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Am späten Nachmittag des Montag nach dem Hurrikan Irma hatte der Stausee Zaza bereits über 800 Millionen Kubikmeter Wasser Photo: Vicente Brito

YAGUAJAY, Sancti Spíritus – Wenn man an diesem Montag bereits alle Hauptstraßen der Provinz Sancti Spiritus benutzen kann, so liegt das nicht daran, dass die Winde von über 200 Stundenkilometern Gnade gezeigt hätten und auch nicht an einer Gunst der göttlichen Vorsehung.

Mit Motorsägen oder Macheten in der Hand sind Hunderte von Männern gekommen, um Zentimeter um Zentimeter den grüne Durcheinander zu bereinigen, das der Sturm, oft von gewaltigen Einstürzen oder von infernalischen Schlammmassen begleitet, wie die, die sich inder Provinzhauptstadt angehäuft hatte, wo manche Fahrzeuge auf der Autobahn (Carretera Central) bis zur Hälfte versanken.

Noch mitten in den Regengüssen des Hurrikans überraschte ein Presseteam die Männer des Bauministeriums dabei, wie sie den Weg zwischen Sancti Spiritus und der Nationalen Autobahn freiräumten, ein ausdrücklicher Auftrag des Verteidigungsrats der Provinz, um die Unterstützung für dieses am schwersten betroffene Gebiet zu gewährleisten.

–Aber mit der Machete ist das sehr schwierig, meinte Granma.

–Und was willst du machen, wenn es nicht genügend Motorsägen gibt, sagte einer der Arbeiter von der anderen Seite aus.

Nur so gelang es, dass Stunden später bereits die Lastwagen, Lader und andere schwere Gerätschaften am frühen Montagmorgen anrollen konnten, um alle Straßen und Bürgersteige von Yaguajay freizuräumen, ein Unterfangen, mit dem bereits die Bewohner der Gegend begonnen hatten, die nach und nach anfingen, eine Stadt wiederzuentdecken, die ihnen unbekannt geworden war.

Auf diesem gleichen Pfad kamen auch Hunderte Mitglieder der Revolutionären Streitkräfte, die sofort bereitstanden und sich der gewaltigen Aufgabe der Säuberung und Wiederherstellung des Historischen Komplexes Camilo Cienfuegod widmeten, eine Einrichtung, die dem Ansturm von Irma standhielt, aber durch die sie umgebenden Wälder, die die Menschen von Yaguajay über Jahre hin geschaffen hatten, Beschädigungen erlitt.

Die Anpflanzungen, an denen verschiedene Produkte angebaut werden, wurden am härtesten von Hurrikan Irma getroffen. Photo: Vicente Brito

AUS IHREN HÄUSERN EVAKUIERT

Die besseren Wetterbedingungen nutzend und entsprechend einer Entscheidung des Generalstabs der Zivilen Verteidigung in Sancti Spiritus in die Phase des Wiederaufbaus überzugehen, kehrten im Laufe des Montag die Mehrzahl der etwa 10.000 Evakuierten, die sich noch in staatlichen Zentren aufhielten, in ihre Häuser zurück.

„Hier ist noch nicht mal so viel übrig geblieben, womit an eine Ziege anbinden könnte“ fasste Gina Oramas, eine Bewohnerin von El Maguito die Schäden zusammen, die die Winde, die ihr zwar das Dach, aber nicht die Hoffnung, ihr Haus zu verbessern, noch die Kräfte für einen Neuanfang mitgenommen hatten.

Behörden verschiedener Ebenen und Kenner solcher Vorkommnisse kamen zu der Auffassung, dass die Auswirkungen auf die Nordküste vorhersehbar gewesen seien, nicht aber die Schäden bei der elektrischen Infrastruktur, der Kommunikation, in den Wäldern und der Landwirtschaft im allgemeinen bis hin zur Mitte der Provinz über 100 km vom Auge des Hurrikans entfernt.

Ziemlich gleich weit entfernt hat der Stausee Zaza den besten Teil des Hurrikans mitbekommen und bereits gestern nachmittag 813 Millionen Kubikmeter Wasser angesammelt – 80 % ihrer Kapazität . Sie hat jetzt bereits nichts mehr mit dem deprimierenden Zustanbd gemein, den sie während des ganzen Jahres gezeigt hat, denn noch vor 72 Stunden wies sie gerade einmal 17% ihrer Kapazität auf.

KRAFT UND FÄHIGKEIT ZUR LÖSUNG DES PROBLEMS

Dass in Yaguajay, in Sancti Spíritus und in ganz Kuba keiner ohne Obdach blieb, wie dies Armeegeneral Raúl Castro Ruz in seinem jüngsten Aufruf zum Ausdruck brachte, ist unter den Bewohnern dieses Landes, die mehr als einmal die zerstörerische Macht der Naturgewalten erfahren mussten, ein tief verwurzeltes Konzept.

„Das Land hat die Kraft und die Fähigkeit, das Problem zu lösen“, war die Botschaft, die vom Armeekorpsgeneral Joaquín Quintas Solá, dem Leiter der Strategischen Region des Zentrums vermittelt wurde, der einem Arbeitstreffen der wichtigsten Behörden der Provinz und des Kreises Yaguajay vorstand.

Dort informierte der Präsident des Verteidigungsrates der Provinz José Ramón Monteagudo Ruiz die Besucher über die in Sancti Spiritus vorläufig festgestellten Schäden, bei denen die an den Wohnungen, der Stromversorgung, der Landwirtschaft und der Telekommunikation besonders ins Gewicht fallen.

Monteagudo, der auf die Wichtihkeit der Herstellung der Stromversorgung einging sagte, dass in der Region 22 Brigaden von Elekrikern und spezialisiertem Personal der Elektrizitätswerke gebildet worden seien, die bereits in Unterstützung mit anderen Betrieben ihre Arbeit aufgenommen hätten und in relativ kurzer Zeit die beachtlichen Schäden rückgängig machen würden.