OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Foto: Ariel Cecilio Lemus

Allein die Tatsache, dass man kubanischen Familien sagen kann, dass demnächst ein wirksamer und neuer kubanischer Impfstoff gegen Pneumokokken zur Verfügung steht, an dem seit 2006 gearbeitet wurde, ist eine gute Nachricht.

Die Neuigkeit, dass „nach so vielen Jahren der Entwicklung dieses Impfstoffs, der sieben Serotypen in nur einer Impfung enthält, was so ist, als ob man für sieben Impfstoffe nur einmal impfen muss. Die Einzigartigkeit dieses Impfstoffs habe die präklinischen Versuche, die pharmazeutische Entwicklung und den klinischen Nachweis vielschichtig gemacht, sagte die Generalkoordinatorin des Pneumokokken Projekts im Finlay Institut für Impftstoffe Darielys Santana Mederos auf dem jüngst zu Ende gegangenen Pädiatrie Kongress 2018.

Nach Aussage der Expertin ist, nachdem die Impfstoffe gegen Haemophilus influenzae und Meningokokken im Land eingeführt wurden, der Pneumokokkos der Hauptverursacher für Pneumonien und bakterielle Meningitis bei kubanischen Kindern. Deswegen wird die Prävention mit einer Impfung gegen Pneumokokken eine bedeutsame Rolle bei der Verminderung dieser Krankheiten in der Bevölkerung einnehmen.

Auch wenn auf dem Weltmarkt zwei Impfstoffe zur Verfügung stehen, schränken deren Preise die Möglichkeiten Kubas ein. „Jedes Kind muss, und dies ist wissenschaftlich erwiesen, mit wenigstens drei Dosen immunisiert werden“, führte Santana Mederos aus. „Jede Dosis beläuft sich auf etwa 50 Dollar und dafür müsste Kuba einen zu hohen Betrag aufbringen. Deswegen musste man auf die Strategie zurückgreifen, einen eigenen Impfstoff zu entwickeln, um unsere Kinder gegen dieses Bakterium zu schützen.“

Und genau dies hat das Finlay Institut für Impfstoffe getan. Mit dem Markennamen Quimo-Vio wird der pentavalente Impfstoff im nächsten Jahr alle kubanischen Provinzen erreichen.

„Wir haben bereits klinische Studien bei Erwachsenen, bei Kindern zwischen vier und fünf Jahren, bei Kindern zwischen einem und fünf Jahren und bei Säuglingen von sieben bis elf Monaten durchgeführt. Zur Zeit sind wir bei Studien mit Kindern in den ersten sechs Lebensmonaten, die abschließende Bevölkerungsgruppe“, sagte die Spezialistin weiter.

Santana Mederos führte aus, dass man vorhabe, 2018 die klinischen Proben abzuschließen. „Um aber einen Impfstoff einzuführen, muss man nicht nur die klinischen Nachweise erfolgreich abschließen; man muss auch die Produktionskapazitäten bereit haben und dies ist für dieses Jahr nicht der Fall. Wir gehen davon aus, dass wir 2019 den Antrag nach Eintragung in das Immunogen Register für das Vorschulalter zwischen einem und fünf Jahren einreichen werden“, sagte sie.

Es werde zunächst an diesem Teil der Bevölkerung angewandt, weil die klinische Erprobungsphase für Säuglinge länger dauere; außerdem konzentriere sich die Häufigkeit der Pneumokokken Erkrankungen in unserem Land hauptsächlich auf diese Altersgruppe und nicht so sehr auf die Säuglinge.

Was die klinische Erprobung bei Kindern angehe, sagte Santana Mederos, dass bereits über 5.000 Kinder geimpft worden seien; dies ermögliche es zu beweisen, dass der Impfstoff wirklich sicher ist, keine schweren Nebenwirkungen hat, sondern nur solche, die bei jeder Impfung auftreten können wie Rötung des Arms und eventuell leichtes Fieber.

„Die klinischen Erprobungen haben es auch möglich gemacht, die ersten Anzeichen des Schutzes zu erkennen, d.h. die Immunogenität unseres Impfstoffs und hat vorläufige Beweise dafür erbracht, dass er gegen das Bakterium schützt“, versicherte sie.

Sie sagte außerdem, dass man in Cienfuegos eine Studie zur Erpropung dieses heptavalenten Inmpfstoffs gegen Pneumokokken in der Gemeinde durchführe, was bedeutet, dass man die Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs in einem ausgedehnteren Umfeld messen kann, wie es sich bei einer Impfung von etwa 22.000 Kindern dieser Provinz darstelle.

Alle diese Studien fanden unter Mitarbeit des Gesundheitsministeriums, des Programms zur Mutter-Kind Betreuung, des Programms zur Immunisierung und anderer statt. Sie wurde außerdem von der nationalen Regulationsbehörde, dem Zentrum für Staatliche Kontrolle von Medikamenten und medizinischen Geräten (Cecmed) registriert und autorisiert.