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Die in der FIHAV 2017 anwesenden mexikanischen Unternehmen zeigten großes Interesse am Ausbau der Handelsbeziehungen Photo: Ricardo López Hevia

Den in der FIHAV anwesenden Unternehmern die bescheidenen Fortschritte bei den Geschäftem mit ausländischem Kapital zu zeigen, war eines der Ziele des II: Investionsforums, das am Dienstag vom Minister für Außenhandel und Ausländische Investitionen (mincex) Rodrigo Malmierca Díaz eröffnet wurde.

Seit 2014, als das Gesetz Nr. 118 über ausländischen Investitionen erlassen wurde, kam es zu 22 Reinvestitionen und zu 25 neuen Unternehmen in der Sonderentwicklungszone Mariel und weiteren 85 außerhalb dieser Zone unter Beteiligung von Gesellschaften aus über 20 Ländern, was dem Wunsch des Landes nach größtmöglicher Diversifizierung des Marktes entspricht.

Im Jahr 2017, genau genommen bis zum 30. Oktober, wurden laut Malmierca 30 neue Projekte genehmigt, acht davon in der Sonderentwicklungszone Mariel (ZEDM) mit einem Investitionskapital von über 2 Milliarden Dollar. Außerdem wurden acht Verlängerungen und Reinvestititionen unterzeichnet.

Zur Zeit befinde man sich bei 80 Projekten in der Verhandlungsphase, wobei man bei 15 von bereits in einem sehr fortgeschrittenen Stadium angelangt sei, weswegen man davon ausgehen könne, dass sie noch in diesem Jahr zum Abschluss kommen. Dabei handle es sich um einen Betrag von über einer Milliarde Dollar.

Über das II. Investitionsforum sagte er, dass 180 Teilnehmer aus 33 Ländern registriert seien und 250 Treffen mit Unternehmern koordiniert worden seien.

„Den Zufluss von Investitionen anzuziehen ist ein allmählicher Prozess, bei dem wir bescheidene Fortschritte gemacht haben. Aber es bleibt noch viel zu tun. Seitens der Regierung werden wir die verabschiedeten Maßnahmen vorantreiben; auch die Arbeit zur Vorbereitung des Personals, damit die Unternehmen reibungslos die Verhandlungen konkretisieren können. Wir untersuchen weiter neue Möglichkeiten, um unsere Handels- und Investitionsbeziehungen zu diversiefizieren“, sagte er.


CUBA INDUSTRIA 2018: PROJEKTE KONSOLIDIEREN UND TECHNOLOGISCHE GESELLSCHAFTEN

Dies ist das wichtigste Event der kubanischen Industrie, das zweifellos dazu beitragen wird, die Bündnisse und Geschäftsallianzen zu konsolidieren, unter denen die produktive Verkettungen neu organisiert werden, die auch ihren Anteil an dem Ersatz von Importen und der Entstehung neuer Exportquellen haben.

So sagte dies der stellvertretende Industrieminister José Gaspar Álvarez Sandoval im Rahmen der FIHAV, als er die dritte Auflage von Cuba Industria 2018 vorstellte, die vom 18. bis 22. Juni nächsten Jahres im Kongesspalast stattfindet und zu der auch eine Ausstellung auf dem Pabexpo Gelände gehört.

Nach Auffassung des Ministers werde dies der geeignete Raum sein, Entwicklungslinien dieses Wirtschaftssektors, den wissenschaftlichenh Austausch sowie die Verstärkung der technologischen Verbände zwischen den nationalen und ausländischen Unternehmen zu verstärken, die Rubrik der Exporte fördern und die nationalen Produktionen konsolidieren.

Yamilet Herrera Fuentes, die Spezialistin der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe Elektronik, die auch auf der FIHAV vertreten ist, sprach mit Granma über die Erwartungen an die Messe, damit diese sich „in einen Raum zur Verbesserung der äußeren Finanzierung und der ausländischen Investitionen verwandelt und außerdem ausgehend von den Arbeitskräften, über die wir verfügen, zur Entwicklung des gesamten industriellen Systems.

