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Der 21 jährige Sergeant Darwin Rodríguez Ramírez beherrscht den Umgang mit der Motorsäge Photo: Ismael Batista

In das kleine Haus des Sergeanten Vicente Reyes drang Hurrikan Irma mit seiner ganzen Macht ein, beschädigte das Dach und füllte das Haus mit Wasser. Nach und nach, als das Wasser wieder seinen normalen Stand einzunehmen begann, konnte man feststellen, was der Zyklon alles auseinandergerissen hatte.

Die Aufräumungsarbeiten in seinem eigenen Haus fanden aber erst statt, wenn seine Arbeit und seine Verantwortungsgefühl dies zuließen. Denn sicher ist, dass wir Vicente nicht dabei antreffen würden, wie er die Trümmer seine Hauses in Cojímar zusammensetzt. Er war wie in den letzten Tagen auch an diesem Mittwoch damit beschäftigt, unter gleißender Sonne die Spuren Irmas in Havanna zu beseitigen.

Playa, Quinta Avenida und jetzt El Laguito, das sind die Orte, die er und seine Kameraden den Auftrag hatten zu säubern. Und später am Abend, dort in Cojímar, sammelt er dann die Trümmer auf, die das Meer in seinem Haus hinterlassen hat.

Es scheint, dass Vicente in der Kunst des Helfens gut ausgebildet ist, aber er ist bei dieser Arbeit für Titanen, die das Land in der Wiederaufbauphase leisten muss, nicht allein.

Zusammen mit ihm arbeitet der 21jährige Sergeant Darwin Rodríguez Ramírez, der den Umgang mit der Motorsäge perfekt beherrscht, eine mühsame Arbeit, vor allem, wenn er an den Durchzug von Matthew in seiner Heimatstadt Baracoa denkt, wo sich seine Familie im Augenblick befindet.

„Matthew hat mir das Dach meiner Finca beschädigt, denn ich bin Bauer“, sagt er stolz, aber nach und nach erholen wir uns davon. In Havanna arbeite ich seit einem Jahr und jetzt bin ich dort, wo ich am meisten gebraucht werde.“

Oberstleutnant Daniel Trujillo von der großen Einheit der Revolutionären Streitkräfte (FAR) zu der Darwin und Vicente gehören, zeigt sich zufrieden angesichts der vielen erledigten Aufgaben. „Am Sonntag Morgen wurde die Brigade in Kampfbereitschaft versetzt, mit dem Auftrag, die wichtigsten Probleme der Stadt zu lösen und vor allem die Straßen von Hindernissen freizuräumen. In 18 Stunden war es gelungen, sie für den Verkehr wieder freizugeben“, sagte er und erwähnte damit nur eine der vielfältigen Aufgaben, die bewältigt wurden.

Das Geräusch der Motorsägen dröhnt in den Ohren. Viele junge Leute tragen riesige Teile von Baumstämmen und häufen alles am Wegrand auf. Die Arbeit ist hart. „Die Brigade besteht aus Jugendlichen von ganz Kuba“, sagt Trujillo während er Aufgaben verteilt, „und im Fall von Katastrophen gibt es festgelegte Aufgaben, die während der Tage der Verteidigung oder bei der Übung Meteoro aktualisiert und überprüft werden.“

Hauptmann Daniel Mosqueda hebt die Hilfe hervor, die sie von der Bevölkerung erhalten haben. „Das Volk hat uns unterstützt. Wo immer wir erscheinen, sagen sie uns freundliche Worte, bieten uns Wasser an und einige haben sich in unsere Arbeit integriert.“

Bei der Almendares Brücke treffen wir auf Danet Márquez, Kadett im vierten Jahr des Medinzinstudiums an der Wissenschaftlichen Universität der FAR. Dort hilft er dabei die Überreste eines uralten Baumes aufzusammeln. „Für mich ist es wichtig, meinem Land, meiner Schule, meiner Familie zu helfen. Damit folge ich auch dem persönlichen Beispiel unseres Comandante en Jefe“, sagte er.

Im Tunnel der 5ta. Avenida, der völlig überflutet ist, erklärt Leutnant Lester Clemente, dass zusammen mit den Kämpfern der FAR die Baugruppe des Transportministeriums seit 48 Stunden ununterbrochen im Arbeitseinsatz sei und noch immer 12.000 Kubikmeter Wasser hinausgepumpt werden müssten.

Währenddessen wärmen früh am Morgen außerhalb des Generalstabs der FAR einige Frontlader und Lastwagen ihre Motoren auf, Soldaten halten ihre Motorsägen bereit und eine ganze Armee in Anzügen so grün, wie die Hoffnung, fährt zu anderen Stellen der Stadt um bei den Aufräumungsarbeiten zu helfen.

Und dies ist nur ein Beispiel von dem, was 12.000 Angehörige der FAR, die in diesen Tagen die Straßen in ganz Kuba überschwemmen, leisten; Männer, die zuhause auch kein Licht und kein Wasser haben, aber die tief drinnen den Drang verspüren zu helfen.