dem Markt. Da machten keine Händler auf ihre Waren aufmerksam und es gab auch keine Diskussionen zwischen Kunden und Verkäufern. Eine blonde Frau, schon etwas älter, fragte leise eine Frau neben ihr: „Maribel, weißt du schon, wann der Leichnam von Maragarita ankommt“. Aber sie erhielt keine Antwort. Beide begannen nun sich mit Tränen in den Augen an an einige Dinge über jemanden zu erinnern, der, von dem Ausdruck der Zuneigung zu urteilen, eine beliebte Kollegin war.

Die beiden drückten den von den Bewohnern Holguins gefühlten kollektiven Schmerz aus. Mein Kollege Abdiel Bermúdez erzählte, dass, als er auf dem Hügel mit dem Kreuz gewesen sei, die Arbeiter dort im Gastronomiebereich tätig sind, ihm gesagt hätten, dass sie am Samstag keine Kunden gehabt hätten.