Die Bedeutung des Events liegt darin, dass es uns ermöglicht, im wissenschaftlichen und im Ausstellungsbereich alle Leistungen und Innovationen zu integrieren, die wir angesammelt haben und dazu noch die ausländischen und nationalen Unternehmen, die unsere Verbündete im Bereich Technologie sind. Zu den wichtigsten Märketen, denen wir uns anschließen müssen, gehören China und Russland und einige europäische Länder“, sagte sie.

Die Elektronik, die Automatisierung und die erneuerbaren Energien sind einige der bedeutendsten Entwicklungslinien, auf die die 18 Unternehmen setzen, die diese Gruppe bilden. Und es ist gerade die erneuerbare Energie einer der Sektoren, der ausländisches Kapital für die Entwicklung erhalten hat.

Zur Zeit arbeitet man außerdem an der Modernisierung der technologischen Linien und der Verbesserung der elektrischen Haushaltsgeräte, damit die dadurch erzielten Ergebnisse   direkt dazu führen, die Importe in unser Land zu ersetzen.

„Die Messe von Havanna ist der erste Schritt zu einem Einvernehmen. Cuba Industria 2018 wird die Realisierung dessen sein, was hier in die Wege geleitet wird“, sagte sie.

HANDEL UND ENTWICKLUNG AUS DEM FERNEN OSTEN

Als Teil des intensiven Programms der FIHAV 2017 wurde am Dienstag der Nationale Tag Chinas begangen.

Bei der Vorstellung des asiatischen Landes sagte der Botschafter der Volksrepublik China in Kuba Chen Xi, dass sein Land der zweitgrößte Handelspartner Kubas sei und der erste, wenn es um Warenaustausch gehe. Ende August 2017 habe der Handelsaustausch zwischen beiden Ländern 1,13 Milliarden Dollar betragen, was einen Anstieg von 56 % im Vergleich zur gleichen Zeitspanne des Vorjahres ausmache.

Aktuell durchliefen sich die bilateralen Beziehungen, was den Handel angehe, eine gute Periode, was man an verschiedenen Bereichen der Wirtschaft erkennen könne. Dabei seien Transport, Telekommunikation und Leichtindustrie einige der vom Handel am meisten begünstigten Sektoren.

Der chinesische Diplomat hob die große Akzeptanz hervor, die die kubanischen Produkte auf dem chinesischen Markt haben, vor allem das touristische Paket Kubas.

Der stellvertretende Minister des Mincex Antonio Carricarte betonte die Möglichkeiten, die sich für beide Seiten im normativen Rahmen eröffnen, der den Handelsaustausch regelt und begünstigt und der durch den von den Regierungen geäußerten Wunsch getragen werde, die Wirtschaftsbeziehungen auszudehnen.

Er bedankte sich auch für die Unterstützung der Volksrepublik China nach dem Hurrikan Irma und hob die Bedeutung der Neuen Seidenstraße hervor, ein Projekt, das der chinesische Präsident Xi Jinping entworfen hat, um die Handelsroute auf dem Meer und auf dem Land bis nach Lateinamerika und die Karibik auszudehnen.

HANDELSBEZIEHUNGEN WEITER FÖRDERN

Mexiko war ein anderes Land, dessen Nationaltag am zweiten Tag der FIHV 2017 begangen wurde. Bei der Eröffnung betonte der Gouverneur von Yucatan den Wunsch nach Ausbau der Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern.

Ein Höhepunkt des Tages war die Unterzeichnung des internationalen Partnervertrags für die Produktive Verwaltung zwischen den Textilunternehmen BOGA S.A aus Kuba und Casa Bella S.A aus Mexiko, um so die Bekleidungsindustrie zu reaktivieren und die Nachfrage nach Berufskleidung, Arbeitskleidung, Wäsche und Hoteldeko zu befriedigen. Auch sollen neue Methoden des Management angewandt und Zugang zu Krediten für Investitionen und Arbeitskapital ermöglicht werden.

Der Botschafter Mexikos auf der Insel Enrique Martínez dankte Kuba für sein Interesse , die Handelsbeziehungen mit seinem Land zu fördern, die er in der augenblicklichen Situation als strategisch einschätzt.