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Der Celia-Sánchez-Manduley-Platz in Manzanillo an jenem Abend vor 15 Jahren Photo: Juvenal Balán

MANZANILLO, Granma – Am Abend des 28. März 2002, beim Warten auf einem offenen Platz nahe am Meer sah Sheila Pons Delgado, wie sich der große Mann mit der olivgrünen Uniform näherte. Er sah sie an und gab ihr ein Küsschen.

Vor Emotion fehlten ihr die Worte, ihr, die immer so gesprächig war. Auf die höfliche und zärtliche Anfrage, wie es ihr gehe, wie sie behandelt würde, wie das Studium laufe, brachte sie nur „gut, gut“ hervor.

„Als ich Fidel dort vor mir sah, war ich mir sicher, dass mein Leben endlich wieder eine Richtung bekäme, das jemand aus mir werden würde, dass ich vielleicht sogar überlegen könnte, das zu studieren, was ich immer wollte: medizinische Psychologie“, sagt Sheila.

Photo: Cortesía del entrevistado

„Alle Erklärungen, die man mir über den Kurs der integralen Weiterbildung für Jugendliche gegeben hatte, bei dem man mich sogar bezahlen würde, schienen mir zu gut, um wahr zu sein.

Ich war skeptisch bis zu dem Moment, in dem ich den Comandante sah. Es wurde mir eine Chance geboten, die ich vielleicht nicht verdient hätte. Ich hatte das Lernen drei Jahre vorher unterbrochen, weil ich den Studienplatz, den ich wollte, nicht bekommen hatte.

Das Leben einer Jugendlichen ohne Beschäftigung kann sich schnell verkomplizieren. Ich wurde schwanger, war von anderen abhängig, meine Verzweiflung wuchs ...

An dem Tag, als ich den Kurs begann, zusammen mit anderen jungen Menschen unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichen Geschichten von unterbrochenen Studien, fühlte ich, dass sich eine Tür in meinem Leben öffnete.“

„Ich strengte mich sehr an, als ob ich an diesem Abend der Begegnung mit Fidel eine Verpflichtung gegenüber ihm, gegenüber meiner Familie und mir selbst übernommen hätte.

Ich kam mit meinem Kind in die Schule, versäumte keine Unterrichtsstunde. Die erneuerte Leidenschaft für das Lernen füllte meiner ganze Zeit. Ich wurde Leiterin des Schülerverbandes der Einrichtung und Kandidatin für die Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Venezuela. Von allen Tribünen aus verteidigte ich die großartige Idee des Führers die Revolution; auch gegen diejenigen mit dem Vorurteil, dass dies eine ´fehlgeleitete Investitionen sei, die Verbrecher fürs Lernen bezahlt´.

So sagten einige, und heute gibt es kein besseres Argument als die Tausenden von meinen Mitschülern, die jetzt Ärzte, Rechtsanwälte, Lehrer, Ingenieure … sind.

Sheila Pons. Photo: Cortesía del entrevistado

Ich habe mir, ausgehend von diesem Kurs, meinen Traum verwirklicht. Als ich mich auf das Medizinstudium vorbereitete, erfuhr ich von einem Professor, dass es einen Platz für Gesundheitspsychologie gebe. Unter den vielen Anwärtern gewann ich diesen Studienplatz. Wenn heute mein Traum verwirklicht ist, dann dank dieser genialen Idee meines Comandante en Jefe.“

Sheila schloss ihr Studium mit dem Goldenen Diplom ab. Sie trägt ihren weißen Kittel gern, nicht nur als Psychologin der Poliklinik I von Manzanillo, sondern auch als Professorin der Medizinischen Universität. Sie ist Master of Science, hat an mehreren internationalen Konferenzen teilgenommen und ist vor allem das Mädchen, das seinen Ursprüngen treu bleibt.