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Nach zwei Wochen intensiver Arbeit gelang es den mit der Wiederherstellung des Malecóns betrauten Bautrupps die Schäden zu reparieren Photo: Juvenal Balán

Die emplematische Uferstraße Havannas, der Malecón, hat der Wucht Irmas widerstanden. Die riesigen Wellen aber, die ihre Winde hervorriefen, hinterließen Spuren in einem großen Teil der Mauer, verstärkten dort, wo das Meer mit großer Kraft eindrang, die Aushöhlungen, hob die Gehwege und Teile des Asphalts an und verursachte erhebliche Schäden an den Abwasserleitungen des Litorals.

Nach zwei Wochen intensiver Arbeit gelang es den mit der Wiederherstellung des Malecón beschäftigten Bautrupps die Uferstraße soweit zu reparieren, dass am Sonntag den 1. Oktober der Verkehr dort wieder aufgenommen werden konnte. Dies war nur durch die Qualität und die Flexibilität möglich, die alle Baubrigaden an den Tag gelegt hatten.

Aber trotz des wiederaufgenommenen Verkehrs, haben die Arbeiten dort nicht aufgehört. „Wir möchten, dass alles in perfektem Zustand ist, um zu verhindern, dass sich die Schäden bei einem erneuten Angriff der Natur wiederholen“, sagte der für die Straßeninfrastruktur in der Provinz zuständige Direktor Carlos Díaz Hidalgo Granma gegenüber.

„Das waren angespannte Tage mit viel Arbeit“, fügte Díaz hinzu während er gleichzeitig von allen Punkten des Malecóns, wo die Arbeiten im vollen Gange sind, Anrufe entgegennahm.

DIE PRÄVENTIVARBEIT GEHT WEITER

Die Verbindungsbrücke zum Torreón de la Chorrera, eine der Festungen, die Teil des Verteidigungssystems von Havanna im XVII. Jahrhundert bildeten, gehörte zu den von der Wucht der Wellen am meisten beschädigten Infrastrukturen. Das Meer beschädigte die Steinplatten und den Zugang zur Brücke vom Land aus.

Um einen Überblick über das ganze Ausmaß der Schäden zu bekommen, beschloss das Unternehmen für Projekte der Transportwege des Bauministeriums den gesamten Plattenbelag der Brücke aufzureißen. Bei der Erneuerung wurde eine Platte mit verstärktem Stahl verschmolzen, damit sie so dem Angriff des Meers bei Hurrikanwinden standhalten kann.

Diese Arbeit wurde in einer Rekordzeit erledigt, in kaum einer Woche. Dafür war es erforderlich Doppelschichten einzulegen, gelegentlich hat man 24 Stunden am Tag gearbeitet. Jetzt ist die Brücke völlig verkehrssicher.

Trotzdem ist die Leitung des Transportministeriums ausgehend von Schätzungen des Ministeriums für Wissenschaft, Technologie und Umwelt und dem Nationalen Institut für Hydraulische Ressourcen dabei, Studien zu entwickeln, um eventuell die alte Brücke abzureißen und sie durch eine andere zu ersetzen, die den Angriffen der Natur mehr Widerstand entgegensetzen kann.

DRAINAGE UND STRASSENBELAG NEU ZUSAMMENGESETZT

Die Gewalt des Meeres hat auch am Drainagesystem des Litorals der Hauptstadt schwere Schäden hinterlassen. Die Kraft des eindringenden Meeres hat 98 Wasserschachte zum Regenwasserabfluss auf den nördlichen und südlich gelegenen Gehsteigen des Malecón zum Explodieren gebracht.

Dies hatte zur Folge, dass 11 Streckenabschnitte des Gehwegs von etwa 1 km Länge und zwei Streckenabschnitte der Straßen beeinträchtigt wurden, nämlich in der Mitte des Malecón zu (Calle F) wo 2,5 Quadratkilometer Aspalt aufgerissen wurden.

„Zur Zeit arbeitet das Nationale Institut für Hydraulische Ressourcen daran, die Drainagerohre des Malecóns völlig zu erneuern“, sagt Carlos Díaz.

Auch in Alt-Havanna hat Irma schwere Schäden am Straßenbelag verursacht. „Daran wird noch gearbeitet, genauso wie an den Schäden an der Mauer des Malecón vom Castillo de la Fuerza bis zur Anlegestelle der Boote nach Regla“, fügt er hinzu.

AUSHÖHLUNGEN DURCH DAS MEER

Der Durchzug von Irma hat auch die durch das Meer verursachten Aushöhlungen am Malecón verschärft. Diese tiefen Aushöhlungen entstehen im Laufe der Jahre unterhalb der Strukturbasis, zwischen der Zone der Riffe und dem Mauerbett.

„Um dieses Problem zu lösen, müssen die Aushöhlungen mit einer bestimmten Sorte von Steinen aufgefüllt werden, die viel widerstandsfähiger sind, als solche, die normalerweise bei Bauarbeiten verwendet werden; anschließend kommt eine hydraulische Betonschicht von 20 cm Dicke darüber“, erklärt Carlos Díaz.

Auch wenn das Auffüllen der kritischsten Unterhöhlungen die Lebensfähigkeit der Struktur des Malecón garantiert, so beabsichtigt man doch, wenn einmal die Periode der Kaltfronten vorbei ist, eine Verdichtung der Mauer, die die Widerstandsfähigkeit des bestehenden Fundaments verstärkt.

Dies wird dank vorheriger Studien möglich sein, die dazu beigetragen haben, die Unterhöhlungen in dieser Zone der Hauptstadt festzustellen.

Carlos Díaz geht davon aus, dass die jetzigen Reparaturarbeiten am Malecón bis spätestens am 20. Oktober abgeschlossen sein werden. Deren Ausdehnung und Schwierigkeit fordern jedoch, dass man weiterhin nach Alternativen für diese von den Hauptstadtbewohnern so frequentierte Zone sucht.