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Wir können nicht sagen, dass nichts passiert wäre, aber trotz der Verluste, kann nichts die Kubaner und ihre Kraft wieder neu anzufangen, stoppen Photo: Juvenal Balán

Ich glaube, es gibt keinen Umstand, in dem das Wort verlieren ein zumindest trostloses Wort ist. Das Gefühl, dass etwas weg ist, das dir gehört, hinterlässt, so unbedeutend es zu sein scheint, einen bitteren Geschmack, eine Ohnmacht... Und dieses jetzt waren, nach allem, was ich gesehen und oft gehört habe, Tage des Verlustes...

Das befremdliche Gefühl trägt jetzt den Namen Irma, oder man gibt dem Meer, dem Regen oder dem Wind die Schuld... Und zwischen den Trümmern kehrt der Schmerz zurück, sich an den Orten, zwischen den Dingen oder Landschaften zu finden, die man nicht wieder erkennt und die noch vor ein paar Stunden ein Zuhause waren. Zwischen den Häusern, die es nicht mehr gibt oder von denen vielleicht nur noch ein Skelett übrig geblieben ist, das uns daran erinnert, was einmal war, was wir verloren haben...

Denn was einem beim Verlieren am schwersten fällt, sind nicht die Dinge an sich. Wenn etwas sich auflöst, verschwindet die Geschichte dahinter und wir können sogar sagen, es verschwindet ein bisschen vom Leben.

Photo: Juvenal Balán

Und es hat sich viel verändert. Man sagt, dass der Hurrikan selbst die grüne Farbe der Karibik mitgenommen habe. „Verdammte Schande“ wie meine Großmutter sagen würde, dass man uns jetzt, zu der langen Liste von Umweltschäden, die auch auf der Verlustliste stehen, nur noch Ocker als Farbe hinterlassen hat.

Aber im Innern lässt man alles Revue passieren und man weiß auch, dass es dauern wird, bis man sich wieder völlig sicher fühlt. Denn während die Winde tobten und das Meer Wände, Dächer und Erinnerungen mitriss, gab es solche, die auch das Gefühl für die Gefahr und das Risiko verloren hatten.

Es stand etwas mehr auf dem Spiel als die Infrastruktur, die Kleidung und die Matratzen, ohne dass ich damit sagen möchte, dass sie keine Bedeutung hätten. Angesichts der Unverantwortlichkeit einiger Weniger kam auch der Gemeinsinn ins Wanken, und das ist etwas, an das sich niemand gewöhnen darf, wie groß der Verlust auch sein mag. Sich daran zu gewöhnen ist, so würde der Dichter sagen, ist eine düstere Sache.

Auf die Verluste kann sich niemand vorbereiten, sie sind, so natürlich sie sein mögen, nicht Teil der Überlebenskette und nicht leicht zu akzeptieren.

Und trotzdem bringt jeder Morgen neuen Ansporn mit sich. Du weißt, dass wenn du jetzt aus dem Fenster guckst, du die von dem vielen Salzwasser verbrannten Blätter siehst, aber es werden neue kommen, die Natur gleicht das immer aus.

Und die Menschen, die Menschen wissen beim Aufwachen nach dem Sturm, dass ihnen das Wichtigste geblieben ist, dass sie am Leben sind. Und keiner sagt, dass der Neuanfang ein einfacher Weg sei. Den Aufstieg nach einer Katastrophe empfindet man immer als besonders hart.

Man muss sich an den kleine Dingen festhalten, am Wesentlichen auch inmitten der größten Turbulenzen. Diese Lektion kennt Kuba nur zu gut und sie hilft uns einmal mehr, den Kopf oben zu behalten und voranzugehen.