OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Der Akt fand vor dem modernisierten Museum statt, das von der alten Militärkaserne von Bueycito beherbergt wird Photo: Alexander Gaínza

BUEYCITO, Granma – Kubaner verschiedener Generationen gedachten gestern der 60 Jahre, die seit der rebellischen Attacke auf die zur Batista-Diktatur gehörende Kaserne im Osten vergangen sind – jener ersten bewaffneten Aktion, die von Ernesto Che Guevara nach seiner Ernennung zum Comandante durch den Maximo Lider Fidel Castro durchgeführt worden war.

Es handelte sich um den ersten Angriff von Guerilla-Truppen über eine Demarkationslinie in der Ebene hinaus; der Überfall auf die militärische Enklave, die eines der wichtigsten Einfalltore in die Sierra Maestra bewachte, wurde mit Tänzen, Liedern und Gedichtvorträgen vor dem renovierten Museum begangen, das sich auf dem Gelände der ehemaligen soldatischen Einrichtung befindet.

Auf der Veranstaltung, der der erste Parteisekretär in Granma, Federico Hernández, und Manuel Sobríno, Präsident der Provinzversammlung des Poder Popular, vorstanden, hoben die Festredner das Organisationstalent, den Wert und die hohe Kampfbereitschaft des Heldenhaften Guerillero und seiner Leute hervor, die sich überwiegend aus Jugendlichen rekrutierten.

Im Hinblick auf die Jugend jener Kombattanten unterstrich Pavel Oliva, erster Sekretär der Jungen Kommunisten in Buey Arriba, dem Bezirk, zu dem Bueycito gehört, die bedeutende Rolle der neuen Generationen beim Erhalt der Revolution und der Entwicklung im Land und mahnte, der Geschichte ein verstärktes Interesse zu widmen und das Vermächtnis jener glorreichen Kapitel des Kampfes um Unabhängigkeit in der Praxis aufzugreifen.

Als Befehlshaber über zirka 75 Mann, die der sogenannten Kolonne 4, verwandelte Comandante Ernesto Che Guevara das Morgengrauen des 1. August 1957 in einen Kugelhagel, der über die Kaserne hereinbrach und obwohl das Überraschungsmoment nicht griff, wurde die Rebellenaktion siegreich beendet.

Der Überfall führte zur Erbeutung von Waffen und anderem Gerät – einschließlich der Browning, die der Che an sich nahm und die von ihm als „das Juwel der Kaserne“ bezeichnet wurde. Der Angriff kostete die Batista-Einheit fünf Tote sowie mehrere Verletzte und wirkte sich gewiss demoralisierend auf sie aus.

Bei dem Scharmützel zeichneten sich der damalige Hauptmann Ramiro Valdés, Ciro Redondo und Lalo Sardiñas als Zugchef aus, überdies Juan Vitalio Acuña (Vilo, später auch bei der Guerilla-Aktion in Bolivien ein Gefährte des Che), der die Nachhut anführte.

Obwohl einerseits der Tod im Gefecht des jungen, erst 17jährigen Kämpfers Pedro Rivero Peña zu beklagen war, gewann man andererseits viel durch die Eingliederung des Minenarbeiters Cristino Naranjo Vázquez, dessen souveräner Umgang mit Sprengsätzen, die den Soldaten an den Zugangsbrücken um die Ohren flogen, den Che damals ins Schwärmen brachte.