OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Padrón, Abel

HAVANNA - Kulturbehörden Kubas und Chiles unterzeichneten gestern in Havanna in Anwesenheit der Präsidentin des südamerikanischen Landes Michelle Bachelet ein Kooperationsabkommen im audiovisuellen Bereich.

Das Abkommen zwischen dem Nationalrat von Kultur und Kunst Chiles und dem Kubanischen Istitut für Filmkunst und Filmindustrie (ICAIC) unterzeichneten der Präsident dieser Einrichtung Roberto Smith und der chilenische Botschafter in Kuba Ricardo Herrera.

Die Galerie Vila Manuela des Kubanischen Schriftsteller- und Künstlerverbandes (UNEAC) war die Bühne für die Unterzeichnung des Vertrags, der nach den Worten Smiths das gemeinsame Bestreben der Cinematheken beider Seiten widerspiegelt, das audiovisuelle Erbe beider Länder zu retten und zu erhalten.

Die neue Allianz möchte Filme erfassen, die beide Seiten interessieren und gemeinsam an der Wiederherstellung des Werks arbeiten. Es ist auch die Vorführung kubanischer Filme in Kuba und umgekehrt vorgesehen.

Michelle Bachelet traf mit kubanischen Intellektuellen zusammen Photo: Padrón, Abel

Im Rahmen ihres offiziellen Besuchs in Kuba traf die chilenische Staatschefin gestern mit Künstlern und Intellektuellen der Insel zusammen. Im Ruben Martínez Villena Saal der UNEAC erfreute der Komponist Aldo López-Gavilán die Präsidentin mit einer Klavierinterpretation seines Werkes „De Princesas, Castillos y Puntos Suspensivos“ (Von Prinzessinnen, Schlössern und Auslassungspunkten).

Bei ihrer Ankunft in der UNEAC wurde die Michelle Bachelet vom Präsidenten dieser Organisation Miguel Barnet, dem ersten Vizepräsidenten Luis Morlote und weiteren Vorstandsmitgliedern empfangen.

An dem Treffen nahmen auch der stellvertretende Kulturminister Fernando Rojas, die Leiterin des Kubanischen Nationalchors Digna Guerra, die bildenden Künstler Arístides Hernández (Ares) und Lesbia Vent Dumois, der Dichter Alex Pausides und der Komponist und Orchesterleiter Guido López Gavilán teil.

Bachelet traf am Sonntag zu einem zweitägigen offiziellen Besuch in Kuba ein, wo sie vom stellvertretenden Außenminister Rogelio Sierra empfangen wurde.

Die chilenische Regieurngschefin war bereits im Juni 2016 einmal in der kubanischen Hauptstadt, als sie an der Unterzeichnung des Abkommen über den Waffenstillstand und das definitive Ende der Feindseligkeiten zwischen der Regierung Kolumbiens und der ehemaligen Guerillaorganisation FARC –EP teilgenommen hatte, die sich heute in eine politische Partei verwandelt hat. Chile war in seiner Funktion als Begleiter Teil dieser Friedensverhandlungen.

Während ihres ersten Mandats kam sie im Jahr 2009 zu einem Staatsbesuch auf die Insel. Damals führte sie Gespräche mit dem Comandante en Jefe Fidel Castro.

Es ist dies eine der letzten offiziellen Besuche der Präsidentin bevor sie am 11. März ihre Amtszeit beendet.

ZWEI LÄNDER UNSERES VERBRÜDERTEN AMERIKA

Kuba und Chile sind durch historische Bindungen vereint und seit sie 1995 die diplomatischen Beziehungen wiederaufgenommen hatten, die am 11. September 1973 unterbrochen wurden, ist es zu einem großen Fortschritt bei den politischen Beziehungen und der Zusammenarbeit beider Länder gekommen.

In diesem Sinne ist hervorzuheben, dass dieses südamerikanische Land das erste war, das im Jahr 1960 nach den Erdbeben und dem Tsunami in Valdivia kubanische medizinische Notfallhilfe erhalten hat.

Kuba hat auch in ähnlichen Fällen wie bei den Erdbeben vom 27. Februar 2010 in Rancagua und am 24. April 2017 in Valparaíso seine Zusammenarbeit gewährt. In beiden Fällen wurde eine Brigade des Kontingents Henry Reeve entsandt, die aus 36 Ärzten, Krankenpflegern und Technikern mit einem Feldlazarett und 12 Tonnen an medizinischen Instrumenten und Medikamenten besteht.