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Foto: Jorge Legañoa Alonso

Die jüngsten einseitigen Maßnahmen des US-State Departments an der Reduzierung seines diplomatischen Personals in Havanna auf unbestimmte Zeit festzuhalten und eine ungerechtfertige Reisewarnung für Kuba aufrechtzuerhalten bringen „menschliche Kosten mit sich, für die die Regierung der USA verantwortlich ist“, versicherten am Montag Quellen des kubanischen Außenministeriums.

Die am 2. März verkündete Entscheidung „hat eine besondere Auswirkung auf die konsularischen Dienste, von denen Zehntausende von Bürgern abhängig sind, die jetzt gezwungen sind, zusätzliche Kosten auf sich zu nehmen, da sie in Drittländer reisen müssen um temporäre Visa oder Einwanderungsvisa zu erhalten“, sagte der für die Vereinigte Staaten zuständige Generaldirektor im kubanischen Außenministerium, Carlos Fernández de Cossío.

Er fügte hinzu, dass Washington auf diese Weise „Zehntausenden von Menschen eine finanzielle Bestrafung auferlegt und außerdem Ängste und Unsicherheit in deren Beziehungen mit Familienangehörigen und nahe stende Personen verbreitet hat“.

Die US-Botschaft in Havanna bietet seit September letzten Jahres, als das State Department den Rückzug von 60% seines Personals angeordnet hatte, nur US-Bürgern Basis – und Notfalldienste an.

Seit dem 5. März ist nun diese Kürzung formalisiert worden, die jetzt auf unbestimmte Zeit gelten kann und die US-Vertretung dazu führte, dass die US-Vertretung nun als ein „diplomatischer Posten ohne Begleitung“ betrieben werde, was bedeutet, dass die Beamten ihre Familienangehörigen nicht dabeihaben dürfen.

Foto: Jorge Legañoa Alonso

Jedoch versicherten US-Quellen Granma gegenüber, dass der aktuelle Status „jederzeit überprüft und revidiert“ werden könne.

Fernández de Cossío betonte, dass die jüngsten Maßnahmen „politisch motiviert sind und nichts mit der Sicherheit seiner Beamten in Havanna zu tun hat“.

Washington brachte abermals als Vorwand für die Kürzung die angeblichen „Angriffe“ gegen die Gesundheit seines Personals vor, die in der kubanischen Hauptstadt stattgefunden hätten.

Nach drei Monaten an Untersuchungen in Kuba und den USA hat sich jedoch kein einziger Beweis ergeben, dass diese Vorfälle stattgefunden haben.

Der kubanische Beamte kritisierte, dass das State Department erneut den Begriff „Angriffe“ benutze, wenn man „mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass es weder Angriffe noch vorsätzliche Handlungen gegen seine Diplomaten in Kuba gegeben hat“.

„Es ist ein Begriff, dessen Benutzung die schlechte Absicht innewohnt und der weder dem Vokabular noch dem Inhalt nach den offiziellen Gepflogenheiten entspricht“, fügte er hinzu. In keinem der vom State Department oder von diversen Experten veröffentlichten Berichte, die wissenschaftliche Gemeinde eingeschlossen, hat sich irgendwein Beweis dafür ergeben, dass in Kuba ein Angriff stattgefunden hat.“

Er betrachtete auch das Verbleiben Kubas auf Stufe 3 von 4 Stufen im System, mit dem Washington die Sicherheit der Reiseziele weltweit bewertet und der Empfehlung „die Reisen zu überdenken“ als einen „feindlichen und verunglimpfenden Akt“.

Kuba empfängt jedes Jahr über vier Millionen Besucher und wird von internationalen Organismen und im Tourismusbereich spezialisierten Unternehmen als eines der sichersten Reiseländer der Welt angesehen.

Die Reisewarnung enthält „eine deutliche politische Botschaft und hat nichts mit der Gesundheit der Beamten und der Sorge um die Reisenden zu tun“, sagte Fernández de Cossío.

„Es nicht wahr, dass das diplomatische Personal der Botschaft einem Risiko ausgesetzt ist oder gewesen ist. Es ist ebenfalls unwahr, dass Kuba dies erlaubt haben könnte oder dass eine vorsätzliche Handlung von irgendjemanden gegen Diplomaten der Vereinigten Staaten stattgefunden haben könnte. Es ist unwahr, dass US-Bürger Gründe hätten, in Kuba um ihre Sicherheit zu fürchten“, sagte er.

Die Regierung der USA verfügt über genügend Beweise, dass Kuba ein sicheres Land für US-Diplomaten und für alle Diplomaten der Welt ist, wie auch für die Bürger Kubas, die Ausländer, die hier wohnen und für die Millionen von Reisenden aus allen Teilen der Welt, die die Insel jedes Jahr besuchen.

Die Regierung der Vereinigten Staaten und ihr State Department wissen auch ganz genau, dass Kuba streng seine Verantwortung, was die Aufmerksamkeit und den Schutz des diplomatischen Korps angeht, wahrnimmt“, sagte er weiter.

Er ging auch auf die Lage der kubanischen Botschaft in Washington ein, die von dem einseitigen Beschluss beeinträchtigt wurde, dass die Ausreise von 17 Beamten angeordnet wurde. Das dort verbleibende Personal habe aber Anstrengungen unternommen, um alle Dienstleistungen aufrecht zu erhalten.

Der kubanische Diplomat sagte, dass diese Maßnahmen ergriffen worden seien „obwohl man kein Fehlverhalten dieser Beamten der Botschaft feststellen konnte“. Seiner Meinung nach bestätigt dies, dass das „ das Handeln des State Departments politisch motiviert ist“.

Fernández de Cossío bekräftigte, dass Kuba weiterhin bereit sei, einen „respektvollen Dialog“ mit den USA zu entwickeln und „in Bereichen voranzukommen, die das Leben von Millionen von Menschen betreffen“.