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Der 8. kubanischen Kongress der Hämatologie bietet von heute bis zum 12. Mai im Palast der Konventionen in Havanna Raum für die Debatte und neueste wissenschaftliche Aktualisierung in Themen wie Leukämien und andere maligne hämatologische Erkrankungen, Transplantation von hämatopoetischen Zellen, Hämophilie und andere Blutungsstörungen, erbliche und erworbene Anämien, Immunschwächen und Transfusionsmedizin.

An dem Kongress nehmen mehr als 400 kubanische und aus 24 Ländern kommende ausländische Delegierte teil.

Zum breiten wissenschaftlichen Programm gehören die parallel dazu stattfindende 10. Lateinamerikanische Konferenz über Hämatologie, Immunologie und Transfusionsmedizin, der 4. internationale Workshop über Hämophilie und andere Blutungsstörungen und der 3. Workshop für primäre Immundefekte. Auf Hämatologie 2017 wird zum ersten Mal die American Society of Hematology anwesend sein, erklärte der Doktor der Gesundheitswissenschaften René Antonio Rivero Jiménez, Präsident des wissenschaftlichen Ausschusses.

Unter den besten Ergebnissen, die Kuba auf dem Event präsentieren wird, ist die Tatsache hervorzuheben, dass im Land eine Heilungsquote von 80 % bei der Behandlung von pädiatrischer akuter lymphatischer Leukämie, der häufigste Krebsart bei Kindern, betonte die Doktorin der medizinischen Wissenschaften Consuelo Macías, Direktorin des Instituts für Hämatologie und Immunologie (IHI) und Vizepräsidentin des Organisationskomitees.

Kuba habe außerdem bei der Heilung von Patienten mit akuter Promyelozytenleukämie eine Erfolgsquote von 90 % erreicht, ein Ergebnis, für das die Auszeichnung der Akademie der Wissenschaften auf dem Gebiet der Hämatologie vergeben wurde.

Die Expertin sagte, dass mit der Verwendung eines im Inland hergestellter Medikaments, dem Arsentrioxid, es auch eine deutliche Verbesserung bei der Zeit von Rückfällen gegeben habe, die bei fünf Jahren liege.

Dr. Macías hob auch die Bedeutung weiterer Untersuchungen im Bereich von Gerinnungsstörungen hervor, insbesondere für die Behandlung von Schwangeren.

Die Direktorin des IHI erwähnte auch die Wichtigkeit der Einführung in Kuba von Hightech-Geräten der Molekularbiologie zur Bestimmung der Histocompatibility bei Transplantationen.

Bedeutend sei auch, dass in allen kubanischen Provinzen bereits eine Registrierung der Patienten mit primären Immunschwächen vorgenommen sei, eine Erkrankung, die als sehr selten gilt, aber viel häufiger als gedacht vorkommt.

Dr. Rivero Jiménez betonte die Tatsache, dass Kuba in Zukunft eine Nabelschnurblut-Bank haben werde. Dies sei wichtig, da diese Stammzellen immun toleranterer seien als andere und seit zwei Jahrzehnten viel für die Transplantation verwendet werden, besonders bei Patienten, die keine verwandten Spender haben. Eines der Symposien des Kongresses wird diesem Thema gewidmet sein.